Rettungshunde

Wie auch die Polizeihunde haben die Hunde der Rettungsdienst-Hundestaffel verschiedene Spezialgebiete. Da es bei der Suche nach vermissten Personen oftmals um Leben und Tod geht, setzen die Rettungsmannschaften auf eine Kombination aus Mantrailern, Flächensuchhunden, Suchketten, Helikoptereinsätzen, Wärmebildkameras und Handyortung.
Für die Ausbildung zum Rettungshund werden grundsätzlich alle Hunderassen und auch Mischlinge zugelassen. Wichtig ist, dass der Hund mit Freude und Ausdauer arbeitet und sich Menschen und Artgenossen gegenüber friedlich und freundlich verhält. In gewissen Einsatzsituationen ist es wichtig, dass der Hund in der Lage ist, eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund sind in den Hundestaffeln der Rettungsdienste vorwiegend Hütehunde und Jagdhunde im Einsatz. Für die Fährtensuche, dem sogenannten Mantrailing, das auch aus dem gleichnamigen Hundesport bekannt ist, werden überwiegend Jagdhunde wie beispielsweise der Bloodhound verwendet, da diese Hunde besonders gerne und ausdauernd Nasenarbeit betreiben. Für die Trümmersuche und Flächensuche dagegen kommen alle Hunderassen und Größen zum Einsatz.

Mantrailer
Der Mantrailer ist ein für die Personensuche ausgebildeter Hund, der die Spur einer Person anhand einer Geruchsprobe, beispielsweise der Zahnbürste, eines T-Shirts oder der Kopfstütze aus dem Auto, folgen kann, sofern der Ausgangspunkt oder ein anderer konkreter Punkt auf dessen Weg bekannt ist. Lange Zeit waren Mantrailer nur in den Hundestaffeln von Polizei, Rettungsdiensten und Katastrophenschutzorganisationenen zu finden. Seit geraumer Zeit hat sich das Mantrailing aber auch zu einer beliebten Hundesportart entwickelt.

Flächensuchhunde
Im Gegensatz zum Mantrailer arbeitet der Flächensuchhund ohne Geruchsprobe. Er wittert den Geruch lebender Personen und spürt diese auf. Der Einsatz dieser Hunde ist auf fast jeder Geländeform und selbst in der Nacht möglich. Flächensuchhunde kommen zum Einsatz, wenn der Suchbereich der vermissten Person eingegrenzt werden kann, ohne dass ein konkreter Punkt bekannt sein muss.
Kann die vermisste Person nicht mehr lebend gefunden werden, ist für die weitere Suche ein Leichensuchhund der Polizei einzusetzen, da sich der Geruch von lebenden Personen und Leichen unterscheidet.

Trümmersuchhunde
TrümmersucheBei der Suche nach verschütteten Personen kommen Trümmersuchhunde auf den Einsatzplan. Genau wie auch die Flächensuchhunde reagieren die Trümmersuchhunde auf den Geruch von lebenden Personen. Damit nicht etwa verschüttete Wäschetonnen geborgen werden müssen, reagieren sie nicht auf Kleidungsstücke. Bei größeren Hohlräumen wie Kellern, Gruben und Ähnlichem, kann zwischen der Geruchsaustrittsstelle und der tatsächlichen Lage der vermissten Person eine größere Distanz bestehen. Auch mehrere Geruchsaustrittsstellen sind in diesem Fall durchaus möglich. Hat der Trümmersuchhund alle Geruchsaustrittsstellen angezeigt, muss der Hundeführer anhand derer den ungefähren Lageort der vermissten Person bestimmen.
Keine Angst! Sollten Kontakt- oder Atemgifte im Einsatzbereich vermutet werden, ist der Einsatz von Rettungshunden untersagt.
Ihre Einsatzfähigkeit müssen die Trümmersuchhunde mit der Ablegung einer Prüfung unter Beweis stellen. Diese Prüfung ist alle 18 Monate zu wiederholen.

Zu guter Letzt noch eine Bitte:

Liebe Arbeitgeber, wenn Sie Ihre Angestellten für einen Rettungseinsatz freistellen müssen, ist das zweifelsfrei bitter für jeden Arbeitgeber, doch bedenken Sie dabei, dass es sich dabei nicht um eine vergnügliche Hundesportveranstaltung, sondern um Lebensrettung handelt. Die Männer und Frauen der Rettungshundestaffel verbringen einen Großteil ihrer Freizeit mit der Ausbildung und mit Rettungseinsätzen um Menschenleben zu retten. Vielleicht auch mal das von Ihnen oder Ihrer Familie.

Rettungshundeführer arbeiten mit ihren Hunden ehrenamtlich um anderen Menschen das Leben retten zu können. Rettungseinsätze sind für die betroffenen Personen kostenlos. Jeder, der den Einsatz von Rettungshunden benötigt, kann sich kostenlos an die nächste Rettungshundestaffel wenden. Trotz der ehrenamtlichen Tätigkeit kosten Ausrüstung, Ausbildung, Fahrzeuge etc. viel Geld. Jede kleine Spende, und sei es nur der Gegenwert einer Schachtel Zigaretten, hilft, damit auch in Zukunft weiter Menschenleben gerettet werden können.

Wir danken der Rettungshundestaffel des DRK-Dresden für die Informationen und Bilder zu diesem Beitrag.

Den kompletten Artikel lesen Sie in unserem E-Paper Ausgabe 1/2014