Schlittenhunderennen

Es gibt sie vermutlich so lange, wie Hunde vor Schlitten gespannt wurden. Beispielsweise zur Zeit des großen Goldrausches von Klondike wurde eifrig gewettet, wer das schnellste Gespann hatte. Aus diesen kleinen Wettfahrten entwickelte sich 1908 das All Alaska Sweepstakes. Als regelrechter Hundesport legte 1925 der wohl berühmteste Schlittenhund namens Balto den Grundstein. Er führte als Leithund das letzte Team des Iditarod-Trail an. In Gedenken an diesen sogenannten „Serum Run“ entstand 1973 das Iditarod Sled Dog Race, welches als der Urvater der Schlittenhunderennen gilt. Bis heute ist es das nördlichste, härteste und mit über 1.850 Km auch das längste Schlittenhunderennen der Welt. Die offizielle Länge beträgt 1.049 Meilen (ca. 1.688 Km).

Schlittenhunderassen

In der Regel sind es, wie der Name schon sagt, Schlittenhunderassen, die an Schlittenhunderennen teilnehmen. Grundsätzlich sind aber alle mittelgroßen Rassen geeignet, um an Schlittenhunderennen teilzunehmen. So nahm auch einmal ein Pudelgespann am Iditarod-Rennen teil. Es musste jedoch nach zwei Tagen aufgeben, da Pudel an diese extremen, klimatischen Verhältnisse nicht angepasst sind. Aus diesem Grund sollten auf langen Distanzen und bei arktischen Verhältnissen nur Hunde verwendet werden, deren Fell und Kreislauf auf diese Einsätze abgestimmt sind. In erster Linie denkt man bei Schlittenhunden an Huskies, oder genauer gesagt an Sibirian Huskies. Weitere anerkannte Schlittenhunderassen sind der Grönlandhund, der Alaskan Malamute, der Kanadische Eskimohund und der Samojede. Zu den noch nicht, oder nur von einzelnen Zuchtverbänden anerkannten Schlittenhunderassen gehören noch der Alaskan Husky, der Europäische Schlittenhund (auch Scandinavian Hound genannt), der Tschukotskaja Jesdowaja und der Jakutische Laika.
Bei den Zuchten gibt es zwei Linien, die sich kaum voneinander unterscheiden. Die Showdog und die Arbeitslinie. Während die Showdogs auf die optimalen Ausprägungen der Rassemerkmale gezüchtet werden und in erster Linie „Guck-mal-was-ich-hab-Hunde“ darstellen, sind die Hunde der Arbeitslinie die wahren Leistungspakete, die vor dem Hundeschlitten erfolgreich ihre Arbeit verrichten.

Schlittenhunderennen
Bei den Schlittenhunderennen gibt es Sprint-, Mitteldistanz und Langstreckenrennen. Die Sprintrennen erstrecken sich über 10 bis 20 Kilometer und die Mitteldistanzrennen über 20 bis 50 Kilometer. Bei den Langstreckenrennen werden Distanzen im dreistelligen Bereich überwunden. Organisation und Reglement bezüglich der teilnehmenden Hunde, der Anzahl der Hunde im Gespann (Klassen) und der Distanzen liegt bei den Sprint- und Mittelstreckenrennen bei den Schlittenhundesportverbänden oder deren Mitgliedsvereinen.

Das Schlittenhundeteam und der Schlittenhundeführer, der als „Musher“ bezeichnet wird, müssen bei den Rennen zuverlässig zusammenarbeiten. Auch an die Schlitten werden, je nach Rennen, unterschiedliche Ansprüche gestellt. So muss der Schlitten für Langstreckenrennen beispielsweise den Transport von Gepäck ermöglichen.

Training

Jörg Schlemmer&Pina FerreiroEin Schlittenhund wird als Hund mit der Veranlagung zum Ziehen geboren. Ein Schlittenhund ist er deshalb noch lange nicht. Erst ein intensives Training macht aus dem Hund einen echten Schlittenhund. Grundvoraussetzung ist neben dem Arbeitswillen des Hundes ein ausgeprägtes Sozialverhalten und eine geringe Schmerzempfindlichkeit. Insbesondere bei Langstreckenrennen ist ein starkes Herz-Kreislaufsystem wichtig, da nur so der Hund einen Stoffwechsel mit optimaler Nahrungsverwertung entwickeln kann, der es ihm ermöglicht trotz hoher Leistung mit wenig Futter auszukommen. Erfüllt ein Hund diese Voraussetzungen, kann mit ihm trainiert werden. Um bei einem Rennen ein gutes Ergebnis zu erzielen, müssen sie auf kurzen Strecken eine Durchschnittsgeschwindigkeit 20 bis 25 Mph halten, was 32 bis 40 Km/h entspricht. Auf Langstreckenrennen müssen sie immerhin noch mit durchschnittlich 10 bis 14 Mph, also 16 bis 23 Km/h unterwegs sein. Dabei legen die Schlittenhunde während eines Winters bis 10.000 Km zurück. Dies alleine reicht als Training nicht aus. Eine Trainingspause im Sommer würde die erarbeitete Kondition zunichtemachen. Da es im Sommer denkbar schwer ist auf Schnee zu treffen, wird mit Trainingswagen trainiert. Dabei geht es nicht alleine um Kraft und Kondition, sondern auch darum den Platz im Gespann kennenzulernen und die damit verbundene Aufgabe zu erfüllen.