Einen hundefreundlichen Garten gestalten

In Gärten können Gefahren lauern

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Einen hundefreundlichen Garten gestalten

Hundefreundlichen Garten

Um einen hundefreundlichen Garten zu gestalten und Gefahren zu beseitigen, ist einiges zu beachten. S. Schläger gibt Tipps zum perfekten Hundegarten.

Tür auf und den Hund in den Garten lassen, ist bequem, doch für den Hund nicht optimal und teilweise sogar gefährlich. Was es bei der hundefreundlichen Gartengestaltung zu beachten gibt, hat Sebastian Schläger in einem ausführlichen Ratgeber beschrieben. Worum es konkret geht, lesen Sie in dem folgenden Artikel.

In Deutschland leben über 30 Millionen Haustiere, davon rund 8,6 Millionen Hunde. Ein Garten hat bei der Hundehaltung viele Vorteile: Die Stubenreinheit bei Welpen lässt sich leichter trainieren. Der Garten kann kurze Gassigänge ersetzen und erleichtert das Leben für Hundebesitzer, wenn der Halter krank ist oder der Hund unter Durchfall leidet. Sicherer Auslauf und Rennen und Toben ohne Leine sind möglich, auch bei Hunden, die ansonsten nicht freilaufen dürfen.

Mit den folgenden Tipps lässt sich ein Garten für Hunde so gestalten, dass er sicher ist und eine artgerechte Beschäftigung möglich wird.

Den Garten in verschiedene Bereiche einteilen

Ideal für Hunde ist es, wenn sie ihren natürlichen Bedürfnissen im Garten nachkommen können. Eine Möglichkeit zur Gestaltung bieten verschiedene Gartenbereiche:

Hundefreundlicher Garten
© Pixabay
  • Es sollte Fläche zum Rennen und Toben vorhanden sein, zum Beispiel ein Rasen. Ideal sind belastbare und robuste Rasensorten (Sportrasen, Spielrasen).
  • In einer Buddelecke kann sich der Hund seinem Bedürfnis gemäß beschäftigen, ohne dass Beete oder der Rasen leiden. Die Buddelecke sollte groß genug sein und eine tiefe Schicht Erde (oder auch Laub und Sand) bieten. Es gibt aber keine Garantie, dass der Hund sie annimmt.
  • Wenn der Hund sein Geschäft im Garten machen darf, aber nicht überall die Spuren erwünscht sind, ist eine Kotecke (Hundetoilette) eine gute Möglichkeit. Die Benutzung dieser Ecke muss aber mit Geduld geübt werden.
  • In Beschäftigungsecken ist Platz für Spiel und Spaß.
  • Soll ein Hund Bereiche nicht betreten, sollte man sie vorher als Tabuzone festlegen. Statt langwierigem Training und Verboten ist es manchmal einfacher, den Bereich hundesicher abzugrenzen.

Beschäftigung, Spiel und Spaß

Verschiedene Hunde und Rassen brauchen verschiedene Arten von Auslastung und ein unterschiedliches Pensum an Beschäftigung, Nasenarbeit oder Kopfarbeit. Es gibt viele Möglichkeiten, die sich auch im eigenen Garten umsetzen lassen:

Suchspiele

Ihre Nase zu benutzen liegt Hunden im Blut. Das Erschnüffeln von Gegenständen oder Leckerli macht fast allen Hunden Spaß und ist zugleich sehr fordernd für das Köpfchen. Es können Leckerli im Garten verteilt oder ein Futterbeutel versteckt werden, die der Hund suchen muss. Für Fortgeschrittene eignet sich zum Beispiel die Objektsuche.

Amazing mit Apportierholz
© by Charlie Mauschl

Apportieren

Das Zurückbringen von geworfenem Spielzeug, Bällen oder Dummys lieben Retriever, aber auch viele andere Hunde. Für Fortgeschrittene: Der Hund muss warten und darf erst auf Kommando der „Beute“ hinterher.

 

Trickdogging, Dogdance & Co.

Tricks mit dem Hund einzuüben (Trickdogging) oder eine Choreografie mehrere Tricks zur Musik (Dogdance) fordern Hund und Halter. Ideal im Garten: Man hat viel Fläche und einen rutschfesten Untergrund.

Agility, Fährtenarbeit, Dummytraining, Longieren

Beschäftigungen wie Agility, Fährtenarbeit, Dummytraining oder Longieren kann man auch im eigenen Garten machen. Anfänger sollten sich den richtigen Aufbau in einer Hundeschule oder einem Hundeverein zeigen lassen oder sich online oder in Büchern darüber informieren.

Entspannung und sommerliche Abkühlung
© Diego Müller

Entspannung und sommerliche Abkühlung

Hunde brauchen nicht nur Beschäftigung, sondern auch genug Auszeiten. Immerhin ruhen Hunde Untersuchungen zufolge bis zu 20 Stunden am Tag. Daher sind Ruheplätze im Garten wichtig. Im Hochsommer freuen sich Hunde, genauso wie wir, über Erfrischung.

