Ein Hund soll einziehen

Entweder richtig, oder gar nicht

Ein Hund soll einziehen

Ein Hund soll einziehen. Damit es mit dem besten Freund des Menschen klappt, heißt es bei der Anschaffung „entweder richtig, oder gar nicht“.

Wer bereits seit Jahren Hunde hält, der kennt die Freuden, aber auch die Sorgen und Probleme, die mit der Hundehaltung verbunden sind. Erfahrene Hundehalter werden in diesem Artikel daher nichts, oder nicht viel Neues finden. Dieser Artikel richtet sich an diejenigen, bei denen erstmals ein Hund einziehen soll.

Manchmal muss es ein Stoffhund seinManchmal muss es ein Stoffhund sein

Als Erstes sollten die Beweggründe geklärt werden, weshalb ein Hund angeschafft wird. Soll der Hund hauptsächlich ein Gelände bewachen, so ist ein besonders menschenbezogener Hund mit Sicherheit die falsche Wahl. Auch ein Dackel, der nach Möglichkeit nicht springen sollte, ist für Freunde des Agility eine klassische Fehlentscheidung, auch wenn er noch so goldig ist. Jack Russel Terrier werden gerne als Gesellschaftshund gehalten und dabei ihre Intelligenz und ihr Arbeitswille völlig unterschätzt. Wenn er dann von morgens bis abends kläfft, so liegt es angeblich an der Rasse und nicht am Halter, der diesen Hund hoffnungslos unterfordert. Wer einen Spielkameraden für seine Kinder sucht, ist sicherlich mit einem Staffordshire Bullterrier optimal bedient, doch wenn er nicht gerade in Schleswig-Holstein lebt, ist diese Rasse zum Teil mit Auflagen und/oder einer hohen Hundesteuer verbunden. Um nach Feierabend mit einem Hund eine Runde durch den Park zu drehen, rechtfertigt nicht, sich einen Hund anzuschaffen. Nach Gebrauch abschalten und im Schrank verstauen lassen sich nur batteriebetriebene Stoffhunde. Die Bewerbung als Gassigänger beim nächstgelegenen Tierheim wäre hier die sinnvolle Alternative.

Wenn die Rasseliste ein Schuss nach hinten istWenn die Rasseliste ein Schuss nach hinten ist

Ein absolutes Haltungsverbot sollte denjenigen auferlegt werden, die einen Hund lediglich als Mittel zum Zweck anschaffen. Das gilt nicht nur für skrupellose Vermehrer, sondern auch für diejenigen, die sich so eine Zugehörigkeit oder sonstige Vorteile verschaffen wollen. Einige Männer geben offen zu, dass sie einen Hund haben, weil sie so leichter mit Frauen in Kontakt kommen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher sein. Sorry, aber hierfür gibt es Kontaktbörsen im Internet und für hoffnungslose Fälle Flugtickets nach Thailand im Reisebüro. Ebenfalls erschreckend sind Kommentare mit dem Wortlaut „Ich hole mir jetzt auch einen Listenhund“, der deutlich macht, dass der Hund hier lediglich den Zweck hat, einer Gruppe anzugehören. Auch solche Kommentare haben wir schon einige Male gelesen, wobei es gewiss einige mehr sind, die so denken, jedoch nicht so dumm sind, es zu schreiben. Es zeigt allerdings auch, dass die Rasseliste ihren propagierten Zweck nicht unbedingt erfüllt.

Welpe, Junghund oder SeniorWelpe, Junghund oder Senior

Meist ist der erste Hund ein Welpe und die Probleme nehmen ihren Lauf. Bereits nach wenigen Monaten beginnen die Welpen alles zu zerstören, was sie zwischen ihre spitzen Zähne bekommen. Für viele Welpen ist dies der Zeitpunkt an dem sie ins Tierheim umziehen müssen. Andere werden sicher weggesperrt und die Erziehung vernachlässigt, da sie vermeintlich noch zu jung dazu sind. Kommen die unerzogenen Welpen dann in das Rüpelalter des pubertierenden Junghundes, ist der Anfänger hoffnungslos überfordert und hat, je nach Größe, sogar Angst vor dem eigenen Hund. Mit den Junghunden aus dem Tierschutz verhält es sich ähnlich. Selbst wenn sie gut sozialisiert und erzogen sind, kann es sein, dass sie die Schwächen des unerfahrenen Halters recht schnell erkennen und die Chefrolle zu übernehmen versuchen. Anfängern kann daher nur der gute Rat gegeben werden, sich zunächst einen erwachsenen Hund von vier Jahren oder mehr anzuschaffen. Dass Senioren nicht mehr spielen wollen, ist ein Irrglaube. Auch Senioren lieben es, mit ihrem Halter und ihrem Spielzeug zu spielen, nur eben etwas ruhiger und besonnener, was dem Anfänger sehr entgegen kommt.

