Warnung vor Norwegen-Reisen

Unbekannte Hundeseuche in Norwegen

Warnung vor Norwegen-Reisen

Tödliche Hundeseuche in Norwegen

Plötzliche und extreme Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Erbrechen und blutiger Durchfall. Das sind die Symptome der neuen Hundeseuche, die in Norwegen derzeit die Hundebesitzer in Angst und Schrecken versetzt. Forscher arbeiten mit Hochdruck daran, der neuen Krankheit auf die Spur zu kommen, doch bisher gibt es keine konkreten Erkenntnisse. Die Zahl der betroffenen Tiere ist nicht genau bekannt, da es in Norwegen, wie auch in anderen skandinavischen Ländern, ein zentrales Gesundheitsregister für Erkrankungen bei Hunden nicht gibt. Die Angaben schwanken von mindestens 100 bis zu 200 betroffenen Hunden. Mehr als 25 sind bereits verstorben. Was die Ursache betrifft, tappen die Forscher noch im Dunklen. Bakterien, Viren, Pilze, Algen oder Parasiten könnten verantwortlich sein. Es sind aber auch andere Ursachen denkbar. Ein Formular, in dem alle blutigen Durchfallerkrankungen seit dem 1. August gemeldet werden sollen, wurde an alle Tierärzte und Tierkliniken verschickt. Die Forscher versprechen sich hiervon wertvolle Hinweise.

Nur 24 Stunden

Mit Sicherheit konnten lediglich Vergiftungen und Infektionen mit Salmonellen oder dem Durchfallerreger Campylobacter als Ursache ausgeschlossen werden. Sicher weiß man nur, dass die Krankheit rasend schnell verläuft und ein Hund bereits nach 24 Stunden tot sein kann. Wer eine rapide Verschlechterung des Allgemeinzustands seines Hundes und blutigen Durchfall feststellt, sollte sofort einen Tierarzt aufsuchen und die Ankunft vorab ankündigen, damit der Hund sofort und von anderen Hunden separiert behandelt werden kann. Bei rechtzeitiger Behandlung haben die Hunde eine reelle Überlebenschance. Ob die Krankheit ansteckend ist und wie sie übertragen wird, darüber gibt es bisher keinerlei Erkenntnisse. Vorsichtshalber wurden alle Events mit Hunden in Norwegen abgesagt.

Einsamer Gassi-Gang

Halter von Hunden werden aufgefordert, Ansammlungen von Hunden zu meiden. Es wird empfohlen, den Hund weder an Artgenossen riechen noch ihn mit diesen spielen zu lassen. Selbst eine Begrüßung der Hunde sollte unterbunden werden. Die einsame Gassi-Runde an der kurzen Leine ist in Norwegen derzeit trauriges Pflichtprogramm.

Warnung vor Reisen nach Norwegen

Akute Gefahr, unbekannte Ursache und das Risiko, dass sich die Hundeseuche bis nach Österreich ausbreiten könnte, veranlasste offizielle Stellen dazu, die Alarmglocken zu läuten. So rät der Verband Deutscher Schlittenhundesport-Vereine (VDSV) dazu, nicht mit Hunden nach Norwegen zu reisen. Die Warnungen kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Norwegen selbst. So gab auch die norwegische Behörde für Lebensmittelsicherheit (NFSA) entsprechende Warnungen aus. So lange die Ursache nicht geklärt und die Gefahr gebannt ist, sollten geplante Reisen nach Norwegen gestrichen und bereits gebuchte Reisen storniert werden, sofern man gedenkt, mit seinem Hund zu verreisen.

Update zur Hundeseuche in Norwegen 29-04-2020

Im Herbst vergangenen Jahres sorgte die Hundeseuche in Norwegen für Angst und Schrecken. Auch aus Deutschland gab es Meldungen über Todesfälle, die mit der norwegischen Hundeseuche in Zusammenhang gebracht wurden. Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurden mehrere Fälle aus Bad Oldesloe gemeldet. Diese konnten jedoch nicht eindeutig bestätigt werden. Im Februar 2020 meldete der MDR drei Fälle aus Boizenburg in Mecklenburg Vorpommern. Bei einem der drei verstorbenen Hunde sei eindeutig das für die norwegische Hundeseuche verantwortliche Bakterium festgestellt worden. Ob die drei Hunde jedoch tatsächlich an der norwegischen Hundeseuche gestorben sind, sei unklar, da alle drei Hunde bereits alt und geschwächt waren. Die drei neuen Fälle würden nun von der Bundestierärztekammer genauer untersucht.

