Polizeihunde aus Österreich haben die Nase vorn

Ohne Polizeihunde geht es nicht mehr, doch Polizeihund ist nicht gleich Polizeihund. Österreich zeigt, wie Polizeihunde ausgebildet werden.

Top-Polizeihunde aus Österreich

Nicht nur die österreichischen Rettungshunde sind überdurchschnittlich erfolgreich, sondern auch die Polizeihunde aus Österreich haben weltweit die Nase vorn. Polizistinnen aus Marokko kommen nach Österreich, um sich zu Hundeführerinnen ausbilden zu lassen und österreichische Polizeihundeausbilder reisen nach Marokko, um dort Polizeihundetrainer auszubilden. Weltweit geben die österreichischen Profis Seminare zur Ausbildung und Spezialausbildung von Polizeihunden. Die Ausbildung der österreichischen Polizeihunde unterscheidet sich dabei kaum von der deutschen Ausbildung, dennoch sind es die Österreicher, die der Welt zeigen, wie erstklassige Polizeihunde ausgebildet werden. Wie sooft sind es die Kleinigkeiten, die den großen Unterschied machen. Das beginnt bereits in der Grundausbildung zum Schutz- und Stöberhund.

Polizeihund in AusbildungGrundausbildung

Mit Ausnahme der Mantrailer werden in Deutschland alle Polizeihunde als Schutzhunde ausgebildet. Das ist weitgehend bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass auch deutsche Polizeihunde in der Grundausbildung zum Stöberhund ausgebildet werden. Sowohl der deutsche, als auch der österreichische Stöberhund im Polizeidienst sucht nach Gegenständen, denen ein frischer, menschlicher Geruch anhaftet. So können auch versteckte oder verlorene Beweismittel gefunden und sichergestellt werden. Der österreichische Polizeihund kann jedoch noch mehr. Er ist obendrein in der Lage, eine vermisste Person auch ohne Geruchsprobe zu finden.

Harte Schale, weicher Kern

Auf einen Polizeihund muss zu jeder Zeit 100%ig Verlass sein. Dies erfordert eine konsequente und disziplinierte Ausbildung, die auf den ersten Blick einen militärischen Eindruck vermittelt. Militärisch ist sicherlich die Disziplin, die gefordert wird und so kommt es nicht selten zu dem Vorurteil, dass Polizeihunde getriezt und zu lebenden Waffen scharfgemacht werden. Beides ist falsch. Ein ausgebildeter Polizeihund hat den Wert eines Wagens der gehobenen Mittelklasse und wird entsprechend sorgfältig behandelt. Der Polizeihundeführer vertraut dem Polizeihund sein Leben an und muss sich stets auf seinen vierbeinigen Partner verlassen können. Dies ist nur bei einem unumstößlichen Vertrauensverhältnis möglich, das nicht durch Härte aufzubauen geht. Diensthund und Diensthundeführer müssen sich dieses gegenseitige Vertrauen erarbeiten und verdienen. Der Diensthundeführer Polizeihunde aus Österreichverbringt mit seinem Diensthund mehr Zeit, als mit seiner Familie. Entsprechend eng ist seine Bindung zu dem Hund. Kein Diensthundeführer würde daher eine Ausbildung zulassen, in der sein Hund gequält werden würde. Dies ist auch nicht der Fall. Im Gegenteil. Österreich arbeitet nach den neuesten Erkenntnissen und baut bei der Ausbildung u. a. auf die Klickermethode. Der Polizeihund ist auch keine lebende Waffe. So wie in Österreich werden auch in anderen Ländern die Polizeihunde darauf trainiert, ihren Hundeführer zu verteidigen. Sie greifen einen Scheintäter auf Kommando an und lassen auf Kommando wieder von ihm ab. Sie sind damit wesentlich berechenbarer, als jeder nicht ausgebildete Familienhund. Nach Dienstschluss lebt der Polizeihund in der Familie des Polizeihundeführers und spielt mit dessen Kindern. Da dieser Hund im Dienst regelmäßig körperlich und geistig gefordert wird, gehen von ihm keine Gefahren aus, die auf Verhaltensstörungen durch Unterforderung zurückzuführen sind.

Lesen Sie mehr über österreichische Polizeihunde in unserer E-Paper-Ausgabe 1-2016.