Zuchtverbot in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt hat der Verstand angehalten

Ab März 2016 sind in Sachsen-Anhalt die Zucht und der Handel mit vier Listenhunderassen verboten. Damit handelt die Landesregierung entgegen den Erfahrungen und Empfehlungen der Behörden.

In Sachsen-Anhalt hat der Verstand angehalten

Obgleich die Rassen Staffordshire Bullterrier, American Staffordshire Terrier, American Pitbull Terrier und Bullterrier in der Beißstatistik auf den hinteren Plätzen liegen, werden die Zucht und der Handel dieser Rassen ab 1. März 2016 in Sachsen-Anhalt verboten. Ziel ist es, die Verbreitung dieser vier Hunderassen in Sachsen-Anhalt weiter einzudämmen. Festgelegt ist dies paradoxerweise im „Gesetz zur Vorsorge gegen von Hunden ausgehende Gefahren“. Aber genau in diesem Gesetz soll es keine Regelung für wirklich gefährliche Hunde geben. Obwohl Experten den Sinn der Rasseliste anzweifeln, Wissenschaftler den Sinn sogar widerlegt haben und selbst die Behörden keine Verbesserung seit ihrer Einführung bescheinigen, wird ein Modell nach dem Modell von Schleswig-Holstein abgelehnt. Ebenfalls kritisieren die Behörden, dass die amtliche Feststellung der Gefährlichkeit laut Gesetz auf „behördlichem Gefahrenverdacht“ basieren muss. Eine Feststellung des tatsächlichen Verursachers darf nicht erfolgen, da den Behörden hierzu die Kompetenz fehle. Hier kam der Verstand offensichtlich endgültig zum Stillstand.

Haltung von Pitbull & Co in Sachsen-Anhalt

Ab dem 1. März 2016 sind also die Zucht und der Handel mit den vier oben genannten Hunderassen verboten. Welpen, die vor dem Stichtag gezeugt wurden, sind zwar nicht illegal, dürfen jedoch nach dem 1. März 2016 nicht mehr verkauft werden. Auch die gewollte oder auch ungewollte Vermehrung dieser Rassen einschließlich jeglicher Mischlingsform ist ab diesem Zeitpunkt untersagt und wird bei Zuwiderhandlung mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 Euro geahndet. Zum Vergleich: Einen Unfall mit 1,6 Promille Alkohol im Blut zu verursachen kostet ca. 3.500 bis 5.000 Euro und erscheint damit dem Gesetzgeber nicht einmal halb so schlimm, wie eine läufige Hündin, die freiwillig oder unfreiwillig gedeckt wurde. Der Kauf einer der vier Hunderassen ist ab dem 1. März 2016 nur dann strafbar, wenn hierdurch der Verkäufer zu einer illegalen Handlung angestiftet wurde. Der Kauf eines Hundes der vier genannten Rassen in anderen Bundesländern ist legal. Auch die „Einfuhr“ nach Sachsen-Anhalt ist erlaubt. In den Grundrechten beschnitten werden somit nur die Züchter. Die Halter werden nur bei einem „Unfall“ zur Kasse gebeten.

Kastrationspflicht in Sachsen-Anhalt

Eine Kastrationspflicht besteht in Sachsen-Anhalt nicht. Reißt sich jedoch ein Rüde, der einer der vier besagten Hunderassen angehört oder ein Mischling einer jener Hunderassen ist los und deckt eine läufige Hündin, so wird es teuer. Genauso verhält es sich auch, wenn der Rüde selbst zwar keiner der vier Rassen angehört, dafür jedoch die Hündin. Sollte Ihr IQ zweistellig oder höher sein, so versuchen Sie gar nicht erst, den Sinn dieses Gesetzes zu verstehen.