Kein Grund zur Panik

Wir fragten bei der Bundestierärztekammer nach, was denn bei der Untersuchung herausgekommen sei. Die Bundestierärztekammer zeigte sich über unsere Anfrage überrascht und wir waren über die Antwort überrascht. Da die Bundestierärztekammer über keine Labore verfügt, kann sie solche Fälle auch nicht näher untersuchen. Auch die Fälle aus Boizenburg waren dort nicht bekannt. Was die norwegische Hundeseuche angeht, so gibt es hierzu eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte Nachricht ist die, dass bis heute die Ursache für die norwegische Hundeseuche nicht ermittelt werden konnte. Die gute Nachricht besagt, dass seit Dezember keine neuen Fälle bekannt wurden. Weder aus Norwegen, noch aus Deutschland.

Letzter Stand der Dinge

Das Norwegian Veterinary Institute und die Norwegian Food Safety Authority betrachte die norwegische Hundeseuche in ihrer Pressemitteilung vom 16.12.2019 als beendet. Sämtlich Analysen ergaben jedoch keine eindeutigen Hinweise auf die Ursache. Durchfall, auch blutiger Durchfall, ist bei Hunden nicht ungewöhnlich und kann auf diverse ansteckende und nicht ansteckende Krankheiten hinweisen. Ungewöhnlich waren hingegen die vermehrten Krankheitsfälle innerhalb kürzester Zeit. Vermutete wurde, dass das Bakterium Providencia alcalifaciens als Auslöser verantwortlich sei, was nicht wirklich bestätigt werden konnte. Es ist bisher nicht bekannt, dass Providencia alcalifaciens so weitreichende Ausbrüche mit schweren Symptomen verursachen kann. Untersuchungen haben jedoch den Verdacht bestärkt, dass Providencia alcalifaciens zum Ausbruch der Krankheit beigetragen hat. Dies zu erforschen, wird die Aufgabe der kommenden Monate bleiben. Genetische Untersuchungen des aus erkrankten Hunden isolierten Bakteriums ergaben zumindest, dass alle Bakterien möglicherweise aus der gleichen Quelle stammten. Die Infektionsquelle sei noch nicht bekannt, erklärte Tierärztin Hannah Joan Jørgensen vom Veterinary Institute.

Alles im grünen Bereich

Derzeit gibt es keinerlei Hinweise auf eine akute Gefahr bezüglich der norwegischen Hundeseuche und Reisen nach Norwegen sind inzwischen wieder so sicher oder unsicher wie in jedes andere Land auch. Mit der Behauptung „alles im grünen Bereich“ sollte man jedoch vorsichtig bleiben. Die norwegische Hundeseuche kam plötzlich und verschwand auch plötzlich. Keiner kennt die genaue Ursache. Grund zur Panik besteht nicht, jedoch sollte man bei Anzeichen von Durchfall, oder gar blutigem Durchfall, sofort einen Tierarzt aufsuchen, um die norwegische Hundeseuche bestenfalls auszuschließen; schlimmstenfalls jedoch rechtzeitig behandeln zu können.

2 Kommentare

  1. Man sollte, wenn man schon solche „Warnungen“ und Schreckensmeldungen öffentlich verkündet, ein Erscheinungsdatum anführen. So erkennt der Leser, ob noch akut oder „eine reißerische Kamelle“ …

  2. Stimmt. Nur ist es ein enormer Aufwand, das Erscheinungsdatum automatisch einzupflegen. Bei einem kostenlosen Angebot, welches auch nicht durch Werbung gesponsert wird, nicht machbar. Bei Artikeln wie diesem ist jedoch ein Erscheinungsdatum elementar. Stimmt vollkommen und es hätte manuell hinzugefügt werden müssen. Wir haben dies jetzt mit einem Update kombiniert und den Fehler so ausgebügelt. Es würde uns freuen, wenn Sie unsere Artikel auch weiterhin so konzentriert verfolgen und mit konstruktiver Kritik an der kontinuierlichen Verbesserung von Dog Aktuell – Das Hundemagazin mitwirken.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.