Space Dogs im Kino

Space Dogs - Moskauer Straßenhunde All-gegenwärtig

Space Dogs im Kino

Die Hintergründe von Space Dogs

Die Mischlingshündin Laika ist vermutlich jedem als erster Hund im Weltall bekannt. Um die Hintergründe des Films „Space Dogs“ besser zu verstehen, erst einmal ein kurzer Abstecher in die Geschichte:

Am 4. Oktober 1957 brachte die Sowjetunion mit Sputnik 1 den ersten Satelliten in die Erdumlaufbahn. Für die USA war dies im Wettlauf um die Eroberung des Weltalls eine herbe Niederlage. Sputnik 2 war bereits in Planung und sollte im Dezember 1957 fertiggestellt werden. Nach dem Erfolg von Sputnik 1 beschloss die Sowjetunion, den Start des zweiten Satelliten auf den 7. November 1957 vorzuverlegen. Es war der 40. Jahrestag der Oktoberrevolution und um dem Propagandaeffekt noch zu verstärken, sollte ein Lebewesen mit ins All geschickt werden. Da der Satellit bis zu dem Zeitpunkt nicht fertiggestellt werden konnte, baute man einen neuen und einfacheren Satelliten; Sputnik 2. Der ursprünglich als Sputnik 2 geplante Satellit wurde später als Sputnik 3 gestartet, doch dieser interessiert uns hier nicht. Für den Flug ins Weltall wurde Laika ausgewählt, um die es auch in dem Film geht, da sie bei suborbitalen Testflügen relativ ruhig blieb. Lange Trainingseinheiten waren erforderlich, da Hunde in sehr engen Käfigen keine Fäkalien ausscheiden. Dies musste trainiert werden, genau wie auch die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeit in Gelform. Eine Rückkehr von Laika zur Erde war nicht geplant. Um ihr einen qualvollen Tod beim Eintritt in die Erdatmosphäre zu ersparen, sollte sie nach 10 Tagen im All mit vergiftetem Gel getötet werden. Der termingerechte Start von Sputnik 2 mit der Hündin Laika an Bord war die zweite Ohrfeige für die USA. Da Laikas Tod von vornherein geplant war, gab es weltweite Kritik. Die USA missbrauchten den Deckmantel Tierschutz für Gegenpropaganda. Jetzt kam auch noch die Panne: Sputnik 2 wurde unter hohem Zeitdruck geplant und zum Teil nur nach groben Skizzen gefertigt. Laikas Sensoren zeigten nach dem Start einen extremen Stresslevel an, der jedoch in der Schwerelosigkeit langsam wieder abnahm. Nach fünf bis sieben Stunden gab es keine Lebenszeichen mehr. Vermutlich war das Kühlsystem überfordert und konnte wegen des halbherzigen Hitzeschutzes die Kapsel nicht ausreichend herunterkühlen. Laika starb einen qualvollen Hitzetod, wie Hunderte Hunde Jahr für Jahr in geparkten Autos. Um der Gegenpropaganda keine Nahrung zu geben, wurde der Zeitpunkt und die Todesursache lange geheim gehalten bzw. mit widersprüchlichen Angaben erklärt.

Space Dogs

Um die Jahrtausendwende kamen immer mehr Details ans Licht. Der deutsch/österreichische Film Space Dogs lehnt sich an die Legende an, nach der Laikas Geist zur Erde zurückgekehrt ist und seither durch die Straßen Moskaus streunt. Er handelt von zwei Streunern und deren Leben auf den Straßen im heutigen Moskau. Mit besonders leichten Kameras konnten die Hunde auf Augenhöhe begleitet werden und dabei eine ruhige und dennoch lebendige Kameraführung realisiert werden. Es geht sowohl um die innige Gefolgschaft, als auch um die gnadenlose Brutalität des Lebens auf der Straße. Dabei wird auch ein Blick auf uns Menschen aus der Sicht des Straßenhundes geworfen. Der Bezug zu Laika wird in dem Film in keinem Moment vergessen. Kunstvoll integrierte und bisher unveröffentlichte Originalaufnahmen, geben diesem Dokumentarfilm weitere Highlights. Die Presse ist sich einig: Diesen Film müssen Sie gesehen haben. In diesem Fall stimmen wir den Pressekollegen ausnahmsweise zu.

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