Hund beißt Kind

Die Schuld liegt selten beim Hund

Wenn ein Hund ein Kind beißt, liegt die Schuld oft beim Kind. Dieser Fakt ist aber tabu. Die Ursache bleibt bestehen und die Beißvorfälle häufen sich.

Täglich ist in der Presse von Hunden zu lesen, die ein Kind gebissen haben. Meistens ist weiterhin die Rede davon, dass der Hund grundlos und ohne Vorwarnung zugebissen hat. Die Schuld wird prinzipiell dem Hund zugewiesen. Das ist nicht nur praktisch, da sich der Hund nicht wehren kann, sondern auch ein Stück weit verständlich. Oft wird der wahre Auslöser für den Angriff des Hundes gar nicht erkannt und so der Hund fälschlicherweise für schuldig empfunden. Auslöser kann beispielsweise ein direkter Blickkontakt des Kindes mit dem Hund gewesen sein. Für Beobachter der Szene kaum zu erkennen. Auch Angst vor dem Hund, die dazu führte, dass das Kind die Flucht ergriffen hat, kann Ursache gewesen sein. Für die Eltern ist es natürlich angenehmer, dem Hund die Schuld zu geben, als Erziehungsfehler einzugestehen und für die Presse ist ein schuldiger Hund sowieso viel besser. Perfekt ist es, wenn es sich auch noch um einen Listenhund handelt. Da ist der Hund schon per Gesetz universalschuldig. So praktisch diese Schuldzuweisung auch sein mag, sie bekämpft nicht die Ursache und weitere Beißvorfälle können die Folge sein.

Polizei erkennt das Problem

Leider wird auch seitens der Polizei häufig der bequeme Weg gewählt und dem Universalschuldigen die Schuld zugewiesen, anstatt den Vorfall mühselig zu untersuchen. Nicht selten wird dabei das „Beweismaterial“ erschossen und jede weitere Nachforschung damit unmöglich gemacht. Auch diese Praxis bekämpft keine Ursachen und verhindert keine weiteren Beißvorfälle. Die Polizei in Bayern hat dieses Problem erkannt und reagiert. Damit beweist die bayrische Polizei nicht nur Verantwortungsbewusstsein, sondern in erster Linie auch viel Mut. Zwar drückt sich die Polizei hierbei sehr vorsichtig aus, indem sie schreibt: „nicht immer ist der Hund schuld, wenn etwas passiert“, dennoch stellt sich die Polizei der Wahrheit, auch wenn es vielen Menschen nicht gefallen wird. Wer bei einem Beißvorfall den wahren Schuldigen sucht, statt die Schuld automatisch dem Hund zu geben, riskiert einen gewaltigen Shitstorm. Dies scheint der Polizei in Bayern offensichtlich egal zu sein. Ihr ist offensichtlich die Sicherheit der Bevölkerung, insbesondere die der Kinder, wichtiger, als das Schüren von Vorurteilen und die Bequemlichkeit der Eltern. In Zusammenarbeit mit dem Verein Kind und Hund e. V. veröffentlichten sie ein PDF, welches Kindern erklärt, wie sie sich Hunden gegenüber zu verhalten haben, was man bei Hunden falsch machen kann und warum Hunde bei diesen Fehlern beißen. So, und nur so, kann die Ursache bekämpft werden, damit die Zahl der Beißvorfälle künftig sinken wird.

Großes Lob an die Polizei Bayern und an den Verein Kind und Hund e. V.

Das PDF finden Sie HIER.