Welche Rasse soll es sein?

Einen Hund nach seinem Aussehen oder nach einer Fernsehserie anzuschaffen, ist mit Sicherheit der verkehrteste Weg. Die Polizei wäre längst zum Deutschen Schäferhund zurückgekehrt, wenn es einen Kommissar Rex wirklich geben könnte. Jede Rasse hat ihre besonderen Eigenschaften. Die Kunst bei der Anschaffung liegt darin, die Rasse zu finden, deren Eigenschaften am besten zu den Gegebenheiten passen. Hierzu ist beispielsweise der VDH auf Messen und Ausstellungen ein guter Ansprechpartner. Eine Garantie ist dies jedoch nicht. Wie auch die Menschen ist jeder Hund anders. Bei dem einen sind gewisse Eigenschaften extrem ausgebildet, bei dem anderen so gut wie nicht vorhanden. Bei Mischlingen wird es besonders schwierig. Welche Eigenschaft von welcher Rasse setzt sich durch? Das optische Erscheinungsbild ist dabei wenig aussagekräftig. Die zuverlässigsten Aussagen kann man bei ausgewachsenen Hunden aus der Vermittlung machen. Sofern es sich nicht um Fundtiere handelt, sind neben den Eigenschaften sogar alle Vorlieben, Abneigungen, die komplette Vorgeschichte und das genaue Geburtsdatum bekannt.

Vorsicht beim WelpenkaufVorsicht beim Welpenkauf

Wenn es doch ein Welpe sein soll, dann ist beim Züchter genau hinzusehen. Welpen aus schlechter Zucht sind meist anfällig für Krankheiten und nicht selten verhaltensgestört. Bei der Unterscheidung von guten und schlechten Züchtern spielen sehr viele Faktoren eine Rolle. Als Erstes sollten die Elterntiere begutachtet werden. Leben sie im Familienverband, was nicht nur bei Hobbyzüchtern, sondern auch bei guten professionellen Züchtern der Fall ist, oder leben die Elternteile isoliert in einem Zwinger? Wie verhalten sie sich dem Fremden gegenüber? Ängstliches, apathisches oder aggressives Verhalten sollte einem zu denken geben. In welchem Allgemeinzustand befinden sich die Elterntiere? Sind die Elterntiere nachweislich frei von HD, ED und rassetypischen Erbkrankheiten? Wie oft wird das Muttertier gedeckt? Ein guter Züchter wird seine Hündin nicht bei jeder Läufigkeit decken lassen, sondern mindestens eine Läufigkeit auslassen. Wie alt war die Hündin bei ihrem ersten Wurf? Wird eine Hündin zu jung gedeckt, wirkt sich das nicht nur auf die Hündin selbst negativ aus. Wie werden die Welpen aufgezogen und versorgt? Leben sie mit der Hündin in einem Zwinger, oder haben sie beispielsweise ein Welpenzimmer im Haus? Sind die Welpen entwurmt und tierärztlich untersucht worden? Ein gewissenhafter Züchter wird all diese Fragen beantworten und nicht nur zu den Eltern, sondern auch zu den Großeltern und Urgroßeltern. Im Gegenzug wird ein gewissenhafter Züchter aber auch einen ganzen Fragenkatalog an Sie stellen und seine Welpen nicht einfach blind verkaufen.

Finger weg bei Unklarheiten!

Bei Käufen aus dem Internet oder über Kleinanzeigen sind diese Informationen kaum einzuholen, weshalb von dieser Art Welpenkauf DRINGEND abzuraten ist. Auch bei Welpen aus dem Tierschutz ist es meist unmöglich, ausreichende Informationen über die Herkunft einzuholen. Schlimmer noch: Teilweise heißt es dort, dass die Welpen aus einer Beschlagnahmung stammen. Eine Beschlagnahmung erfolgt nur, wenn die Zustände der Zucht katastrophal sind. Probleme und immense Kosten sind hier quasi vorprogrammiert.