Die Wahrheit über Finn im Tierheim Bergheim

Kleinkrieg auf Spendenkosten

Die Wahrheit über Finn im Tierheim Bergheim

Mehr Tierschmutz als Tierschutz im Tierheim Bergheim. Ein persönlicher Kleinkrieg der Tierheimleitung wird auf Spendenkosten ausgetragen.

Fin 17-mon B-Münzer
© von Ritter

Der Stein des Anstoßes

Es ging um einen jungen Malinois, der im Tierheim Bergheim abgegeben wurde. Frau Sabrina P. wollte diesen Hund dort wieder herausholen. Sie kannte den Hund, seit er 8 Wochen alt war. So reiste sie von Kärnten nach Bergheim. Der Malinois namens Finn überschlug sich fast vor Freude, doch das Tierheim wollte den Hund weder ihr noch dem Züchter des Hundes aushändigen. In den zwei Monaten, in denen der Hund im Tierheim saß, hat er rapide abgebaut und sich aufgegeben. Frau P. wusste sich keinen Rat mehr und postete die Geschichte auf Facebook. Auch uns wurde diese Geschichte zugetragen und wir versprachen, den Fall zu untersuchen und darüber zu berichten. Inzwischen geriet der Post außer Kontrolle und entwickelte sich zu einem Shitstorm gegen das Tierheim. Wir rieten Frau P. diesem Shitstorm entgegenzuwirken, doch dieser war nicht mehr aufzuhalten. So löschte sie den Post schließlich als letztes Mittel, um einen weiteren Shitstorm auszubremsen.

Vorgeschichte

© Sabrina P.
© von Ritter

Saskia Maier (Name v. der Redaktion geändert) arbeitet als Polizistin bei der österreichischen Polizei und bewarb sich um eine Stelle als Diensthundeführerin. Ihre Qualifikationen sprachen für sich. Seit dem 12. Lebensjahr trainiert sie in der Hundeschule, hat den Hundeführerschein, diverse BH-Prüfungen absolviert, an verschiedenen Breitensportturnieren teilgenommen, eine Ausbildung zur Hundetrainerin beim österreichischen Verein für Deutsche Schäferhunde (SVÖ) gemacht etc. So erhielt sie schließlich von ihrem Dienstherren die vorläufig mündliche Zusage, und man sagte ihr, dass sie sich schon einmal einen Hund aussuchen könne. Darauf hin wandte sie sich an einen Kollegen, der bereits einen ausgezeichneten Diensthund führte. Er empfahl ihr die Zucht vom Hause Ritter, bei der auch er seinen Diensthund gekauft hatte. Im Alter von 23 Jahren erhielt sie schließlich den 8 Wochen alten Finn. Zusammen mit Frau P. begann sie mit dem Hund, dem Alter entsprechend, auf dem Hundeplatz zu trainieren. Auch der Obmann dieses Hundesportvereins ist ein Diensthundeführer der Polizei. Alles schien im grünen Bereich zu sein. Doch dann erfolgte die unerwartete Absage. Saskia Maier behielt den Hund dennoch. Da sie ihn nun aber nicht als Diensthund führen konnte, musste sie ihn während der Arbeitszeit bei ihren Eltern lassen. Auch dies ging so lange gut, bis die Eltern schwer erkrankten und den Hund nicht mehr beaufsichtigen konnten, da sie selber Hilfe benötigten.

Finn bei W.Bartz
© Sabrina P.

Finns Vermittlung nach Deutschland

In ihrer Not gab sie den Hund an Sabrina P. damit diese sich um ein neues Zuhause für Finn kümmern möge. Da Sabrina P. zu diesem Zeitpunkt selber zwei Hunde hatte, in Wien arbeitete und nur an den Wochenenden nach Kärnten fahren konnte, konnte sie Finn auf Dauer nicht bei sich halten. Sie erinnerte sich an einen Malinoisfreund, der oftmals in Kärnten Urlaub machte und den sie von diversen Spaziergängen mit den Hunden her kannte. Sie erzählte ihm von Finn und er war sofort begeistert und wollte ihn zum Rettungshund ausbilden. Da Finn aus einer Leistungszucht stammt, und zur körperlichen und geistigen Auslastung unbedingt arbeiten muss, ein optimales Zuhause. Es wurde, leider nur mündlich, vereinbart, dass, sobald es irgendwelche Probleme gäbe, er sich bei Frau P. melden solle, und sie den Hund dann ohne jede weitere Frage sofort zurücknehmen würde. Anfangs schien es, als ob Finn das ideale Zuhause gefunden hätte. Mehrmals die Woche kamen Berichte und Bilder, die Finn und sein neues Leben in den höchsten Tönen der Begeisterung lobten. Etwa einen Monat später brach der Kontakt urplötzlich ab. Aus gutem Grund, wie sich wenig später herausstellte, denn Finn wurde, entgegen der Vereinbarung, von einem Tag auf den anderen im Tierheim abgegeben.

