Mantrailing

Unter Mantrailing versteht man die menschliche Spurenverfolgung mit Hilfe von Gebrauchshunden. Mantrailer, von dem englischen „man“ für Mensch und „trail“ für Verfolgung, könnten auch deutsch als Personenspürhunde bezeichnet werden. Sie wurden ursprünglich ausschließlich dazu ausgebildet, um vermisste Personen oder entflohene Straftäter zu verfolgen. Inzwischen ist daraus ein verbreiteter Hundesport geworden und so hat sich der englische Begriff Mantrailing für Sport und Einsatz durchgesetzt und etabliert.

Das Mantrailing ist wohl eine der edelsten Hundesportarten, da sich dieser Sport auf die natürlichen Neigungen des Hundes konzentriert und gleichzeitig noch dazu dienen kann, Menschenleben zu retten. Erlernen muss ein Hund das Mantrailing nicht. Es ist ihm angeboren.

© by www.dogaktuell.de
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Trainiert werden muss lediglich, dass der Hund die Spur verfolgt, die von dem Hundeführer gewünscht ist. So einfach, wie es klingen mag, ist es allerdings nicht. Alleine das Training dem Hund verständlich zu machen, welche Duftspur gewünscht ist, verlangt viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Danach muss der Hund darauf trainiert werden, diese Spur auch konsequent zu verfolgen; auch wenn sich unterwegs vielleicht für ihn wesentlich interessantere Spuren auftun.

Duftspuren müssen nicht gelegt werden, was auch keinen Sinn machen würde. Welcher Straftäter würde schon freiwillig eine solche Spur legen, nur damit die Spürhunde der Polizei ihre Arbeit verrichten können? Nein, diese Spuren entstehen zwangsläufig von selbst. Jeder Mensch verliert Tausende von Hautschuppen pro Minute. Durch deren bakterielle Zersetzung entsteht ein spezifischer Geruch, der so einmalig ist, wie ein Fingerabdruck. Je nach Umgebungstemperatur ist der Zersetzungsprozess nach etwa 36 Stunden abgeschlossen. Danach verliert sich dann auch die verfolgbare Spur. Blutspurensuchhunde haben etwas bessere Karten, da die roten Blutkörperchen auch noch nach 120 Tagen der Hundenase nicht entgehen.

Bei der Verfolgung gibt es zwei Varianten. Bei der Suche nach vermissten Personen darf der Hund die Spur abkürzen, wenn sie beispielsweise eine lang gezogene Kurve bildet. So wird kostbare Zeit eingespart. Bei der Verfolgung von Straftätern macht ggf. die konsequente Verfolgung Sinn, um mögliche Beweisstücke sicherstellen zu können.

Grundsätzlich eignet sich jeder Hund zum Mantrailer. Da Nasenarbeit für Hunde aber nicht nur Vergnügen, sondern auch anstrengend ist, verlieren Hunde, die an Gerüchen weniger Interesse zeigen, auch recht schnell die Lust. Erfolgreicher sind Hunde, die eine Vorliebe für Nasenarbeit haben, wie beispielsweise Jagdhunde. Das Wichtigste aber ist auch beim Mantrailing eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Hund und Hundeführer.