Gefährliche Hunde durch Wesenstest

Wesenstest als Gefahrenbeschaffungsmaßnahme

Wesenstest als Gefahrenbeschaffungsmaßnahme

Der Wesenstest soll die gesteigerte Gefahr, die von einem Hund ausgeht, widerlegen, doch er bewirkt das Gegenteil.

Wesenstest

Der Wesenstest ist älter, als so manch einer annimmt. Er fand beispielsweise bei der Zucht von Bullterriern Verwendung. Der einst als Kampfmaschine gezüchtete Bullterrier galt noch um 1850 als eine der bissigsten Hunderassen. Mit dem Verbot der Hundekämpfe wandelte sich auch die Nachfrage. Gewünscht wurden friedliche Familienhunde, während es für Kampfhunde keinen Markt mehr gab. So wurde in die Zucht des Bullterriers ein Wesenstest integriert. Der Erfolg ließ sich sehen, denn der Bullterrier zählt heute zu den freundlichsten Hunderassen. Damit ist im Prinzip das beste Argument für einen Wesenstest gegeben, doch es folgt ein ganz fettes ABER.

Wesenstest zu Unwesensausbildung degeneriert

Ziel der Politik scheint es zu sein, alles, was gut ist, solange zu „verbessern“, bis es schlecht ist. Beim Wesenstest hat die Politik ganze Arbeit geleistet. Das war auch notwendig, denn wenn der Hund, der ganz oben auf der Rasseliste steht, von Wissenschaftlern als eine der freundlichsten Hunderassen bezeichnet wird, dann besteht Handlungsbedarf. Logische Konsequenz wäre die Abschaffung der Rasseliste, doch logisches Denken ist in der Politik strengstens verboten und so wurde der Wesenstest entsprechend „verbessert“. Mit dem neuen Wesenstest werden dem Hund sämtliche Formen der Kommunikation verboten. Jegliche Drohgebärden, die einem Angriff vorausgehen, werden als aggressives Verhalten gewertet und sorgen dafür, dass der Hund den Wesenstest nicht besteht. Erst wenn der Hund jegliche Formen des Angriffs gegen ihn regungslos hinnimmt, hat er den Wesenstest bestanden. Tatsächlich verzichtet er nur auf die Vorstufe des Drohens, da diese verboten ist, und wird, wenn das Maß voll ist, ohne Vorwarnung zubeißen. So wurde es ihm schließlich beim Wesenstest beigebracht. So schafft die Politik Hunde, die ihre Abneigung gegen eine Person, eine Situation oder ein Verhalten nicht mehr zum Ausdruck bringen und stattdessen ohne jede Vorwarnung zubeißen. Ein künstlich geschaffenes Argument für die Rasseliste. Künstliche Gefahren werden geschaffen, um sie als Sicherheit zu verkaufen; die Schuldigen beschuldigen die Opfer und das Volk glaubt sich in falscher Sicherheit. Dabei wäre es so einfach (politisch gesehen): Einfach eine Leinenlänge Abstand halten.

Einen weiteren Artikel zum Thema Gefahr durch Wesenstest lesen Sie in unserer kostenlosen E-Paper-Ausgabe 3/2016.