Menschen mit Charakter noch nicht ausgestorben

Presse macht den Menschen schlecht

Antendorfer Bewohner beweist Charakter

Die Presse berichtete über einen Rottweiler, der angeblich einem 5-jährigen Mädchen ins Gesicht gebissen haben soll. Die Presse sah hierin eine Sensationsstory und schlachtete den Vorfall durch einseitige und falsche Berichterstattung für sich aus. Die Bevölkerung lief daraufhin Amok und forderte Konsequenzen. Wir nahmen uns des Falles an und berichteten in unserem Artikel „Rottweiler bedeutet schuldig – Die Wahrheit ist unwichtig über die wahren Zusammenhänge. Die Resonanz war genauso groß, wie die Empörung. Viele verurteilten hierbei auch die Antendorfer Bevölkerung. Sie jedoch war, mit Ausnahme derer, die bewusst Falschaussagen lieferten, lediglich ein Opfer der Presse. Wir alle beziehen unsere Informationen aus Zeitung, Funk, Fernsehen und Internet und bilden uns so unsere Meinung zu den diversen Themen. Bitter, wenn unsere Meinung, unser Denken, Tun und Handeln falsch ist, weil wir bewusst belogen und betrogen wurden. Bitter, wenn wir gegen unsere Überzeugung charakterlos handeln, nur weil wir falsch informiert wurden. Wer ehrlich zu sich selbst ist, wird zugeben müssen, dass es ihm selbst schon zumindest einmal so passiert ist. Dies jedoch öffentlich zuzugeben ist nicht leicht und erfordert viel Kraft und menschliche Größe. Der/die erste Bürger(in) von Antendorf hat, nach bisher unbestätigter Information, eine solche Charakterstärke und menschliche Größe gezeigt, und sich beim Halter des Rottweilers entschuldigt.

Liebe Kollegen von der Presse

Als Journalisten sind wir stets auf der Suche nach Sensationsstorys. Wir brauchen diese, damit wir Leser für unsere Zeitung gewinnen. Wir haben aber neben einer Berufsehre auch noch eine große Verantwortung gegenüber unseren Lesern. Wie groß diese Verantwortung ist, hat dieser Fall erneut bewiesen. Sensationsstorys sind gut, wenn sie der Wahrheit entsprechen. Saubere, objektive Recherche und Berichterstattung sind unsere Arbeit. Wahrheiten zu verdrehen oder gar Lügen zu drucken ist Verrat am Leser. Einen charakterstarken Leser zu charakterlosem Verhalten zu manipulieren sind Praktiken, die vor 70 Jahren abgeschafft wurden und bitte nicht neu praktiziert werden sollten. Dog Aktuell – Das Hundemagazin erblickte vor zwei Jahren das Licht der Welt, ist heute in aller Munde und freut sich über steigende Leserzahlen. Das alles würde sich schlagartig ändern, wenn wir der Wahrheit untreu würden. Unser Artikel über die wahren Zusammenhänge erreichte vermutlich mehr Leser, als die vermeintliche Sensationsstory. Der Schaden dürfte damit größer sein, als der kurzfristige Nutzen. Der Spruch „Wahrheit währt am Längsten“ hat auch in der heutigen Zeit noch Gültigkeit. Lasst uns also das tun, was der Leser von uns erwartet: Saubere Pressearbeit, gewissenhafte Recherchearbeit und objektive, wahrheitsgemäße Berichterstattung. Das sind wir unseren Lesern und unserem Ruf schuldig.