Kleine Satire zwischendurch

Schluss mit Demonstrationen

In unseren Regierungskreisen arbeiten hoch qualifizierte Politiker, was schon an der Höhe ihrer Diäten deutlich erkennbar ist. Dennoch haben die Bürger die Stirn, diese ehrenwerten Fachkräfte zu kritisieren, weil sie der Wissenschaft und den wissenschaftlichen Forschungsergebnissen mehr Glauben schenken, als der fachlichen Meinung unserer Politiker. Dies hat in der Vergangenheit dem Volk geschadet und wird auch in Zukunft dem Volk schaden. Nehmen wir nur einige Beispiele aus der Vergangenheit. Man warnte uns davor, an das Ende der Welt zu segeln, da die Gefahr besteht, von der Erdscheibe abzustürzen. Wir glaubten jedoch den Wissenschaftlern, die behaupteten, die Erde sei rund. Seit her sind wir verflucht und niemanden gelang es seit dem mehr, an das Ende der Welt zu segeln. Die Obrigkeit erklärte uns, die Erde sei das Zentrum des Universums und die Sonne drehe sich um die Erde. Wir Menschen waren sehr stolz darauf. Auch diesen Stolz nahm uns die Wissenschaft. Seit her haben wir Angst vor Außerirdischen. Heute sagt uns die Politik, dass alle Menschen gleich sind. Kritiker und böse Zungen bringen Beispiele wie die, dass ein Bundespräsident für ein paar Wochen im Amt einen Ehrensold auf Lebenszeit bekommt, für den der durchschnittliche Rentner vorher über 200 Jahre hätte arbeiten müssen. Auch dies ist eine üble Hetzrede. Schließlich gilt dies ja für alle Bundespräsidenten und wir alle profitieren davon. Wir alle leben in einem Land, dass sich solche Luxuspräsidenten leisten kann. Das sollte uns mit Stolz erfüllen und unsere Brieftaschen öffnen. Die Obrigkeit wollte uns in der Vergangenheit vor Schaden bewahren, doch die Wissenschaft hat uns geblendet. Sind wir in der Zukunft schlauer. Wenn die Politik sagt, dass gewisse Hunderassen gefährlich sind, was interessieren uns da die wissenschaftlichen Studien, die das widerlegen? Auch die Politiker holten sich hierzu vorher Expertenmeinungen ein, beispielsweise vom deutschen Kinderschutzbund. Ein zusätzliches Gutachten von einem Tierverhaltensforscher wäre nicht nur viel zu teuer, sondern auch gefährlich. Wir wissen ja nun, wie sehr uns die Wissenschaft ins Verderben getrieben hat. Ob bei der Planung von Kinderspielplätzen auch Experten des Deutschen Tierschutzbundes involviert werden, kann ich im Moment nicht sagen. Wenn der Bullterrier als gefährlich eingestuft wird, dann ist das so. Die Politik irrt nicht. Was weiß denn schon ein Professor für Tierverhaltensforschung von Hunden? Er nennt den Bullterrier einen der freundlichsten Hunde überhaupt. Nein, wir dürfen uns nicht beirren lassen. Naturgesetze dürfen schließlich auch nur dann angewendet werden, wenn sie nicht gegen gültiges Landesrecht verstoßen. Lernen wir aus der Vergangenheit. Zu unserem eigenen Vorteil sollten wir anfangen das zu tun, was man von uns erwartet. Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen. Stimmen wir endlich der Wiedereinführung der Bücher- und Hexenverbrennung zu, damit wir wieder in den Genuss der mittelalterlichen Lebensumstände gelangen. Denken wir nur einmal an die heutige Arbeitslosigkeit. Wie schön war es in der Vergangenheit. Zur Zeit der Sklaverei herrschte Vollbeschäftigung. Statt beim Juwelier ein Vermögen zu lassen, bekam jeder Ruderer Hals- und Fußkettchen gratis. Auch kostenlose Armbänder wurden angeschmiedet. Zur musikalischen Unterhaltung wurde ein Pauken schlagender Bordmusiker engagiert. Träumen wir nicht länger nur von solchen Arbeitsbedingungen, sondern handeln wir. Ignoriert die Wissenschaft und vertraut der Politik und den Medien. Schaltet das Gehirn ab und hört auf, die Politik dabei zu behindern, uns diese Lebensumstände zurückzugeben. Für ein Leben in Einklang und Vollbeschäftigung.