Hund tötet Kind

Was passiert, wenn ein Kind getötet wird?

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Hund tötet Kind

Wenn ein Kind getötet wurde, ermittelt die Polizei den Tathergang und den Mörder. So sollte es sein, doch es gibt Ausnahmen.

Wird ein Kind tot aufgefunden, so ermittelt die Polizei den Tathergang und nimmt die Suche nach dem Mörder auf. Wird ein Kind von einem Hund getötet, so wird gegen den Halter des Hundes ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Tötung eröffnet. In einigen Fällen kommt der Hund ins Tierheim, sehr oft wird der Hund, und damit auch ein wichtiges Beweismittel, an Ort und Stelle erschossen. Ermittlung des Tathergangs? Fehlanzeige.

Wenn nichts passiert, passiert es wieder

Hat das Kind den Vorfall durch eigenes, falsches Verhalten selbst verschuldet? Diesen Gedanken darf man noch nicht einmal aussprechen, geschweige denn in diese Richtung ermitteln. Die Folge von der Universalschuld von Hund und Hundehalter ist, dass sich solche Vorkommnisse wiederholen werden. Einzig die Polizei in Bayern versucht mit einer kindergerecheten Fibel die Kinder im Umgang mit Hunden zu schulen, um solche Vorfälle zu vermeiden. Möglich ist aber auch, dass der Hund vom Hundehalter durch ein, möglicherweise geheimes Kommando, auf das Kind gehetzt wurde. Durch die fehlenden Ermittlungen, die bei einem erschossenen Hund auch gar nicht mehr möglich sind, eine billige Art, für einen vorsätzlichen Mord nur die Strafe einer fahrlässigen Tötung zu bekommen. Der unverhoffte Angriff des Hundes könnte aber auch durch einen Hirntumor, eine verbotene Substanz, die der Hund beim Gassigehen aufgenommen hat oder sonstige Umstände verursacht worden sein. All dies wird bei einem Tötungsdelikt, begangen von Menschenhand, untersucht, aber im Falle eines Hundeangriffs unterlassen. Kann das die Art sein, in der ein Rechtsstaat Tötungsdelikte behandelt?

Rasseliste statt Ermittlungsarbeit

Als zu Beginn dieses Jahrtausends in Hamburg ein türkischer Junge von zwei Pitbull Terriern getötet wurde, folgten in Rekordtempo die Rasselisten. Sie schlummerten schon lange in den Schubladen und wurden heftig diskutiert, aber nicht erlassen, da es keinen sinnvollen Grund dafür gibt. Was nicht erfolgte, waren Ermittlungsarbeiten. Was genau geschah, weiß wohl niemand. Auch wird wohl niemand die offenen Fragen beantworten können wie beispielsweise diese:

  • Wieso war die Presse schneller vor Ort, als die Polizei?
  • Wieso wurde nicht bereits vor dem Angriff überprüft, ob der Halter seine Hunde in verbotener Weise zivilscharf macht? Der Hund namens Zeus war hinreichend als gefährlich bekannt.
  • Wieso wurde nicht in Richtung Mord ermittelt?

Ein unbeschriebenes Blatt war der Hundehalter jedenfalls nicht. Gegen ihn liefen mehrere Ermittlungsverfahren, unter anderem mehrfach wegen schweren Diebstahls, dreifachen Straßenraub, gefährlicher Körperverletzung, Hausfriedensbruch etc. Diese wurden zwar eingestellt, hätten aber Anlass genug sein müssen, um auch in Richtung Vorsatz zu ermitteln. Stattdessen wurden ganze Rassen aufgrund eines kriminellen Halters verurteilt.

Getötetes Kind muss heute noch für Unrecht herhalten

Da dieser Fall als willkommener Startschuss für die Rasseliste genommen und in sämtlichen Medien auch äußerst publikumswirksam verkauft wurde, blieben die Ermittlungsarbeiten genauso aus, wie sie auch heute noch ausbleiben, wenn ein Listenhund einen Menschen angreift und verletzt. Der Polizei darf man keinen Vorwurf machen, denn wir wissen nicht, welche Anweisungen sie eventuell damals von höherer Stelle erhalten hatte. Zu schnell war die Presse vor Ort und zu schnell war die Rasseliste beschlossen. Ja und zu viele Ermittlungsverfahren gegen den Hundehalter wurden eingestellt. Die Wahrheit wird man wohl nie erfahren, aber Stoff für die wildesten Spekulationen bietet der Fall allemal.

Wissenschaftlich war die Rasseliste schon vor ihrer Entstehung als absurd gesehen worden und auch Gerichte stellten ihren Sinn einwandfrei infrage. Niedersachsen schaffte sie daher auch kurz nach ihrer Einführung wieder ab, gefolgt von Schleswig Holstein im Jahr 2016 und Thüringen Anfang 2018. Auch in Bremen halten die FDP und die Linke die Rasseliste für untragbar. Bei den Grünen und der CDU sind die Meinungen geteilt, jedoch ebenfalls eher skeptisch, was die Rechtfertigung einer solchen Liste angeht. Dennoch beugten sie sich der SPD, die ausgerechnet den so umstrittenen Fall in Hamburg als Rechtfertigung ansieht. Somit blieb auch nach der letzten Diskussionsrunde in Bremen die Rasseliste weiter bestehen. Ein Gesetz, das sich auf einen Fall stützt, der nie richtig untersucht wurde. In Deutschland nennt man so etwas dann Rechtsstaat.

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