Finn im TH-Bergheim
© von Ritter

Finns Leiden begann

Als Sabrina P. davon erfuhr, machte sie sich am 6. Januar 2017 auf den Weg von Kärnten nach Bergheim, um Finn wieder zu sich zu holen. Die Herausgabe wurde ihr jedoch verweigert, mit der Begründung, dass nicht ausgeschlossen werden könne, dass sie vom Züchter geschickt worden sei, der seitens des Tierheims als „Vermehrer“ tituliert wurde, der aus reiner Profitgier Hunde züchten würde. Auch bestünde die Gefahr, dass sie mit Finn Hundesport betreiben würde. Finn war stets ein wohlgenährter und lebenslustiger Hund. Nach nur einem Monat im Tierheim befand er sich in einem erbärmlichen Zustand, der zu dem ungewollten Shitstorm gegen das Tierheim einen nicht unwesentlichen Beitrag leistete. An dieser Stelle ist das Tierheim jedoch in Schutz zu nehmen, denn Finn, der aus einer Leistungszucht stammt, muss arbeiten. Den Anforderungen, die ein solcher Hund an den Halter stellt, kann ein Tierheim rein zeitlich unmöglich gerecht werden. Nur wenige Stunden nach Beginn des Shitstorms war Finn plötzlich vermittelt. Er sei bei einer Familie untergekommen, die sich bestens mit Problemhunden auskenne und bei der Finn nun einen Platz auf Lebenszeit hätte. Diesen Platz auf Lebenszeit verließ Finn jedoch bereits vier Stunden später, sofern es diesen überhaupt gab, und wurde in eine Tierpension verfrachtet.

Wo ist die GegendarstellungGegendarstellung des Tierheims

Einige der oben genannten Fakten wurden uns durch Belege bewiesen, andere Behauptungen basieren lediglich auf der Aussage von Frau P. Um uns ein objektives Bild zu verschaffen, konfrontierten wir das Tierheim Bergheim und den Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT) mit diesen Aussagen und Vorwürfen und baten um eine Stellungnahme. Da uns eine solche Stellungnahme mit einer entsprechenden Richtigstellung aus Sicht des Tierheims bis heute nicht gegeben wurde, müssen wir davon ausgehen, dass dies alles, so wie beschrieben, den Tatsachen entspricht. Die einzige Reaktion des Tierheims war ein offener Brief und kurze Zeit später ein Post mit dem Titel „Genug ist genug“ auf Facebook mit zahlreichen Gegenbeschuldigungen. Belegt wurde hierbei keine der jeweiligen Behauptungen und so steht Aussage gegen Aussage, mit Ausnahme der Behauptungen, für die uns die Gegenbeweise vorliegen. Einiges, was Frau P. behauptet, kann nicht belegt werden, jedoch konnte bis jetzt auch keine einzige ihrer Äußerungen widerlegt werden. Im Gegensatz zu den Behauptungen aus dem offenen Brief und dem zweiten Post. In den folgenden zwei Absätzen wollen wir uns diese Behauptungen einmal genauer ansehen.

