Schuldspruch für den Staffordshire Terrier aus Hannover

Die Obduktion überführte den Staffordshire Terrier als Täter

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Schuldspruch für den Staffordshire Terrier aus Hannover

Die Obduktion überführte den Staffordshire Terrier als Täter

Der Fall um die zwei Toten aus Hannover, die ein Staffordshire Terrier getötet haben soll, warf viele Fragen auf. Nun steht der Hund als Täter fest.

Zwei Menschen wurden getötet und nach der ersten Ansicht der Toten schienen sie von dem Hund der Familie zu Tode gebissen worden zu sein. Der Fall warf viele Fragen auf, über die wir berichteten. Fragen, zu denen eine Obduktion Antworten liefern sollte. Auch wenn der Obduktionsbericht noch nicht vorliegt, so wurde die Staatsanwaltschaft Hannover dennoch im Vorfeld über das Ergebnis der Obduktion informiert. Sie ergab, dass die Todesursachen beider Personen einwandfrei auf die Bisse des Hundes zurückzuführen sind. Vorangegangene Meldungen, wonach der Sohn eines natürlichen Todes gestorben sein soll, seien schlichtweg falsch, wie uns Oberstaatsanwalt Thomas Klinge erklärte. Für eine andere Todesursache haben sich bei der Obduktion keinerlei Hinweise gefunden. Auch gäbe es keinen Hinweis darauf, dass andere Hunde im Spiel gewesen wären.

Handelte der Staffordshire Terrier aus eigenem Antrieb?

Fast acht Jahre lebte der Staffordshire Terrier in der Familie. Nun soll er aus heiterem Himmel seine beiden Halter gleichzeitig getötet haben. Zeugenberichten nach zu urteilen, wurde der Hund isoliert und nur nachts an einer extrem kurzen Leine ausgeführt. Ansonsten wurde er nur auf den Balkon gelassen, der mit Hundekot übersät sei. Außerdem soll der Hund im Zimmer des 27-Jährigen in einem Stahlzwinger eingesperrt worden sein. Haltungsbedingungen, die durchaus dazu führen können, dass irgendwann auch der friedlichste Hund austickt. Dem entgegen stehen die Aussagen, wonach der Tierschutzverein bereits zwei Mal wegen eben dieser Vorwürfe vor Ort war, jedoch keine zu beanstandende Gegebenheiten vorfand. Genauso wird berichtet, dass der 27-Jährige früh morgens und spät abends den Hund an der Schleppleine ausführte. Auch in diesen Aussagen ergibt sich eine Leinendifferenz von einigen Metern. Theoretisch könnte der Hund auch auf seine beiden Opfer gehetzt worden sein. Hierzu gäbe es jedoch nicht den geringsten Anhaltspunkt. Die wahre Ursache für das Verhalten des Hundes bleibt somit ungeklärt.

Fragen bleiben offen

Gleichzeitig kann der Hund die beiden nicht getötet haben. Wieso schritt der 27-Jährige nicht ein, als dieser seine Mutter anfiel? Wäre er eingeschritten, so hätte auch der Hund schwere Verletzungen haben müssen. Es kann also nur so gewesen sein, dass der Hund zunächst den Sohn tötete. Die Mutter, die im Rollstuhl saß, war körperlich nicht dazu in der Lage, ihrem Sohn zu helfen. Doch greift ein Hund nicht zunächst das schwächere Opfer an? Hat niemand in dem Mehrfamilienhaus die Hilferufe gehört? Warum tickte der Hund urplötzlich aus, zeigte dagegen wenig später im Tierheim keine gesteigerte Aggressivität? Auch die Frage nach den Blutspuren auf dem Fell konnte man uns nicht beantworten. War das Fell sauber, oder waren die Blutspuren auf dem Video nur nicht eindeutig zu erkennen? Nachdem der Staffordshire Terrier nun durch den Obduktionsbericht eindeutig als Täter identifiziert wurde, werden, zumindest die meisten dieser Fragen, wohl für immer offen und unbeantwortet bleiben.

5 Kommentare

  1. Es ist unter den Umständen schwer zu glauben,was die Staatsanwaltschaft verlauten lässt.
    Warten wir was weiter pasiert.

  2. Sehr interessant! Der Hund, der gerade 2 Menschen getötet haben soll, hat keinen Tropfen Blut am Körper und ist Fremden gegenüber sehr freundlich? wenn ein Hund tötet, noch dazu 2 Menschen – also grosse Beute – dann kann man das Blut nicht übersehen.

  3. Sich einen Hund zu nehmen, egal welche Rasse, ist unter anderem Verantwortung und Konsequenz. So erzieht man auch Kinder. Das Leben in einem Zwinger ohne jeglichen Auslauf ohne irgendeine Chance auf ein angenehmeres Leben da würde der beste und liebste Hund auf Dauer durchdrehen. Mich ärgert immer, wenn sich jemand einen Hund nimmt und nicht weiss wie man mit der Rasse umgent. Büßen muss jetzt wieder der böse „Kampfhund“, bestimmt sogar nur um aus diesen Lebensverhältnissen rauszukommen. Jetzt muss er dafür sogar sterben ohne jemals die Welt mit anderen Augen gesehen zu haben. Armes Tier. Was der Mensch verbricht muss der Hund büßen.

  4. War der Hund jemals bei einem Tierarzt? Tiere die schreckliche Schmerzen haben können sich im Wesen verändern.

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