Leckerli oder Lob?

Neue Studie über die bessere Belohnung

Neue Studie über die bessere Belohnung

Die alte Streitfrage, ob ein Leckerli oder ein Lob die bessere Belohnung ist, sollte in einer neuen Studie geklärt werden.

Liebe geht durch den Magen

Liebe geht bekanntlich durch den Magen, doch wie sieht es mit der Erziehung aus? Die meisten Hundehalter bestätigen, dass sie über das Futter fast jedes gewünschte Verhalten des Hunds erreichen und auch Hundetrainer arbeiten gerne mit Futtersack und Klicker, der ein Leckerli als Belohnung ankündigt. Kritiker geben zu bedenken, dass der Hund kein Interesse an der Kommandoausführung hätte, wenn mal kein Leckerli zur Hand ist und ein Lob als Belohnung reichen muss. Doch reicht dem Hund ein nicht fressbares Lob wirklich? In einer Studie wurden 15 Hunde „befragt“.

Lob vs. Leckerli

Für die Studie wurden 15 Hunde darauf trainiert, drei unterschiedliche Spielzeuge als Symbol für Leckerli, Lob oder keine Belohnung zu erkennen. In einem Tomografen wurden den Hunden nun in 32 Durchgängen die drei Spielzeuge gezeigt und deren Reaktion gemessen. Nur zwei von ihnen reagierten auf Futter stärker als auf Lob. Vier der Hunde bevorzugten das Lob vor dem Leckerli. Die anderen neun Hunde reagierten auf Lob und Leckerli in ähnlicher Weise. Bestätigt wurde dieses Ergebnis durch weitere Versuche, bei denen der Hund zwischen zwei Wegen wählen musste. Der eine Weg führte zum Fressnapf, der zweite Weg zu seinem Besitzer. Lediglich ein kleiner Terrier wählte jedes Mal den Weg zum Futternapf.

Die Frage bleibt offen

Klar bestätigt wurde durch diese Studie lediglich, dass den Hunden ein Lob sehr wichtig ist. Eine besonders große Aussagekraft kann der Studie hingegen nicht bescheinigt werden. Zum einen deshalb nicht, weil lediglich 15 Hunde an dem Test teilgenommen hatten und zum anderen, weil diese Hunde allesamt gut trainiert waren, wodurch sich eine besonders starke Bindung zu ihrem Halter ergeben hat. In wiefern eine genetische Veranlagung mitspielt, konnte ebenfalls nicht abschließend geklärt werden. Der Labrador gehört beispielsweise zu den besonders verfressenen Rassen. Dennoch entschied sich ein Labrador-Retriever-Mischling in den meisten Fällen für das Lob. Da diese Hunde aber auch besonders intelligent und arbeitswillig sind, entsteht bei entsprechender Auslastung auch eine besonders starke Bindung zwischen Hund und Halter, welche die Entscheidung für das Lob erklärt. Es darf also weiter diskutiert und gestritten werden. Das Schöne daran ist, dass im Prinzip beide Parteien recht haben.