„Kampfhund“ attackiert 84-jährige Frau in Oberursel/Ts.

Der „Kampfhund“ war ein Hirtenhund

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„Kampfhund“ attackiert 84-jährige Frau in Oberursel/Ts.

Wenn ein Hund angreift, ist es für die Presse ein Kampfhund. Doch der Kampfhund war ein Hirtenhund. Die Polizei in Oberursel ermittelt.

In Oberursel hat ein Kampfhund eine 84 Jahre alte Frau und ihren Hund angegriffen und verletzt“, so war es in einem Bericht von t-online zu lesen. Dass Hunde jener Rassen, die einst für Hundekämpfe gezüchtet wurden, Artgenossen angreifen, kommt, wie auch bei Hunden anderer Rassen vor. Dass diese jedoch auch Menschen attackieren, ist für die ehemaligen Kampfhunderassen absolut untypisch. Wir fragten bei der Polizei nach.

Was wirklich geschah

Das bisherige Ermittlungsergebnis der Polizei klingt schon einmal um einiges glaubhafter, als der Bericht von t-online. Hiernach war besagte Rentnerin mit ihrem angeleinten Hund am Mittwoch den 10. Januar 2018 gegen 17:00 Uhr im Bereich einer Kleingartenanlage unterwegs, als ein ihr unbekannter Hund auf sie zukam. Der fremde, freilaufende Hund griff den angeleinten Hund an und biss ihn mehrfach. Als die Rentnerin den fremden Hund von seinen Angriffen gegen ihren Hund abhalten wollte, wurde auch sie angegriffen und mehrfach gebissen und erlitt eine Beckenverletzung. Die eintreffenden Polizisten versuchten den Hund mit Schlagstöcken auf Distanz zu bringen, wurden daraufhin aber ebenfalls attackiert, sodass die Polizisten schließlich von der Schusswaffe Gebrauch machten. Die 84-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht und stationär aufgenommen. Ihr Hund, ein Havaneser, kam schwer verletzt in eine Tierklinik, in der er noch in der Nacht notoperiert wurde.

„Kampfhund“ attackiert 84-jährige Frau in Oberursel/Ts.

Der „Kampfhund“ war ein Hirtenhund

Das hier geschilderte Verhalten widerspricht den typischen Verhaltensmustern sämtlicher Rassen, die einst für Hundekämpfe gezüchtet wurden und auch die Polizei hat zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass es sich um einen solchen Hund handeln würde. Vielmehr ging die Polizei bereits nach erstem Ermittlungsstand von einem Hütehund aus. Der Hund, mit einer Schulterhöhe von etwa 70 cm, war zwar gechippt, doch wurde diese Chipnummer in keiner Datenbank registriert. Rasse und Halter waren somit zunächst nicht bekannt. Die Polizei suchte mit Hochdruck nach dem, hoffentlich gut versicherten, Hundehalter und wurde fündig. Der Hund, bei dem es sich nach aktuellen Erkenntnissen um einen rumänischen Hirtenhund handelt, gehörte einem 72 Jahre alten Rentner aus Frankfurt, der diesen auf einem eingezäunten Gartengrundstück ließ. Er selbst hatte das Gartengrundstück am Ortsrand von Oberursel gegen 16:00 Uhr verlassen. Wie der Hund das abgesicherte Gelände verlassen konnte, ist derzeit noch ungeklärt. Gegen den Hundehalter wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachtes auf fahrlässige Körperverletzung eingeleitet.