Hamburger Flughafen ersetzt Sprengstoffspürhunde durch Maschinen

Der Frankfurter Flughafen macht es umgekehrt

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Hamburger Flughafen ersetzt Sprengstoffspürhunde durch Maschinen

Technik vs. Sprengstoffspürhunde

Sprengstoffdetektoren gibt es schon lange, doch waren die Sprengstoffspürhunde der Technik bislang stets überlegen. Kaum etwas ist so schnell, wie der technische Fortschritt und so nehmen wir die Aussage der Hamburger Flughafenbetreiber, dass die Maschinen zuverlässiger seien, als die Hunde, erst einmal wertungsfrei zur Kenntnis. Der Grund, dass die Maschinen wirtschaftlicher sind, erscheint aber wohl eher der Grund für den Wechsel zu sein, zumal der Hamburger Senat Miteigentümer des Flughafens ist. Fraglich dürfte unter diesem Aspekt auch sein, ob die Maschinen wirklich wirtschaftlicher sind und Abschreibung, Wartung, Reparaturen, Softwareupdates etc. vollumfänglich einkalkuliert wurden. Bei einer Kommune ist dies wohl mehr als unwahrscheinlich, doch ist der Senat nicht Alleineigentümer und so wird es in der Flughafengesellschaft wohl auch Finanzexperten geben, welche die Kunst des Rechnens beherrschen. Eine objektive Einschätzung erscheint schwierig. Wir fragten deshalb beim Frankfurter Flughafen nach, wie die Suche nach Sprengstoffen dort gehandhabt wird. Deutschlands größter Verkehrsflughafen war schon immer dafür bekannt, auf neuestem Stand und höchstem Sicherheitsstandard zu arbeiten.

Hamburger Flughafen ersetzt Sprengstoffspürhunde durch Maschinen
© First Class Zollservice

Back to the roots

Als wir beim Frankfurter Flughafen nachfragten, so erklärte man uns, dass die Maschinen wahrhaftig günstiger sind und auch der Frankfurter Flughafen schon seit längerer Zeit Hunde auf die Suche nach Bettwanzen in den Flugzeugen schickt. Die Sprengstoffsuche übernehmen derzeit noch die maschinellen Kollegen. Noch, denn so ganz zufrieden scheint die Fraport AG mit den Maschinen nicht zu sein. Zumindest sind die Tage der Kunstnasen gezählt und neue Sprengstoffspürhunde befinden sich in der Ausbildung und werden die Arbeit schon bald wieder selbst übernehmen. Zurzeit ist ein Sicherheitsunternehmen mit Sprengstoffspürhunden täglich am Frankfurter Flughafen unterwegs, um die Luftfracht, die mit den ortsgebundenen Detektoren nicht kontrolliert werden kann, mit Hunden und Detektoren auf Sprengstoff zu untersuchen. Detektoren sind dann besonders wichtig, wenn die Kontrolle für die Hunde ein Sicherheits- bzw. Gesundheitsrisiko darstellen würde. Fazit: Ein vollständiger Verzicht auf Sprengstoffspürhunde ist nicht ohne Sicherheitsrisiken möglich.

Technik am Limit?

Hamburger Flughafen ersetzt Sprengstoffspürhunde durch Maschinen
© First Class Zollservice

Sprengstoffspürhunde haben in den vergangenen Jahren nicht nur bei der Gepäckkontrolle hervorragende Arbeit geleistet. Auch Handgepäck und Flugreisende konnten sie genauso auf mitgeführten Sprengstoff kontrollieren, wie die Flughafengebäude selbst, Fahrzeuge im Parkhaus etc. Ob die einstigen Hundeführer also künftig einen Sprengstoffdetektor auf dem Bollerwagen hinter sich herziehen werden, mit einem tragbaren Detektor jedes zu kontrollierende Objekt fünf bis acht bleibt Sekunden lang untersuchen (so lange brauchen nämlich die Wunderwerke der Technik), oder ob auf diese Kontrollen verzichtet wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht hätte man auch nicht nur Rechenaufgaben lösen, sondern vorher mal bei den Kollegen in Frankfurt einen Erfahrungsbericht anfordern sollen. Aber möglicherweise sind die neuen Geräte in Hamburg moderner und besser als die des Fraport. Die Zukunft wird letztlich zeigen, ob die geplante Umstellung der Knaller war. Hoffen wir, dass diese Entscheidung nur bei den Finanzverwaltern für eine Bombenstimmung sorgt.

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