Herrenloser Jagdhund erobert die Herzen

Bayrischer Gebirgsschweißhund auf der Fahrt nach Bremen

Wenn einer eine Reise tut

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen. Auf den etwa einjährigen Quando trifft dies sicherlich zu. Als der bayrische Gebirgsschweißhund am Donnerstag, den 26. Januar 2017 mit seinem Frauchen unterwegs war, blieb er im Auto sitzen, als sie kurz etwas zu erledigen hatte. Das Fenster ließ die Frau geöffnet, damit es im Auto nicht zu heiß wurde. Quando ist allerdings ein sehr anhänglicher Hund. Bereits kurze Zeit später sprang er durch das offene Fenster und machte er sich auf die Suche nach seinem vermissten Frauchen. Dabei hatte er unverschämtes Glück, denn sein Weg führte ihn über die Bahngleise, auf denen die Züge mit Tempo 160 vorbeirasen, zum Bahnhof Verden. Hier suchte er unter den Reisenden verzweifelt sein Frauchen. Er stieg dabei immer wieder mit den Reisenden in die Nordwestbahn ein und aus. Ein Zugbegleiter beobachtete dies und nahm sich des Hundes an.

Einsteigen, Türen schließen, Abfahrt

Der Zugbegleiter brachte es nicht übers Herz, den Hund auf dem Bahnhof zurückzulassen, da er dort mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit das Opfer von einem der schnell vorbeifahrenden Züge würde. So beschloss er, den Hund, der ohnedies schon mit den anderen Fahrgästen wieder in den Zug eingestiegen war, mitzunehmen. Er hatte sofort einen Narren an dem Hund gefressen, der auf den spanischen Namen Quando (span.:wann) hört. Damit war er nicht der Einzige. Der unkomplizierte und ausgesprochen kontaktfreudige Hund lief freundlich wedelnd auf alle Fahrgäste zu. So schlossen alle, denen Quando begegnete, den reiselustigen Hund sofort in ihr Herz. In Bremen-Mahndorf wurde der Hund der Bundespolizei übergeben, die dort mit zwei Diensthundeführen auf Streife war.

Polizeiverhör

© Bundespoliziinspektion Bremen

Wie nicht anders zu erwarten war, waren auch die berufsbedingten Hundenarren die Polizeihundestaffel sofort begeistert von dem lustigen Zuggast. „Mal sehen, was der so alles drauf hat“, dachten sich wohl die Diensthundeführer und „verhörten“ den Neuankömmling. Während die Kollegen beim Tierheim Verden nach einer Vermisstenmeldung fragten, legten die Diensthundeführer sofort eine spontane Fährtensuche an. Quando war in seinem Element, und präsentierte den Diensthundeführern sein Können, denn was diese bis dato nicht wussten, war, dass Quando gerade eine Ausbildung zum Jagdhund durchlief. Den Einstellungstest für die Diensthundeschule hätte Quando auf jeden Fall bestanden, wenn er einer der anerkannten Polizeihunderassen angehören würde.

Ende gut, alles gut

Nach diesem Einstellungstest mussten die Diensthundeführer jedoch wieder Abschied von Quando nehmen, denn beim Tierheim Verden war tatsächlich eine Vermisstenmeldung eingegangen und Quandos überglückliches Frauchen holte den Ausreißer bei der Bundespolizei in Bremen ab. Der Zugbegleiter erfuhr erst durch die Presse von der glücklichen Zusammenführung von Hund und Frauchen. Er war ebenfalls sehr froh über das Happy End dieser Geschichte und reichte noch einige Details zur Bahnfahrt nach, sodass wir heute über die vollständige Geschichte berichten können.