Tierheim Wuppertal muss schließen

Die Presse gibt ihm noch den Rest

Tierheim Wuppertal muss schließen und die Presse tritt mit Lügen nach. Wahrheitsgemäße Gegendarstellung wurde verweigert.

„Mit Elan vor die Wand gefahren“

© DogAktuell.de
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So war es in der Wuppertaler Rundschau zu lesen. Die Redakteurin Sabina Bartolomä wirft dem Tierheim Wuppertal in diesem Beitrag vor, Sparmaßnahmen nicht, bzw. zu spät ergriffen zu haben, leichtfertig Umbaumaßnahmen vorgenommen zu haben, die nicht zu finanzieren seinen, zu wenig Aktivitäten zur Spendensammlung gezeigt hätten etc. Verständlicherweise war das Tierheim Wuppertal nicht sonderlich begeistert von diesem Beitrag, der obendrein dazu führte, dass Mitglieder austraten, Spendenzusagen zurückgenommen und Patenschaften gekündigt wurden. Dem ohnedies schon am Boden liegenden Tierheim hat dies einen weiteren wirtschaftlichen Schaden zugefügt. Laut einem Artikel von diestadtzeitung.de ist der Neubau eines großen Vorzeigetierheims geplant, dass für die Städte Wuppertal, Remscheid und Solingen zuständig sein soll. So ein Tierheim kostet natürlich viel Geld. Dank des Artikels in der Wuppertaler Rundschau wurde der mögliche Beitrag des Tierschutzvereins Wuppertal e. V. um einiges geschmälert. Gut gemacht, Frau Bartolomä.

Wenn es aber doch der Wahrheit entspricht

Mit einer Gegendarstellung hat das Tierheim Wuppertal sämtliche Vorwürfe dieses Artikels widerlegen können. Ob diese Gegendarstellung der Wahrheit entspricht, oder nur der verzweifelte Versuch einer Rechtfertigung ist, kann im Grunde genommen nur dann beurteilt werden, wenn der Fall des Wuppertaler Tierheims genau untersucht, und die Bücher genau geprüft werden. Mit den bloßen zwei Darstellungen stellt sich lediglich die Frage, wer am besten lügt. Sollten die Vorwürfe der Wuppertaler Rundschau zutreffend sein, so wäre es bei ordnungsgemäßer Recherche ein Leichtes, die Gegendarstellung zu drucken und mit den eigenen Rechercheergebnissen gleich wieder zu zerreißen. Stattdessen wurde der Druck einer Gegendarstellung jedoch abgelehnt und lediglich ein Leserbrief des Tierheims als Gegendarstellung gedruckt. Auch eine Stellungnahme des Redaktionsleiters erfolgte trotz Aufforderung nicht. Ein klares Indiz dafür, dass hier wieder einmal etwas zusammenfantasiert wurde, was sich gut verkaufen lässt. Getreu dem Motto: Wer die Wahrheit wissen will, soll sich keine Zeitung kaufen.

Mitverschulden

Dass selbst diesem Artikel der Wuppertaler Zeitung ein Körnchen Wahrheit anhaftet, kann freilich nicht ausgeschlossen werden. So gab das Tierheim Wuppertal in seiner Stellungnahme an, dass die Tierärztin den Verein nicht verlassen hätte, sondern der Vertrag mit ihr seitens des Tierheims gekündigt wurde, weil diese zu teuer war. Als Beleg führte das Tierheim die Tierarztkosten i. H. v. 42.937,98 EUR für 5 ½ Monate an. Die Kosten des neuen Tierarztes beliefen sich in den folgenden 6 ½ Monaten dagegen nur auf 17.630,08 EUR. Was zunächst plausibel erscheint, wirft jedoch zwangsläufig die Frage auf, ob bei diesem Preisunterschied ein Wechsel nicht schon früher hätte stattfinden müssen. Möglicherweise hat das Tierheim Wuppertal tatsächlich hier und da zu viel Geld ausgegeben. Gleichzeitig muss man aber auch beachten, dass ein Tierschutzverein sich in erster Linie um das Wohl der Tiere kümmert und seine Aufmerksamkeit nicht schwerpunktmäßig auf Kosteneinsparung und Gewinnoptimierung lenkt. Dies könnte man dem Tierheim Wuppertal eventuell zum Vorwurf machen, doch sollte man gleichzeitig bedenken, was dabei herauskommt, wenn auf Profit gearbeitet wird. Ein klassisches Beispiel, was davon abschrecken sollte, ist Peta.