Obedience

Obedience ist eine noch recht junge Hundesportart, die aus England zu uns gekommen ist und bei der es in erster Linie um die exakte und elegante Ausführung von Kommandos geht. Schnelligkeit spielt in diesem Hundesport überhaupt keine Rolle. Einzige Voraussetzung ist die bestandene Begleithundeprüfung. Obedience, zu deutsch „Gehorsam“ wird oft und gerne als die Hohe Schule der Unterordnung bezeichnet, da die dort geprüften Kommandos perfektioniert werden. Während bei der Begleithundeprüfung noch ein recht schroffer Bundeswehrton herrscht, geht es beim Obedience bedeutend ruhiger und sanfter zu, da auch das Verhältnis Mensch-Hund von der Beginnerklasse bis zur Klasse 2 mit in die Bewertung einfließt. Die Harmonie zwischen Mensch und Hund und die Freude an diesem Sport stellen die wichtigsten Grundvorraussetzungen dar. Körperliche Belastungen gibt es bei dieser Hundesportart weder für den Hundeführer, noch für den Hund, weshalb Obedience auch von älteren oder behinderten Menschen und Hunden betrieben werden kann.
Abgesehen von den Kommandos aus der Begleithundeprüfung, die beim Obedience noch leichter und eleganter auszuführen sind, kommen eine Reihe von anderen Übungen hinzu. Dazu gehört zum Beispiel das Apportieren von Apportierklötzen aus Holz, Kunststoff und Metall. Dabei muss der Hund unter anderem auf Zuruf das richtige Apportiergerät bringen, also Mitte, rechte Seite oder linke Seite oder aus drei gleichen Apportierklötzen das heraussuchen, welches er als letztes apportiert hatte. Letzteres wird als Eigenidentifikation beschrieben. Die Fähigkeit zwischen rechts, links und Mitte unterscheiden zu können ist nicht nur beim Apportieren wichtig im Obedience-Hundesport.
Der Wechsel zwischen „Sitz“, „Platz“ und „Steh“ hat durch Zuruf auf große Distanz zu erfolgen. Auch das Vorausschicken in die sogenannte Box, einem Quadrat, welches durch vier Stangen oder Pylonen markiert wird, muss reibungslos und fließend klappen.
Im Gegensatz zur Begleithundeprüfung legt der speziell ausgebildete Ringsteward zusammen mit dem Richter das Laufschema erst kurz vor der Prüfung fest.
Obedience ist kein Sport, den man sporadisch von Zeit zu Zeit einmal betreiben kann. Er erfordert Engagement und Disziplin. Dafür ist er aber für Hunde aller Rassen, Mischungen und Größen zugänglich, die an diesem Sport Spaß haben. Insbesondere für intelligente Rassen ist Obedience ein idealer Sport, mit dem einer geistigen Unterforderung entgegengewirkt werden kann.