Zahnhygiene bei Hunden

Ist Zahnhygiene eine übertriebene Vermenschlichung?

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Zahnhygiene bei Hunden

Zahnhygiene bei HundenKauartikel für die Zahnhygiene sind als fressbare Zahnbürste der Renner. Doch hat schon mal jemand einen Wolf mit Zahnbürste gesehen?

Das Thema Zahnhygiene wird bei Hundehaltern oft diskutiert und so wollen auch wir uns einmal mit dem Thema auseinandersetzen. Da gibt es Kauartikel zur Zahnreinigung, spezielles Hundefutter mit Zahnsteinprophylaxe etc. und so manch ein Hundehalter wienert das Gebiss seines Hundes sogar mit der Zahnbürste. Weiße, glatte Zähne sehen gut aus, keine Frage und Maulgeruch ist sicherlich auch nicht angenehm, wenn einem der Hund ins Gesicht hechelt. Doch ein Hund ist ein Tier und sollte nicht übermäßig vermenschlicht werden. Mal ehrlich: Wer hat schon einmal einen Wolf gesehen, der sich die Zähne putzt?

Zahnhygiene beim Wolf

Zahnhygiene beim Wolf
© Pixabay

Fakt ist, dass der Wolf weder eine Zahnbürste benutzt noch kiloweise zahnreinigende Kauartikel in sich hineinstopft. Dennoch betreibt auch der Wolf Zahnhygiene; wenn auch unbewusst. Der reißt sich aus dem erlegten Beutetier Fleischstücke heraus, die er dann verschlingt. Durch diese Aktion wird sein Gebiss gereinigt. Bei Wildhunden (nicht zu verwechseln mit Straßenhunden, die sich aus Abfalltonnen bedienen) verhält es sich genauso. Sie kommen wahrhaftig durch ihre natürliche Lebensweise ohne künstliche Zahnhygiene aus.

Der domestizierte HundDer domestizierte Hund

Unser Haushund reißt kein Wild und wenn, so würde er vom Jäger erschossen werden. Damit entfällt bei ihm auch die natürliche Form der Zahnreinigung. Die Folge sind die gleichen Zivilisationskrankheiten, wie beim Menschen. Angefangen bei Zahnbelag und Zahnsteinbildung, über Karies und Maulhöhlenentzündung bis hin zu Parodontitis. Das ist für den Hund ist es um vieles schlimmer, als für den Menschen, denn die Zähne dienen ihm nicht nur zum Fressen, sondern auch als Kommunikationsinstrument, Waffe und Greifwerkzeug. Wir kommen also um die Zahnhygiene bei unserem Hund nicht drum herum. Am bequemsten und für den Hund auch angenehmsten sind die zahnreinigenden Snacks und Kauartikel. Bei dieser Form von Leckerlis wird beim Zerkauen der Zahnbelag quasi abgeschabt. Auch Hüttenkäse ist für die Zahnhygiene wertvoll, da er antibakteriell wirkt. Perfekt sind also Kauartikel, die auch Hüttenkäse enthalten. Naschen und pflegen in einem. Zu schön, um wahr zu sein.

Grenzen der Zahnpflegesnacks

Grenzen der Zahnpflegesnacks
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Was perfekt und einfach klingt, hat leider auch seine Tücken. Die reinigende Wirkung der Zahnpflegesnacks ist unbestritten und auch der antibakterielle Effekt von Hüttenkäse soll hier nicht angezweifelt werden. Der Teufel steckt in der Fressgewohnheit des Hundes. Er beißt nur zwei, drei Mal auf dem Snack herum, ehe er ihn hinunterschlingt. Zu wenig, um eine effektive und vollständige Reinigung der Zähne zu gewährleisten. Hierzu müsste der Hund diese Snacks schon kiloweise verspeisen. Überflüssig oder gar sinnlos sind diese Snacks deshalb aber keineswegs. Sie stellen eine sinnvolle und absolut empfehlenswerte Ergänzung zur Zahnpflege dar. Im Gegensatz zum Menschen, der seine Zähne zwei Mal am Tag putzt, werden die Zähne beim Hund nur etwa einmal die Woche gründlich gereinigt. Die Zahnhygiene zwischendurch erledigen die Zahnpflegesnacks. Aber aufgepasst! Viele Zahnpflegesnacks enthalten künstliche Zusatzstoffe

Zähne putzen, aber wie?Zähne putzen, aber wie?

