Objektsuche

Natürlicher Hundesport

Objektsuche

Die Objektsuche ist wohl der artgerechteste Hundesport. Was von Polizei und Zoll bekannt ist, steht im Hundesport immer noch im Hintergrund.

Perfekt, doch kaum bekannt

Hunde orientieren sich überwiegend durch ihren Geruchssinn. Jeder Hundehalter kennt es von der täglichen ObjektsucheGassirunde, dass der geliebte Vierbeiner teilweise ausgesprochen ausführlich die „Zeitung“ an Laternenpfählen und Ähnlichem liest. Besonders interessant für Rüden sind die Duftspuren läufiger Hündinnen. Es ist ein absolut natürliches Verhalten der Hunde, was sie auch nicht besonders anstrengt. Anstrengend wird für den Hund die gezielte und intensive Suche. Im Gegensatz zum Schnüffeln beim Gassigehen wird hier der gesamte Organismus des Hundes belastet. Innerhalb von nur 15 Minuten kann dabei die Körpertemperatur des Hundes um bis zu einem Grad Celsius steigen. Wichtig, insbesondere bei Hunderassen mit hoher Intelligenz und ausgeprägtem Arbeitswillen, ist die Tatsache, dass diese artgerechte Auslastung nicht nur körperlicher, sondern auch geistiger Natur ist. Die Konditionierung der Hunde auf Gegenstände oder Substanzen, die weder etwas mit Futter, noch mit Spielzeug zu tun haben, ist von Polizei und Zoll her allen bekannt. Diese Hunde suchen und finden Sprengstoff, Waffen, Munition, Rauschgift, Leichen, Bargeld und vieles mehr. Im zivilen Bereich dagegen ist dieser Sport weitgehend unbekannt, bzw. wird nur von wenigen Hundehaltern ausgeübt.

Jeder Hund kann es

Für die Objektsuche eignet sich im Prinzip jeder Hund, da sich jeder Hund mithilfe seiner Nase orientiert. Selbstverständlich sind Hunde, die besonders gerne Nasenarbeit leisten, wie beispielsweise Jagdhunde, und dabei einen besonders ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb haben, leichter für die Objektsuche zu begeistern, als Hunde, auf die dies nicht zutrifft. Dennoch ist es mit jedem Hund möglich, diesen Hundesport auszuüben. Interessant ist es auch für ältere Hunde oder Hunde mit HD oder ED, da hier eine körperliche Auslastung stattfindet, ohne dass sie sich über Gebühr bewegen müssen. Ebenso ist es eine ideale Beschäftigung für Hunde, die nicht von der Leine gelassen werden sollten, aus welchen Gründen auch immer, denn dieser Hundesport ist auch angeleint praktizierbar. Jederzeit, überall und ohne teures Equipment.

Begriff der Objektsuche

Bei der Objektsuche wird der Hund dazu angelernt, gewisse Gegenstände zu finden und anzuzeigen. Dabei handelt es sich in der Regel um kleinere Gegenstände, wie Kugelschreiber, Feuerzeug, Schlüsselbund usw., denn wer hat schon stets einen Linienbus zum Verstecken in der Jackentasche? Bei den Gegenständen sollte es sich auch um neutrale Dinge handeln, also Dinge, an denen der Hund kein eigenes Interesse hat, wie an seinem Spielzeug oder Leckerlis. So wie der Diensthund den Beutel mit Nitroglyzerin nicht bringen soll, so soll auch der zivil trainierte Objektsucher seinen Fund nur passiv anzeigen, indem er sich davor hinsetzt, ablegt, oder hinstellt.

ObjektsucheSuchobjekte und Orte

Begonnen wird mit einem Suchobjekt. Je nach Begeisterung und Fähigkeit können später ein, zwei oder mehr Objekte nach und nach dazukommen. Als Suchorte eignen sich alle Gebiete, die für das Hund/Hundeführerteam frei und ohne Gefahr und Einschränkung zugänglich sind. Dazu gehört natürlich auch die eigene Wohnung, der eigene Garten usw.

Suchfelder

Die verschiedenen Suchfelder, in denen die Objektsuche praktiziert wird, nennen sich Suchlagen. Gesucht werdenPaketstrasse - Objektsuche die Objekte in den vier Suchlagen:

  • Freies Gelände

  • Trümmerfeld

  • Päckchenstraße

  • und Suchwand.

Das freie Gelände ist ein abgegrenztes Gebiet, in dem der Hund das gewünschte Objekt suchen soll. Dieses Gebiet kann durch Markierungen abgegrenzt sein, muss aber nicht. Das Objekt wird entweder in flacher, oder in erhöhter Lage versteckt.

ObjektsucheFür das Trümmerfeld muss natürlich niemand seine Gartenlaube in die Luft jagen. Bei der Objektsuche im Trümmerfeld sucht der Hund zwischen diversen Gegenständen wie Eimern, Gießkannen, Pylonen, Dosen usw. nach seinem Objekt. Sofern keine scharfkantigen Gegenstände herumliegen, eignet sich auch ein nicht aufgeräumtes Kinderzimmer. Das Objekt befindet sich irgendwo in flacher oder erhöhter Lage offenliegend inmitten dieser Gegenstände.

Bei der Päckchenstraße darf der Hund ein wenig Zollhund spielen. Der Hund geht dabei an einer Reihe von Päckchen vorbei, wie der Zollhund an den Koffern. Der Unterschied besteht darin, dass in den Päckchen Luftlöcher sind, damit der Hund das Päckchen mit seinem Objekt leichter wittern und das entsprechende Päckchen anzeigen kann.

Suchwand-ObjektsucheDie Suchwand eine meist aus Holz gefertigte Wand mit diversen Löchern in unregelmäßigen Abständen. In diesen Löchern kann der zu suchende Gegenstand versteckt werden. Der Hund muss auch hier das entsprechende Loch durch passive Anzeige melden.

Ausrüstung

Das Schöne an diesem Hundesport ist, dass im Prinzip keine spezielle Ausrüstung benötigt wird. Festes Schuhwerk und zweckmäßige Kleidung, wie bei jeder normalen Wanderung mit dem Hund durch den Wald sind sicherlich genauso angebracht, wie ein gutes Hundegeschirr. Es gibt aber auch Hunde, die mit einem normalen Halsband oder sogar gänzlich frei nach Objekten suchen. Abhängig ist dies sowohl vom Suchort, ob also in der geschlossenen Wohnung oder im Naturschutzgebiet gesucht wird und von der Abrufbarkeit des Hundes etc. Dass man natürlich für die Objektsuche auch das entsprechende Objekt und seinen Hund dabei haben sollte, versteht sich wohl von selbst.

Billig ist billig. Qualität hat ihren Preis

Diese Weisheit trifft bei der Objektsuche nicht zu. Die Objektsuche ist zweifelsfrei eine der preiswertesten Hundesportarten und gleichzeitig eine Hundesportart, die den Hund am besten auszulasten vermag. Ähnlich wie beim Mantrailing wird bei der Objektsuche das natürliche Verhalten des Hundes genutzt und gefördert. Diese besonders artgerechte Art des Hundesports macht den Hunden entsprechend viel Freude, wodurch schnelle Erfolgserlebnisse erzielt werden können, die dann wiederum dem Halter entsprechend viel Spaß machen.