Rauschgiftspürhund / Rauschmittelsuchhund

Wenngleich wir in unserem Bericht Polizeihunde bereits darauf hingewiesen haben, möchten wir es an dieser Stelle nochmals erwähnen, da nach Aussage der Polizei Berlin eine Vielzahl von Falschinformationen kursieren:
Kein Polizeihund sucht Drogen, weil er sich berauschen will, oder Sprengstoff, weil es so schön knallt, wenn man ihn durch die Gegend schleudert, sondern weil er nach dem Auffinden mit seinem Lieblingsspielzeug dafür belohnt wird.
Der direkte Kontakt oder gar das Verschlucken von Drogen kann für den Hund tödlich sein. Der Polizeihundeführer liebt seinen Hund wie Oma ihren Fiffi und er würde nichts zulassen, was seinen Hund gefährden könnte. Diesbezüglich ist ein direkter Vergleich mit Kommissar Rex ausnahmsweise einmal zulässig.
Findet ein Mensch auf der Straße einen 10-Euro-Schein, so wird er diesen vermutlich aufheben. Sollte er keinen finden, so geht er einer Arbeit nach, um sich Geldscheine zu verdienen. Mit diesen Geldscheinen geht er nun in den Supermarkt und tauscht diese gegen Lebensmittel ein. Keiner käme wohl auf die Idee, die Geldscheine direkt zu verzehren. Mit dem Rauchmittelsuchhund verhält es sich nicht anders. Er tauscht die Information „Hier sind Drogen“ bei seinem Herrchen gegen sein Spielzeug ein. Die Suche nach den Drogen ist für den Polizeihund Teil eines Spiels.

Konditionierung

Bei seiner acht bis zwölfwöchigen Spezialausbildung werden in dem Bringsel, einem verschließbaren Röhrchen, diverse Rauschgifte untergebracht. Dadurch lernt der Hund die Gerüche verschiedenartiger Grundsubstanzen von Drogen kennen und kann daher auch noch unbekannte Drogen aufgrund der ihm bekannten Substanzen auffinden. Hat er das Bringsel mit den Drogen gefunden schnupft er kein Kokain zur Belohnung, sondern darf mit seinem Bringsel spielen. Wie alle Spürhunde muss auch ein Rauschgiftspürhund über einen überdurchschnittlich ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb verfügen. Das bedeutet natürlich gleichzeitig, das Spürhunde noch lieber spielen als es andere Hunde ohnedies tun. Sein Spielzeug ist somit für ihn das Größte und nicht die gefundenen Drogen. Ein Polizeihund ist schließlich ein schlaues Tier und kein dummer Mensch.