Staffordshire Terrier soll zwei Menschen getötet haben

War es der Staffordshire Terrier oder war es Mord?

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Staffordshire Terrier soll zwei Menschen getötet haben

Die Presse ist sich bereits wieder einig, dass es der Staffordshire Terrier war, der in Hannover zwei Menschen tötete. Doch die Infos deuten auf Mord.

Sehr knapp und sehr offen wurde die Pressemitteilung der Polizei gehalten, doch der Presse reichte es. In den Schlagzeilen hieß es: Staffordshire-Terrier beißt zwei Menschen tot (Süddeutsche Zeitung), Killer-Kampfhund beißt Mutter und Sohn tot (heute.at), Kampfhund beißt Mutter und Sohn tot (Welt.de) oder Hannover: Kampfhund tötet Mutter (52) und Sohn (27) in ihrer Wohnung (RTL Next). Alle zitierten aus der Pressemitteilung der Polizei, doch niemand schien aufmerksam zu lesen.

Wieso beißt ein Staffordshire Terrier Menschen?

American Staffordshire Terrier gehören zu den Hunden, die einst für Hundekämpfe gezüchtet wurden. Bei dieser Zucht wurden „Men Biter“ ausselektiert. Noch heute geht es den Hunden der Rassen, die einst für Hundekämpfe gezüchtet wurden, gegen die Natur, Menschen anzugreifen. Selbstverständlich kann es dennoch vorkommen, dass auch ein American Staffordshire Terrier einen Menschen anfällt. Dies kann drei mögliche Ursachen haben:

1.) Es handelt sich um einen verhaltensgestörten Vertreter dieser Rasse. Insbesondere durch gewissenlose Vermehrer, die Hunde aller Rassen auf illegale Weise und unter grausamsten Bedingungen nach Deutschland einführen, nimmt die Zahl der verhaltensgestörten Hunde dramatisch zu. Nicht artgerechte Haltung, sowie Über- oder Unterforderung können ursächlich für Verhaltensstörungen sein. Ein solcher Hund hätte jedoch auch die Feuerwehrmänner angefallen. 1. Sie dringen in sein Territorium ein. 2. Sie tragen Uniform und 3. Der Hund ist durch den Vorfall gestresst. Doch der Hund lässt sich von den Männern der Berufsfeuerwehr einfangen.

2.) Der Hund wurde gebrochen und es wurde ihm ein Kommando zum Angriff auf die Mutter mit ihrem Sohn gegeben. In diesem Falle wäre es Mord.

3.) Der Hund ist völlig normal und hatte zur Tatzeit einen unerklärlichen Aussetzer. Ein Fall, der theoretisch denkbar wäre, jedoch ähnlich wahrscheinlich, wie vom Blitz getroffen zu werden. Eine Variante, die möglich ist und daher von der Polizei untersucht werden muss. Wir können diese Variante allerdings vernachlässigen, da genügend Indizien gegen diese Möglichkeit sprechen.

Ungewollt gebrochen?

Es wäre schon fast ein Wunder, wenn nicht auch nach diesem Fall wieder unzählige Anwohner die Gefährlichkeit des Hundes bezeugen würden. Ein Phänomen, welches einst in Antendorf dramatischen Formen angenommen hatte. Hier jedoch scheint es etwas anders zu sein. Der Hund soll immer weggesperrt worden sein, wenn Fremde in die Wohnung kamen und auch draußen wurde der Hund stets an der kurzen Leine geführt und um alle Passanten einen großen Bogen gemacht. Dabei soll er die Passanten mit gefletschten Zähnen angeknurrt haben. Weiterhin soll der Mann nur nachts den Hund ausgeführt haben. Möglicherweise hat der Hund im Laufe der Jahre dadurch einen psychischen Schaden bekommen, der letztlich zu diesem Unglück führte. Im Zimmer des 27-Jährigen soll sich ein Stahlzwinger befunden haben, in dem der Hund regelmäßig eingesperrt wurde, wenn der 27-Jährige das Haus ohne Hund verließ oder wenn Besuch kam. Eine denkbare Erklärung, die allerdings mit Skepsis zu betrachten ist. Auch in Antendorf gab es zahlreiche Hinweise in ähnlicher Form, die sich allesamt als unwahr herausstellten. „Zeugen“ sagen viel aus, nur um für zwei Sekunden ins Fernsehen zu kommen oder in der Zeitung erwähnt zu werden. Im Tierheim zumindest zeigte der Hund zumindest keine gesteigerte Aggressivität. Was also an den Zeugenaussagen dran ist, wird die Polizei ermitteln müssen.

