Dobermann

Den Ursprung hat der Dobermann in Deutschland, wo die seit über 100 Jahren von der FCI anerkannte Hunderasse in den 70er Jahren des 19. Jh. von Friedrich Louis Dobermann gezüchtet wurde, und ist die einzige deutsche Hunderasse, die den Namen ihres ersten Züchters trägt.
Sowohl in Brandenburg als auch in acht von zwölf Kantonen der Schweiz mit Rasselisten wird der Dobermann als Listenhund geführt. Im Kanton Wallis sind sogar die Haltung, Zucht und Einfuhr von Dobermännern verboten.
Der Dobermann ist ein sehr sensibler und intelligenter Hund mit einem ausgeprägten Bewegungsdrang, der sowohl körperlich als auch geistig gefordert werden will und muss. Zwingerhaltung ist für ihn daher absolut ungeeignet und führt zu Nervosität. Der kraftvolle und intelligente Hund will und muss arbeiten. Gefährlich können Dobermänner nur dann werden, wenn sie in Zwingern gehalten und körperlich und geistig unterfordert werden. Das gilt allerdings nicht nur für den Dobermann, sondern auch für viele andere Rassen wie beispielsweise den deutschen Schäferhund, den Labrador oder den Golden Retriever. Die Einstufung als Listenhund verdankt der Dobermann somit der falschen Haltung vieler Hundehalter. Bei Haltung in der Familie und körperlicher und geistiger Forderung entfalten sich seine positiven Eigenschaften als zuverlässiger und kinderlieber Familien-, Gebrauchs-, Schutz- und Begleithund. Entgegen allgemeiner Vorurteile ist der Dobermann von Grund auf friedlich, treu und extrem anhänglich. Gefordert wird von den Verbänden eine mittlere Schärfe und Reizschwelle. Seiner Aufmerksamkeit entgeht nichts und so ist er auch als selbstbewusster und unerschrockener Wach-, Haus- und Hofhund einsetzbar.
Seine Intelligenz, Kraft und sein Mut in Verbindung mit seinem Temperament und seiner Lern- und Arbeitsfreude machen den Dobermann „beruflich“ sehr vielseitig. Im ersten und zweiten Weltkrieg arbeitete er als Minensuch-, Melde- und Sanitätshund. Auch heute noch sind zahlreiche Dobermänner bei der Bundeswehr und beim Zoll als Diensthunde beschäftigt. Auch als Therapiehund, Rettungshund und Blindenführhund findet der Dobermann Beschäftigung. Am längsten dagegen ist der Hund im Polizeidienst, was ihm auch den Namen Gendarmenhund einbrachte und ist auch heute noch ein beliebter Polizeihund.
Privat kann dem Bewegungs- und Tatendrang dieses eleganten Hundes mit diversen Hundesportarten entsprochen werden, für die der Dobermann hervorragend geeignet ist. Zu diesen Sportarten gehören zum Beispiel das Mantrailing, Agility, Obedience und VPG (Vielfältigkeitsprüfung für Gebrauchshunde). Auch Flyball lange Spaziergänge und das Laufen neben dem Fahrrad machen dem Dobermann Spaß.

Der Dobermann wird 63 bis 72 cm groß und bis zu 45 Kg schwer. Sein glattes, glänzendes Fell ohne Unterwolle ist schwarz oder dunkelbraun und hat jeweils rotbraune Abzeichen. Weitere Farben wie isabell, blau oder weiß sind möglich, jedoch durch den deutschen Verband Dobermann-Verein e.V. international für alle dem IDC zugehörenden Zuchtverbände von der Zucht ausgeschlossen. Die mittelgroßen, abgerundeten Ohren sind unkupiert hängend. Das Kupieren der Ohren und der Rute ist in den meisten europäischen Ländern inzwischen verboten. Dem trägt der Dobermann-Verein Rechnung, indem ab dem 1. Januar 2015 der Rassestandard in Bezug auf Ohren und Rute geändert wird. Ab dem 1.1.2015 sind somit nur noch an Ohren und Rute unkupierte Dobermänner als reinrassig bezeichnet werden.

Zu den rassetypischen Krankheiten gehört die „Dilatative Kardiomyopathie“ (DCM), die fälschlicher Weise auch als Dobermann Kardiomyopathie bezeichnet wird und eine besonders aggressive Form der Herzerkrankung ist, die bis zum plötzlichen Herztod führen kann. Auch eine Empfänglichkeit für das Wobbler-Syndrom ist bei dieser Rasse bekannt.
Weitere Krankheiten, die in einigen Rasseporträts genannt werden, kommen so selten vor, dass dem Dobermann-Verein e.V. international keine bzw. so gut wie keine Fälle von ihnen bekannt sind. Zu diesen Krankheiten gehören die erbliche Innenohrerkrankung „Kongenitales Vestibularsyndrom“, das mit Gleichgewichtsstörungen und Taubheit einhergeht, die Hüftgelenksdysplasie (HD), die von-Willebrand-Krankheit, die eine Blutgerinnungsstörung bedeutet und die Dancing Dobermann Disease, eine Erkrankung neurologischer Art.
Fazit:
Der Dobermann ist eine ausgesprochen gesunde und vitale Rasse mit überdurchschnittlich gesunden Hüften und Ellenbogen, dessen Lebenserwartung mit etwa 12 bis14 Jahren im Vergleich zu anderen Hunderassen dieser Größe überdurchschnittlich hoch ist. Der Dobermann ist für Hundesportler, Rettungshundeführer etc. mit Hundeerfahrung ein idealer Begleiter. Für Anfänger oder Menschen, die einen Familienhund nur zum schmusen und spielen suchen, ist er dagegen absolut ungeeignet.