Tödliche Dummheit

Tag täglich arbeitet die Polizei für unsere Sicherheit. Die Polizisten setzen dabei nicht selten ihre Gesundheit und ihr Leben aufs Spiel. Oftmals muss innerhal von Bruchteilen einer Sekunde eine Entscheidung getroffen werden, die über Leben oder Tod entscheidet. Dass diese Entscheidungen nicht immer richtig sein können liegt in der Natur der Sache und ist bei objektiver Betrachtung verständlich. Obwohl den Polizisten in solchen Fällen keine Vorwürfe gemacht werden dürften, werden sie von der Presse dafür zerrissen. Es gibt aber auch Fälle, in denen gleich mehrere Fehler auf einmal gemacht werden. Fehler, die vermeidbar gewesen wären. Besonders tragisch ist es, wenn durch solche Fehler auch noch ein unschuldiger Hund getötet wird und seine Besitzerin noch Jahre später von dem Vorfall traumatisiert ist. Kein Mensch ist ohne Fehler und wer meint, ohne Fehler zu sein, der werfe den ersten Stein. Wenn allerdings zu diesen Fehlern nicht gestanden wird und das fehlerhafte Verhalten auch noch als richtig dargestellt wird, dann muss sich auch die Polizei die Kritik von Dog Aktuell gefallen lassen. Die Rede ist von einem Vorfall, über den SOKA Run e.V. berichtete. Hiernach haben zwei Polizeibeamte nachts um zwei Uhr bei der Halterin der American Staffordshirehündin geläutet. Nachdem die Freundin ihres Sohnes den Türöffner betätigte, kamen die Polizisten die Treppe hinauf. Auf ihr fragendes „Hallo“ sei jedoch keine Antwort gekommen. Auch wenn an der Sprechanlage nicht gefragt wurde, um wen es sich handele, hätten die Polizisten sich als Polizei zu erkennen geben müssen. Gerade wenn jemand nachts um zwei Uhr die Tür ohne nachzufragen öffnet, ist dieser entweder völlig verschlafen, oder erwartet jemanden. Letzteres war hier der Fall. Die Frau hatte keinerlei Veranlassung, den Hund vor ihrem erwarteten Freund wegzusperren. Als der inzwischen neugierig herbeigekommene Hund von dem Polizisten mit der Waffe bedroht wurde und dieser „Tun sie den Hund weg“ geschrieen hatte, ist es für jeden Hund normal, dass er dann zu bellen beginnt. Dieses natürliche Verhalten wurde selbst von dem Polizeisprecher als normales Verhalten bestätigt. Statt eines ruhigen „sperren sie bitte ihren Hund weg“ panisch zu schreien, war Fehler Nummer zwei. Der Hund soll angeblich knurrend und zähnefletschend auf den Polizisten zugelaufen sein, weshalb dieser in „Notwehr“·zweimal schoss. Dass dies nicht so gewesen sein kann, zeigt die Tatsache, dass sein wohl etwas klügerer und besonnenerer Kollege nicht die Waffe gezogen und wild durch die Gegend geschossen hatte. Etwas Hundesachverstand reicht aus, um zu wissen, dass ein Hund in der Regel den Eindringling lediglich stellt, bedroht und auf weitere Kommandos wartet. Etwas mehr Hundesachverstand hätte dazu geführt, dass der Polizist ruhig geblieben wäre, denn American Staffordshire Terrier sind Hundekennern als besonders sanftmütig, schmusesüchtig und verspielt bekannt. Eine Gefahr geht von diesen Hunden nicht aus, wohl aber von Polizisten, die bei der kleinsten Kleinigkeit die Nerven verlieren und die Dienstwaffe missbrauchen. Das Polizeibeamte, laut Aussage des Pressesprechers, während ihrer Ausbildung nicht lernen, wie sie auf die Begegnung mit Hunden reagieren sollen, ist traurig, aber nicht das Problem der Hundehalterin, die ihren Hund angemeldet und entsprechend hohe Hundesteuer zu bezahlen hat. Sicher ist es den Beamten nicht zuzumuten bei der Verfolgung eines Verdächtigen vorher auf dem Gemeindeamt nachzufragen, ob und was für ein Hund an einer bestimmten Adresse gemeldet ist, zumal dies um diese Uhrzeit auch gar nicht möglich gewesen wäre, doch Beamte mit einem so schwachen Nervenkostüm stellen eine potenzielle Gefahr für die Öffentlichkeit dar und sind vom Aussendienst zu suspendieren. Es ist traurig, dass die Polizei nicht die Grösse zeigt, zu dem Fehler ihres Beamten zu stehen. Eine ausgesprochene Sauerei hingegen ist es, die Halterin für die Kosten, die durch das mehrfache Fehlverhalten des Polizisten entstanden sind, genausowenig zu entschädigen, wie für das ihr zugefügte Leid. Es ist an der Zeit, dass Polizisten auf die Begenung mit Hunden geschult werden und dass Polizeibeamte ihre Hundekenntnisse nicht aus den Schauermärchen der Boulevardpresse beziehen. Schliesslich sollte es niemand besser wissen, dass über 90% der dort abgedruckten Berichte wahrheitsverdreht, erfunden und erlogen sind, als die Polizei.