Keine Angaben zum Staffordshire Terrier

In der Pressemitteilung ist kein Wort über den Zustand des Staffordshire Terriers verloren worden. Hat er selber auch Bisswunden von einem anderen Hund oder von anderen Hunden? Hat er Verletzungen, die auf einen Kampf hinweisen? Er soll eine 52-jährige Frau und ihren 27-jährigen Sohn getötet haben. Sie sollen sich wehrlos haben töten lassen? Der Hund konnte sie unmöglich gleichzeitig töten. Es musste nacheinander geschehen. Die zweite Person hat sicherlich nicht tatenlos zugesehen und gewartet, bis sie an der Reihe ist. Der Hund müsste daher selber auch ernsthafte Verletzungen haben. Informationen hierzu sucht man in der Pressemitteilung vergebens.

Blut oder kein Blut?

Beißt ein Hund nacheinander zwei Menschen tot, so ist es unvermeidbar, dass auch sein eigenes Fell nicht unerheblich mit dem Blut seiner Opfer bespritzt wird. Sollte es der beschuldigte Hund gewesen sein, der die zwei Menschen getötet hat, so müssten erheblich Blutspuren in seinem Fell nachweisbar sein. Auch im Umfeld müsste sich den ermittelnden Polizisten ein blutiges Bild des Grauens geboten haben. Ob dem so war oder nicht, geht aus der Pressemitteilung ebenfalls nicht hervor. War der Hund vielleicht nur um die Schnauze herum blutig? Dann würde er als Täter ausscheiden.

Leichen riechen anders

Denkbar wäre auch, dass der Hund eine blutige Schnauze hatte. Dies könnte darauf hinweisen, dass der Hund das Kommando erhielt, die zwei bereits getöteten Personen an lebensgefährlichen Stellen zu beißen. Was ein Staffordshire Terrier bei lebenden Personen in der Regel nie tun würde, kann bei Leichen von ihm verlangt werden. Direkt nach dem Tod verändert der Mensch seinen Geruch. Der Hund beißt somit keinen „Menschen“ mehr, sondern eine Leiche. Ort und Tiefe der Verletzung lassen darauf schließen, dass der Hund die beiden Personen getötet hatte. Sind die Opfer jedoch bereits seit einigen Minuten tot, so läuft zwar Blut, aber es spritzt nicht mehr. Somit wäre lediglich die Schnauze des Hundes blutig.

Ist der Rechtsmediziner unfähig?

Die Antwort vorweg: Nein, er ist nicht unfähig. Auch hier haben die Pressekollegen etwas zu flüchtig gelesen. In der Pressemitteilung hieß es: „Nach ersten Untersuchungen durch einen Rechtsmediziner wurden die 52-Jährige und ihr 27-jähriger Sohn offenbar von dem Hund getötet.“ Dieser Passus wurde sogar mehrfach zitiert. Die ersten Untersuchungen nimmt der Rechtsmediziner am Tatort/Fundort vor. Diese Untersuchung ist zunächst einmal eine überwiegend visuelle Untersuchung. Ort und Tiefe der Bissverletzungen ließen diese erste Diagnose zu. Ob dies jedoch die wahre Todesursache war oder nur von der tatsächlichen Todesursache ablenken sollte, kann nur eine Obduktion bestätigen oder widerlegen.

Angehörige sah eine leblose Person durch das Fenster

Auch nicht weiter erklärt wurde die Frage, wie die Angehörige die leblose Person durch das Fenster sehen konnte. Befand sich die Wohnung der Opfer im Erdgeschoss dieses Mehrfamilienhauses? Aber selbst die Fenster im Erdgeschoss sind bei diesem Haus mit über zwei Metern recht hoch gelegen. Oder war es eine Wohnung im Souterrain? Während die Pressekollegen mit dem Hund als Täter den Fall bereits gelöst haben, brüten wir nach wie über den unzähligen, ungeklärten Fragen.

Viele Fragen, keine Auskunft

Wir fragten bei der Polizei an, wie unsere offenen Fragen zu beantworten seien. Mit dem Hinweis auf das noch laufende Ermittlungsverfahren wurde uns jedoch auch noch zwei Tage nach der Tat jegliche Auskunft verwehrt. Für die sonst sehr kooperative Polizei Niedersachsen ist dies ausgesprochen ungewöhnlich. Es wurden zwar keine Fragen beantwortet, doch genau dies lässt uns vermuten, dass genau diese Fragen nicht ganz unbegründet sind. Auch die Tatsache, dass der „Zentrale Kriminaldienst Hannover ( … ) die Ermittlungen zur Todesursache aufgenommen“ hat, wie es in der Pressemitteilung heißt, deutet darauf hin, dass die wahre Todesursache noch nicht geklärt ist. Das offizielle Obduktionsergebnis wird für Freitag, den 6. April 2018 erwartet. Fakt ist lediglich, dass wir bei so vielen offenen Fragen, denen jede Menge Ungereimtheiten gegenüberstehen, kein Urteil über den beschuldigten Hund fällen werden.

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