Wenn der Diensthund in Rente geht

Der Partner mit der grauen Schnauze

Wenn der Diensthund in Rente geht

Wenn der Partner mit der grauen Schnauze in Rente gehen muss, wird es für den Diensthundeführer teuer. Bund, Bayern und Niedersachsen bleiben fair.

Irgendwann kommt für jeden Diensthund der Tag, an dem er aus dem aktiven Polizeidienst austreten muss. Er bringt nicht mehr die Leistung und ist krankheitsanfälliger. Für den ehemaligen Polizeihund beginnt nun der wohlverdiente Ruhestand, doch für den Hundeführer bedeutet dies zum Teil recht hohe Kosten stemmen zu müssen. Während des Dienstes war der Hund noch Eigentum der Polizei, also des Bundes oder des entsprechenden Bundeslandes. Eine Hundesteuer gab es nicht und eine Tierhalterhaftpflichtversicherung musste auch nicht abgeschlossen werden. Auch für die Tierarztkosten kam die Polizei auf. Für Futter und Unterkunft bekam der Diensthundeführer eine Aufwandsentschädigung, deren Höhe Bund und Länder unterschiedlich festlegen.

Schluss, aus, Rente

Mit dem Ruhestand endet der Status Diensthund; zumindest bei der Landespolizei. Das Land verschenkt den aus dem Dienst geschiedenen Hund an den Hundeführer, der nun mit Hundesteuer, Versicherung, Tierarzt etc. alleine dasteht. Die Aufwandsentschädigung für die Pensionisten ist so gering, dass einige Bundesländer diese komplett verweigern. Positiv stechen hier der Bund, Bayern und Niedersachsen hervor. Hier stehen die Diensthundeführer mit den Kosten zumindest nicht völlig im Regen. Natürlich muss auch jeder private Hundehalter diese Kosten selber tragen, ohne darüber jammern zu dürfen, doch darf man den Spezialfall Diensthund nicht 1:1 auf den privaten Hund übertragen. Es kommt nicht selten vor, dass Polizistenpaare beide Diensthundeführer sind. So haben sie nach der Pensionierung ihrer Diensthunde zwei Senioren und zwei aktive Polizeihunde zu versorgen. Was dabei von den Polizisten mit ihrem verhältnismäßig geringen Einkommen aus eigener Tasche finanziert werden muss, ist mit der Fürsorgepflicht des Dienstherrn nicht vereinbar.

Mehr dazu in unserem E-Paper 2/2017