Hund als Melkkuh der Gemeinde

Privatschnüffler gegen Steuersünder

Was für den Staat der Autofahrer, ist für die Gemeinde der Hund. Um auch Steuersünder abzukassieren, setzt Neustrelitz ab 2018 auf Privatschnüffler.

Willi Würger vom Finanzamt

1982 sang bereits Dieter Hallervoorden von Willi Würger vom Finanzamt, und der ist noch immer nicht in Pension. Im Gegenteil, er kommt gerade erst so richtig in Fahrt. Seit Jahrzehnten stopft die Bundesregierung ihre Haushaltslöcher, in dem sie dem Autofahrer ständig neue und höhere Abgaben abverlangt. Seit einigen Jahren haben nun auch die Gemeinden ihre universelle Melkkuh gefunden. Mit der Rasseliste und der damit möglichen erhöhten Hundesteuer knackten sie erstmals den Jackpot. Die Angst, dass es danach weniger Listenhunde geben könnte, war unbegründet. Es wurde dank der Rasseliste sogar schon modern, einen Listenhund zu halten und die Gemeindekämmerer hatten die Dollarzeichen in den Augen. Nun griff die Gier richtig um sich und die Hundesteuer erreicht nicht selten, zumindest für Listenhunde, vierstellige Dimensionen.

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Auch der Bürgermeister von Neustrelitz, Andreas Grund, wollte gerne die Einnahmen der Gemeinde erhöhen und die wunderbare Melkkuh erneut anzapfen. Nach kontroversen Diskussionen im Stadtparlament blitzte er jedoch mit seinem Beschlussvorschlag ab. Wenn nicht so, dann eben anders. Sicherlich gibt es auch Hundehalter, die ihren Hund noch nicht angemeldet haben. Ihnen räumt er bis Ende 2017 Straffreiheit ein, wenn sie diese Anmeldung bis dahin nachholen. Ab 2018 soll dann gezielt Jagd auf Hundesteuersünder gemacht werden. Dazu ist der Einsatz von externen Hundedetektiven nicht ausgeschlossen. Dazu sind Hundetüten und Hundeführerschein im Gespräch. So wird aus der Melkkuh am Ende doch noch der eine oder andere Zusatztropfen rauszuquetschen sein.