 

Ruheplätze im Garten

Hund im Pool/ Diego Müller
© Diego Müller

Schön ist es im Sommer für den Hund, wenn er im Schatten ruhen kann. Dafür können Bäume mit dichter Krone, Spaliere oder auch Sonnenschirme und Sonnensegel sorgen. Eine Hundehütte kann aber ein Rückzugsort für den Hund sein, wenn man viel Zeit im Garten verbringt. Liegeplätze im Freien kann man mit speziellen, an der Unterseite wasserdicht beschichteten Decken und Hundekissen schaffen, oder indem man ein Hundekörbchen oder Falt- bzw. Stoffboxen an geschützte Stellen auf der Terrasse stellt (diese sollte man bei schlechter Witterung und nachts aber nicht draußen lassen).

Hundeerfrischung im Sommer

Hundeerfrischung im Sommer
© Pixabay

Im Sommer kann man einiges tun, um im Garten für Abkühlung und Erfrischung zu sorgen. Man sollte jedoch immer darauf achten, welchen Typ Hund man hat. Einige lieben Wasser in jeder Form, andere sind eher wasserscheu.

  • Es sollte immer ein Wassernapf mit frischem Wasser bereitstehen
  • Hundeplanschbecken oder Plastikwannen (zum Beispiel Sandmuscheln für Kinder) sind mit Wasser gefüllt bei vielen Hunden sehr beliebt, um zu toben und sich zu erfrischen.
  • Einfach, aber spaßig: Der Gartenschlauch. Manche Hunde lieben es, mit dem Wasserstrahl aus dem Schlauch zu spielen.
  • Für Abkühlung können auch Kühlmatten für Hunde oder spezielle Kühlhalsbänder sorgen.
  • Bei großer Hitze gilt: Wenig Action, viel Ruhe und keine anstrengenden Aktivitäten in der heißesten Zeit des Tages.

Eis für Hunde

So gut wie jeder Hund liebt Hundeeis. Tipp: Das Eis in einen Kong (oder andere hohle Futterspielzeuge) einfüllen und darin einfrieren für besonders langen Schleckgenuss.

Was eignet sich als Hundeeis? Joghurt oder Quark mit Banane mischen, Leberwurst mit pürierter, gekochter Karotte (es geht auch ein Babygläschen) mischen oder einfach das gewohnte Nassfutter verwenden. Auch gedünstetes püriertes Hühnchen kann man darunter mischen.

Hund und Teich: Was sollte man beachten?

Ideal zum Planschen, Toben und, wenn er groß genug ist, sogar zum Schwimmen ist ein Gartenteich. Allerdings sollte man hier beachten: Hunde gehen oft nicht zimperlich mit Pflanzen, Dekorationen und Teichfolie um. Hat der Hund stets freien Zugang zum Teich, springt er eventuell auch dann hinein, wenn es gerade nicht erwünscht ist.

Safety first: Auf Gefahrenquellen achten

Damit Hund und Halter Freude am Garten haben, sollte man im Garten auf Gefahrenquellen für Hunde achten und für eine sichere Umzäunung sorgen.

Hundesicherer Zaun
© Pixabay

Hundesicherer Zaun

Ein sicherer Zaun ist hoch genug, hat keine Lücken und keine Möglichkeiten, wo der Hund durchschlüpfen könnte. Bellt der Hund am Zaun, hilft (neben Training) oft auch ein Sichtschutz.

So lassen sich Gefahrenquellen für Hunde vermeiden

  • Giftpflanzen und giftige Früchte erkennen, meiden und sichern (besonders wichtig bei Welpen)
  • Mit Vorsicht Düngen und möglichst auf Pflanzenschutzmittel verzichten
  • Komposthaufen sichern
  • Gartengeräte sichern
  • Dünger und gefährliche Stoffe unzugänglich lagern

Welche Pflanzen und Früchte sind giftig für Hunde?

Giftpflanzen sind besonders für Welpen und Junghunde eine Gefahr. Deshalb sollte man beachten: Bei bestehenden Pflanzen und Neuanschaffungen vorher klären, ob sie giftig sind. Auch bei Bäumen, falls der Hund gern auf Zweigen und Ästen herumkaut.

Giftige Pflanzen für Hunde: Kirschlorbeer, Thuja, Buchsbaum, viele Tulpengewächse, Rhododendron, Oleander, Eisenhut und viele mehr.

Welche Gartenfrüchte darf der Hund fressen?

Obst & Gemüse für Hunde
© DogAktuell.de

Erdbeeren, Himbeeren, Äpfel, Karotten und Ähnliches sind unbedenklich. Schädlich für Hunde sind zum Beispiel Weintrauben, Zwiebelgewächse, rohe Kartoffeln, Kerne von Steinobst, vergorenes Fallobst oder rohe Hülsenfrüchte.

Hier geht es zu dem ausführlichen Ratgeber.