Offener Brief auf FacebookOffener Brief

Der Brief beginnt wie folgt:

„Sehr geehrte Frau Sabrina P.,

seit vorgestern steht dank Ihrer Hetzkampagne gegen uns das komplette Tierheim Kopf.“

Dies ist zweifelsfrei die erste falsche Behauptung, denn Frau P. hat in ihrem Post lediglich über den Hund, die näheren Umstände und ihre Erfahrungen berichtet, die sie bei dem Versuch, den Hund aus dem Tierheim zu holen gemacht hatte. Sie hat in keiner Weise Hetzparolen verbreitet, oder zu einem Shitstorm aufgerufen. Der Shitstorm wurde von entrüsteten Hundefreunden losgetreten und konnte von Frau P. nicht mehr gestoppt werden. Somit ist auch folgende Behauptung falsch:

Wir werden bedroht, verleumdet und angeklagt. Von Menschen, die noch nie einen Schritt in unser Tierheim gesetzt haben, bis vorgestern von unserer Existenz noch nicht einmal etwas wussten. Aufgestachelt von Ihnen – weil wir uns weigerten, Ihnen einen Hund auszuhändigen, den sie erst im November 2016 eigenhändig weiterverkauft haben.“ (Schreibfehler in den wörtlichen Zitaten wurden nicht korrigiert. Lediglich Namensnennungen wurden abgekürzt) Richtig ist, dass Frau P. sogar alles unternommen hat, um den Shitstorm zu bremsen und, als alles nicht half, ihren Post gelöscht hat. Ihr ging es nicht um einen Shitstorm, oder darum, das Tierheim in Misskredit zu bringen, sondern darum, den Hund aus dem Tierheim zu befreien. Somit ist die Schlussbemerkung, in der es heißt: „Wir hoffen, Frau P., Sie haben Ihr Ziel erreicht und können nun wieder ruhig schlafen“, nicht nur falsch, Justiziasondern stellt eine ungeheuerliche Unterstellung dar.

Den nächsten Passus brauchen wir nicht großartig zu kommentieren, denn diesem widerspricht das Tierheim ja bereits im Schluss des Schreibens selbst. Zunächst heißt es: „Ihre Postings und die ihrer treuen Anhänger verbreiteten sich nicht nur auf Facebook wie ein Lauffeuer, auch bei Google sind unsere Bewertungen dank Ihrer „Kampagne“ so unterirdisch, dass wohl niemand, der das liest, jemals noch ein Tier von uns adoptieren wird.“ Am Ende schreiben sie „durch die massive Aufmerksamkeit hat Finn vorgestern ein neues Zuhause gefunden.“ Anzumerken ist lediglich, dass auch dies nicht den Tatsachen entspricht, denn Finn wurde keineswegs vermittelt, sondern in einer Tierpension zwischengeparkt. Das erklärt auch, weshalb das Tierheim den Hund zwar wenige Stunden nach Beginn des Shitstorms von der Vermittlungsseite entfernen konnte, unter den „glücklich vermittelten“ Tieren aber nicht aufzufinden ist. Doch hierzu später mehr.

Dass sich hier ein Kleinkrieg zwischen Frau P. und dem Tierheim angebahnt hat, ist unschwer zu erkennen. Hier jedoch auch noch die Polizei mit einfließen zu lassen, womit der Versuch unternommen wird, auch Spendendiese unterschwellig in Misskredit zu bringen, ist unterste Schublade. Zitat: “Wir hoffen, Ihnen ist – gerade in ihrem Beruf als Polizistin und damit Person des öffentlichen Dienstes – bewusst, was Sie damit angerichtet haben. Und wer die Geschädigten dieser beispiellosen Hetzkampagne sind: Es sind die Tiere, die Sie doch anscheinend so lieben. Denn die werden darunter zu leiden haben, wenn zukünftig Spender und Adoptanten ausbleiben.“ Interessant ist auch die Reihenfolge und damit die Prioritäten des Tierheims, welches zunächst um die Spenden und erst an zweiter Stelle um die Vermittlung besorgt ist.

Der Bund gegen Missbrauch der Tiere macht seit 65 Jahren qualifizierten praktischen und politischen Tierschutz und betreibt in Deutschland 11 Tierheime. Wir finden es sehr erstaunlich, dass uns in den letzten Tagen jegliche Kompetenz im Bereich der Hundevermittlung abgesprochen wird und über uns aufgrund eines Fotos und Posts gerichtet wird, ohne sich selbst darüber ein Bild zu machen oder Kontakt mit uns aufzunehmen.“

Finn 16mon B-Münzer
© Sabrina P.

