Terror-Dackel vor Gericht

Die Blutrache der Dackel-Terroristen

Aktuell ist es nicht

Der Fall ist zwar schon 14 Jahre alt und die „Terrordackel“ sind vielleicht schon verstorben, doch nach den vielen ernsten und traurigen Themen der letzten Zeit möchten wir unsere Leser mit etwas Lustigem unterhalten.

Der Sachverhalt

Der Kläger gibt an, von drei Rauhaardackeln (Mutter, Tochter und Enkelin) gebissen worden zu sein und forderte Schadensersatz und Schmerzensgeld. Kein ungewöhnlicher Fall. Nimmt man jetzt noch die Tatsache, dass der Biss zu keinem Zeitpunkt von der Beklagten bestritten wurde, fragt man sich, warum dieser Fall vor dem Amtsgericht landete. Genau an diesem Punkt, beginnt der Fall richtig lustig zu werden. Die Beklagte gibt an, dass der Kläger einen der Hunde getreten und die Dackel in Notwehr gehandelt hätten. Der Kläger sah jedoch eher Blutrache als Motiv für die Tat. Immer neue Vorwürfe, Theorien und Ideen, von Sippenhaftung über Dackel-Nothilfe bis zur terroristischen Vereinigung, trieben das Verfahren mehr als 1 ½ Jahre in die Länge.

Richterkragen geplatzt

Nach mehr als 18 Monaten platzte dem Richter der Kragen. In dem Beschluss vom 22. April 2002 hieß es daher: Die Parteien werden darauf hingewiesen, dass dieses absolut ätzende „Horrorverfahren“ bereits seit mehr als 1,5 Jahren das Amtsgericht beschäftigt und sämtliche Dimensionen eines amtsgerichtlichen Verfahrens sprengt; der Umfang von bisher 240 Seiten übersteigt schon ein normales Oberlandesgerichtsverfahren; die Parteien reichen ständig neue Schriftsätze ein, insoweit steht es inzwischen 16:11 für den Kläger. Dadurch wird dem Gericht jede Möglichkeit einer endgültigen, zeitaufwendigen Durcharbeit dieser entsetzlichen Akte und für die Absetzung einer Entscheidung genommen …

Den Vorwurf einer terroristischen Dackelvereinigung wies das Gericht mit der Begründung zurück, dass eine terroristische Vereinigung unter Anderem Ziele wie, Mord, Völkermord, Totschlag, bzw. schwere körperliche oder seelische Schädigung von Personen verfolge. Diese Absichten konnten bei den Dackeln nicht nachgewiesen werden.

Wenngleich durch die enge verwandtschaftliche Beziehung zwischen den Dackeln ein gewisser Solidaritätseffekt erkennbar ist, so konnte dennoch nicht mit Sicherheit festgestellt werden, dass der Angriff im Rahmen einer „Dackel-Nothilfe“ erfolgte. Auch für den Gedanken der Sippenhaft oder Blutrache konnten nicht genügend Anhaltspunkte erbracht werden.

So wurde dem Kläger nach dem Halterhaftungsparagrafen § 833 BGB Schadensersatz und Schmerzensgeld zugesprochen, jedoch nicht in der geforderten Höhe. Strafe muss sein.

Schade

Schon fast bedauerlich, dass dieser Fall nicht weiter untersucht wurde. Vielleicht hätte man den Dackeln ja noch Drogenschmuggel, illegalen Waffenhandel, Autoschieberei und Schutzgelderpressung nachweisen können.