Kampfhunde-

Gefährliche Killer oder treue Familienhunde?

Kampfhunde – Gefährliche Killer oder treue Familienhunde?

Die Medien bezeichnen sie als Killer und Bestien, ihre Halter nennen sie liebevolle Familienhunde. Wie gefährlich sind diese Hunde wirklich?

Bulli-TherapieHundWie gefährlich sind „Kampfhunde“?

Eine sehr wichtige Frage, die es einmal wahrheitsgemäß zu beantworten gilt. Regelmäßig erhalten wir Falschmeldungen über „Kampfhunde“. Nicht nur in dem täglich erscheinenden Märchenbuch mit den großen Buchstaben, von einigen auch „Tageszeitung“ genannt, sondern auch in den vermeintlich seriösen Magazinen. So nimmt niemand Anstoß daran, dass Haltern dieser Hunde bis zu 1.000 Euro Hundesteuer abgezockt und Wesenstests vorgeschrieben werden. Diese Wesenstests verlangen unter anderem von den Hunden ein friedfertiges Verhalten, wenn sie brutal angegriffen werden. Einen solchen Test würden Hunde, die nicht als gefährlich eingestuft sind, nur in den seltensten Fällen bestehen. Glücklicherweise sind die sogenannten „Kampfhunde“ extrem gutmütige Familienhunde und bestehen diese Tests fast ausnahmslos. Beißattacken von „Kampfhunden“ findet man nur in Tageszeitungen und Nachrichtensendungen. In entsprechenden Statistiken hingegen sucht man diese meist vergeblich und wenn doch, so an den letzten Stellen.

Zeitungen lügen doch nicht

Wenn in der Zeitung über Beißattacken von Kampfhunden berichtet wird, so muss doch etwas dran sein. Eine Zeitung schreibt doch keine Lügen. Leider ist dem doch in einigen Fällen so, denn solche Geschichten verkaufen sich nun einmal gut und da wird so manch eine „dichterische Freiheit“ toleriert. In den meisten Fällen jedoch entsprechen die Berichte zwar der Wahrheit, doch werden wichtige Details weggelassen, wodurch das Bild ins Gegenteil verdreht wird. Wie dies geschieht erläutert unser Bericht „Was so alles in den Zeitungen steht“.

Warum bezeichnet man gewisse Rasen als Kampfhunde?

In früheren Jahren fanden in vielen Ländern Hundekämpfe statt und so wurden Hunde gezüchtet, die besonders mutig und im Kampf schmerzunempfindlich waren. Ein weiteres Kriterium war die hohe Angriffslust gegen Artgenossen. Auf diese Weise entstanden Hunderassen, die wir auch heute noch als „Kampfhunde“ bezeichnen. Nachdem jedoch Hundekämpfe verboten wurden, wandelten sich die Zuchtziele und Familientauglichkeit, Kinderfreundlichkeit und Loyalität sind die heute erwünschten Eigenschaften.

Ein klassisches Beispiel für die Falscheinschätzung von Kampfhunden ist der Staffordshire Bullterrier. Er gehört in Großbritannien zu den beliebtesten Familienhunden und ist dort mit ca. 13.000 Hunden die fünfthäufigste Hunderasse. Zu den wichtigsten Zuchtzielen gehören Intelligenz, Menschen- und Kinderfreundlichkeit. Die Eigenschaften aus seiner Vergangenheit als Kampfhund, nämlich Tapferkeit, Mut, Entschlossenheit und 100%ige Zuverlässigkeit sind ihm erhalten geblieben. Während die Engländer diese Eigenschaften dahin gehend nutzen, dass sie diesen Hund erfolgreich als Rettungshund einsetzen, wird er in Deutschland auf die Liste für gefährliche Rassen gesetzt. Man mag geneigt sein zu sagen, dass es dümmer nicht mehr geht, aber die Österreicher belehren uns da eines besseren. Auch sie führen den Staffordshire Bullterrier auf der Liste für gefährliche Hunde, setzen ihn aber gleichzeitig, und mit Erfolg, als Rettungshund ein.

Warum wird ihnen dieses Aggressionspotenzial unterstelltKampfhunde-Gefährliche Killer oder treue Familienhunde?

Sie stehen auf der Liste für potentiell gefährliche Hunde. Dabei hat sich der Gesetzgeber doch etwas gedacht. Leider ist auch dies eine recht naive Vorstellung. Wenn sich hier wirklich jemand etwas gedacht hat, dann hat dies lediglich etwas mit Steuereinnahmen zu tun. Das die Rasseliste jeder Vernunft und wissenschaftlichen Erkenntnis widerspricht wurde selbst wissenschaftlich bestätigt. Dass es bei der Rasseliste um reine Abzocke geht, bestätigt auch die vermeintliche Einsicht einer Gemeinde in Baden Württemberg. Bei genauer Betrachtung zielt hier die Abschaffung der Rasseliste auf Mehreinnahmen ab und hat nichts mit Einsicht zu tun.

Lesen Sie den ausführlichen Bericht in unserer E-Paper-Ausgabe 1/2014