Das Putzen der Zähne finden nur die wenigsten Hunde toll. Es ist daher unerlässlich, den Hund langsam und gefühlvoll an die Zahnreinigung und den Geschmack der Hundezahncreme zu gewöhnen. Da Hunde die Zahncreme beim Putzen der Zähne gerne herunterschlucken, ist auf jeden Fall eine spezielle Hundezahncreme zu verwenden. Die Handzahnbürste für Hunde ist mit unter fünf Euro die preiswerteste Wahl. Die Eingewöhnung an das Zähneputzen ist mit einer Handzahnbürste auch wesentlich kürzer als mit einer elektrischen und deutlich teureren Zahnbürste. Die schnellen und für Hunde beängstigenden Bewegungen, sowie das Brummen der elektrischen Zahnbürste sorgen beim Hund lange für Ablehnung. Wer zu wenig Geduld und Einfühlungsvermögen mitbringt, hat im günstigsten Fall eine zerlegte Zahnbürste, im ungünstigsten Fall eine anständige Bissverletzung in der Hand.

Manuell, elektrisch oder UltraschallManuell, elektrisch oder Ultraschall

Die Vorteile der manuellen Zahnbürste, die im geringen Anschaffungspreis und der verhältnismäßig kurzen Eingewöhnungszeit liegen, werden von den Nachteilen überschattet. Abgesehen davon, dass die Reinigung der Zähne mit einer Handzahnbürste spürbar länger dauert, was für den Hund längeren Stress bedeutet, ist das Reinigungsergebnis deutlich schlechter, als das der elektrischen Zahnbürste. Erschwerend kommt hinzu, dass mit der Handzahnbürste ein wesentlich höherer Druck ausgeübt wird, der für den Hund unangenehm ist und das Zahnfleisch reizt oder gar verletzt. Hier punktet ganz klar die elektrische Zahnbürste und macht ihre vorgenannten Nachteile wieder wett. Die Vorteile einer elektrischen Zahnbürste ohne deren Nachteile verspricht die Ultraschallzahnbürste.

Ultraschallzahnbürsten

Die Ultraschallzahnbürsten arbeiten ohne Druck und Vibrationen. Durch den Ultraschall werden Mikrobläschen erzeugt, die beim Zerplatzen den Belag von den Zähnen mitreißen. Dabei kommen die mikroskopischen Bläschen selbst in Zahnzwischenräume, die auch die beste elektrische Zahnbürste nicht erreicht. Bei der Anwendung wird das Zahnfleisch durch den Wegfall von Vibrationen nicht gereizt, dafür jedoch die Durchblutung angeregt und die Selbstheilung optimiert. Ein weiterer Vorteil ist laut der Werbung, dass diese Zahnbürsten absolut lautlos arbeiten. Subjektiv gesehen ist das auch zutreffend, objektiv hingegen ist das Gegenteil der Fall. Wie der Name schon sagt, beruht das Wirkungsprinzip auf Schall, also auf Geräuschen. Da diese Geräusche sich aber mit etwa 1,6 MHz in einem Frequenzbereich befinden, der weder für das menschliche Ohr noch für das Gehör des Hundes wahrnehmbar ist, empfinden wir diese Zahnbürsten in der Tat als geräuschlos.

Ultraschallzahnbürsten für HundeUltraschallzahnbürsten für Hunde

In der menschlichen Zahnhygiene hat die Ultraschallzahnbürste längst mit Erfolg Einzug gehalten. Für Haustiere gab es bislang nur die Megasonex M8, die sowohl für Menschen als auch für Hunde geeignet ist. Inzwischen hat die Firma Emmi Ultrasonic GmbH ihre emmi®dent-Technologie speziell auf die Bedürfnisse von Hunden und Katzen angepasst. So entstand die emmi®pet Ultraschallzahnbürste speziell für Tiere. Sie übertrifft die Vorteile einer elektrischen Zahnbürste, ohne mit deren Nachteilen behaftet zu sein. Beruhigend ist auch, dass die emmi®pet Ultraschallzahnbürste mit ihrer Leistung von nur 0,2 Watt mehr als deutlich unter dem für unbedenklich bescheinigten Grenzwert von 50 Watt liegt. Die Zahnreinigung selbst gestaltet sich nicht nur schneller und effektiver, sondern arbeitet durch den Wegfall des mechanischen Bürstens auch schonender und für den Hund deutlich angenehmer. Im Gegensatz zu der elektrischen Zahnbürste ist die Eingewöhnungszeit somit sogar kürzer, als bei einer Handzahnbürste. Mit einem Preis von knapp 200 Euro ist diese Ultraschallzahnbürste allerdings auch die teuerste Variante der Zahnhygiene. In unserer E-Paper-Ausgabe 2/2018 können Sie bis zum 15. September 2018 eine emmi®pet Ultraschallzahnbürste im Wert von 199,00 € gewinnen.

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