Tierische Demokratie

Demokratie bei Hunden

Tierische Demokratie

Die Demokratie wird weitläufig als Errungenschaft zivilisierter Menschen bezeichnet. Tatsächlich hat der Mensch die Demokratie nur abgekupfert.

Dass der Mensch die Demokratie nicht erfunden hat, ist eine Behauptung von Verhaltensbiologen, die ihre These damit begründen, dass ähnliche Entscheidungsprozesse auch in den Gruppen von Pavianen und Vögeln ablaufen. Neben dem demokratischen System gibt es bei anderen Tierarten ein hierarchisches System, indem das Leittier den Ton angibt. Hierzu zählen wir unter anderem Wölfe und auch Hunde. Nach den Beobachtungen eines internationalem Team von Wissenschaftlern muss hier jedoch eine Teilberichtigung erfolgen. Bei den vom Aussterben bedrohten Wildhunden in Botswana, nördlich von Südafrika, machten die Wissenschaftler eine außergewöhnliche Entdeckung.

Hatschi statt Halali

Nach der Ruhephase zeigen die Wildhunde ein seltsames Begrüßungsverhalten. Sie niesen. Anschließend begibt sich das Rudel gemeinsam auf Beutejagd. Bisher nahm man an, dass die Hunde mit dem Niesen ihre Atemwege freimachen. Die Wissenschaftler beobachteten daraufhin fünf verschiedene Rudel. Insgesamt werteten sie die Beobachtungen von 68 Zusammentreffen aus und gelangten zu einer überraschenden Erkenntnis. Je mehr Hunde niesten, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass anschließend eine gemeinsame Jagd erfolgte. Das Niesen ist demnach das Abstimmungssystem der Wildhunde, ob eine Jagd beginnen soll, oder nicht.

Alle Hunde sind gleich, manche etwas gleicher

Interessant ist, dass bei Abstimmungen, an denen ranghöhere Hunde teilnehmen, weniger Hunde niesen. Damit sollen nicht etwa lange Diskussionen vermieden werden, es bedeutet schlicht und einfach, dass die Stimmen der dominierenden Hunde mehr Gewicht haben. Mensch und Hund sind sich eben doch sehr ähnlich.