Golden Retriever

Golden Retriever Der Golden Retriever ist eine noch sehr junge Rasse, deren Ursprung gut dokumentiert ist. 1864 begann Dudley Marjoribanks diese Rasse aus einem gelben Retriever und einem in der Zwischenzeit ausgestorbenen Tweet Water Spaniel, sowie schwarzen Retriever, Irish Setter und sandfarbenen Bluthund zu züchten. Die neue Rasse, die sich damals „Flat-coated Retriever“ nannte, wurde 1913 erstmals ins Stud Book eingetragen. Der britische Kennel-Club erkannte den Golden Retriever noch im gleichen Jahr als eigenständige Rasse an. In den 80er Jahren eroberte der Golden Retriever das europäische Festland. Fernsehfilme und Werbespots mit Golden Retriever sorgten für einen regelrechten Boom. Im deutschen und angelsächsischen Sprachraum zählt er zu den beliebtesten und meistgezüchteten Hunderassen mit allen negativen Begleitumständen.

Name, Charakter und Verwendung

Der Golden Retriever wurde ursprünglich für die Jagd gezüchtet, um geschossene Vögel zu apportieren. Aus dieser Verwendung resultiert auch der Name Retriever, der vom engl. retrieve (apportieren, zurückholen) abgeleitet ist. Der in der Regel gute und leidenschaftliche Schwimmer apportiert auch gerne Wasservögel aus dem Wasser. Seine ausgezeichnete Nase hilft ihm dabei, die Beute leicht und schnell zu finden. Allerdings muss nicht alles Gold sein, was golden heißt. Der Golden Retriever kann nämlich auch cremefarben sein. Inzwischen wird sein Geruchssinn auch genutzt, um ihn als Rettungshund, Sprengstoffspürhund, Drogenspürhund oder Assistenzhund wie Diabetes-Signalhund, PTBS-Assistenzhund etc. auszubilden. Damit ist das Portfolio an Einsatzmöglichkeiten aber noch nicht erschöpft, denn sein freundliches Wesen, seine hohe Intelligenz und seine Leichtführigkeit machen ihn auch zu einem exzellenten Blindenführhund oder Behindertenbegleithund. Wozu sich der Golden Retriever hingegen überhaupt nicht eignet, ist als Wachhund. Er wird den Einbrecher freundlich begrüßen und sich freuen, wenn er ihm dabei helfen kann, die Beute zum Fluchtwagen zu tragen.

FamilienhundGolden Retriever

Durch sein freundliches und friedliches Wesen eignet sich der kinderliebe Golden Retriever ausgezeichnet als Familienhund, als der er auch überwiegend gehalten wird. Die Erziehung gestaltet sich bei diesem intelligenten Hund mit seinem ausgeprägten „will to please“ relativ unkompliziert und durch seine Leichtführigkeit kann der bis zu 61 cm große und temperamentvolle Hund auch von Kindern geführt werden.

Problematiken

Der Wunsch des Hundes seinem Halter zu gefallen (will to please) müsste beim Golden Retriever eher „must to please“ heißen, denn der Golden Retriever ist ein Arbeitshund, der Aufgaben braucht. Drei Mal am Tag stumpfsinnig Gassigehen reicht diesem Hund nicht aus und kann, wie bei allen geistig unterforderten Hunden, zu unerwünschten Verhaltensweisen führen. Ideale Beschäftigungen sind beispielsweise das Dummytraining, Hundesport oder Fährtenarbeit. Die edelste Form der Beschäftigung ist der Eintritt in eine Rettungshundestaffel, wo der Hund seine körperliche und geistige Auslastung findet und gleichzeitig noch hilft, Menschenleben zu retten.
Unerwünschte Verhaltensweisen sind nahezu vorprogrammiert, wenn der Golden Retriever vollzeitlich oder überwiegend im Zwinger gehalten wird. Er braucht den permanenten Kontakt und Umgang mit seinem „Rudel“. Berufstätige, bei denen der Hund den ganzen Tag alleine ist, sollten eine andere Rasse wählen.

Gesundheitliche Risiken

Im Großen und Ganzen ist der Golden Retriever ein robuster Hund mit einer sehr hohen Lebenserwartung von ca. 12-14 Jahren, wobei es natürlich auch deutlich ältere Vertreter gibt. Dennoch gibt es erblich bedingte Risiken. Hierzu zählen unter anderem:

  • Hüftgelenksdysplasie (HD)
  • Ellenbogendysplasie (ED)
  • Hereditärer Katarakt (HC)
  • Progressive Retina Atrophie (PRA)
  • Neigung zu aggressiven Verhalten
    und einiges mehr.

Gute Züchter wirken diesen Risiken durch gezielte Zuchtauswahl entgegen. Vermeintlich „günstige“ Welpen aus dem Internet oder von Hundevermehrern im In- und Ausland können dagegen im Laufe der Zeit unkalkulierbar hohe Kosten und viel Ärger verursachen.

(c) www.dogaktuell.de
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Geeignete Hundesportarten

Der Golden Retriever ist ein vielseitig interessierter und begeisterungsfähiger Hund, der im Grunde genommen alles mitmacht, was sein Herrchen/Frauchen möchte. Am meisten Spaß hat er jedoch an Hundesportarten, die etwas mit Nasenarbeit und/oder Apportieren zu tun haben, wie zum Beispiel Mantrailing, Dummytraining oder Flyball.

Wir danken Charming-Golden.de für die Bilder