Wir traten sowohl mit dem Tierheim als auch mit dem BMT in Verbindung und baten um eine Gegendarstellung/Stellungnahme. Hierauf warten wir noch heute. Die Kompetenz spricht sich dagegen das Tierheim selber ab. Mit Aussage der Tierheimleitung, die mehrere Zeugen unter Eidesstatt bestätigt haben sollen, Leistungszucht sei Qualzucht, liefert die Tierheimleitung den ersten Beweis für ihre Inkompetenz. Gebrauchshunde sind Arbeitshunde. Aus Arbeitslinien sind sie als reine Familienhunde ungeeignet, da sie in dem Bereich, für den sie gezüchtet wurden arbeiten müssen. Als Familienhunde wären sie hoffnungslos unterfordert und es käme zu negativen Begleitumständen, wie aggressives Verhalten, teilnahmsloses Verhalten und Selbstaufgabe, wie im Fall Finn, Dauerkläffen, wie es bei unterforderten Jack Russel Terriern häufig vorkommt, oder sonstige Verhaltensstörungen. Kein gewissenhafter Züchter würde daher einen Border Collie aus einer Arbeitslinie an einen Halter verkaufen, der weder Schafe, noch Ziegen besitzt. Als Familienhund werden zu diesen Rassen Showlinien gezüchtet. Diese sind als Gebrauchshunde nur bedingt geeignet, können dafür aber als Familienhund gehalten werden. Bei den Showlinien steht nicht die Arbeitsleistung, sondern die äußerlichen Merkmale im Vordergrund. Das führte beispielsweise beim Deutschen Schäferhund dazu, dass die Hinterhand so weit nach unten gezüchtet wurde, dass Hüftprobleme garantiert werden konnten. Wenn also von Qualzucht die Rede ist, dann nicht in den Leistungszuchten (Arbeitslinien), sondern in den Showlinien, und auch da nur bei gewissen Züchtern. Der zweite Beweis, mit dem die Tierheimleitung sich selbst als inkompetent präsentiert, ist die Aussage, dass mit einem Hund aus der Leistungszucht kein Hundesport betrieben werden dürfe, da hierdurch seine Triebe verstärkt würden. Diese seinen bei Finn besonders ausgeprägt, da der Züchter bei den Welpen falsche Triebförderung zum Nachteil des Menschen betreiben würde. Malinois sind universell einsetzbare Gebrauchshunde, beispielsweise im Polizeidienst, beim Zoll, als Rettungshund etc. Um diese Hunde körperlich und geistig auszulasten, müssen sie Hundesport betreiben, wenn sie nicht gerade das Glück haben, als Polizeihund oder Rettungshund arbeiten zu dürfen. Das betrifft auch die Hunde aus den Showlinien, ganz besonders hingegen, die Hunde aus Arbeitslinien. Die „falsche“ Triebförderung dient dazu, die Gebrauchsfähigkeit zu verstärken. Durch die Ausbildung werden diese Triebe in die gewünschten und kontrollierbaren Bahnen gelenkt. Aus diesem Grunde müssen diese Hunde arbeiten und von einem kompetenten Hundeführer ausgebildet und geführt werden. Welche Ausbildung dies ist, ist bei einem Malinois zweitrangig. Da es ein Allrounder ist, kommen Fährtensuche, IPO, Obedience, Rettungshund und vieles mehr in Betracht. Erst die Vermittlung an einen Halter, der mit dem Hund keinen Hundesport betreiben wird, wie es vom Tierheim Bergheim angestrebt wird, macht aus solch einem Hund einen Problemhund. Die Liste der Äußerungen, mit denen sich die Tierheimleitung selbst jegliche Kompetenz abspricht, ließe sich noch weiter fortführen, doch wollen wir den Büttenrednern der Hundesportvereine nicht alle Pointen verderben.

Du bist SchuldDas Tierheim veröffentlichte einige Details, die Frau P. nicht angegeben haben soll:

 

 

 

 

Finn wurde als Welpe an ein 18jähriges Mädchen nach Österreich verkauft. Das spricht für sich.

FalschFalsch! Das Mädchen war 23 Jahre alt und kaufte den Hund nach der Zusage ihres Dienstherren, eine Stellung als Diensthundeführerin zu bekommen. Ein kleines Detail, welches wohl das Tierheim „vergessen“ hat, zu erwähnen.

 

Als keine Zeit mehr für das Tier war, lebte Finn bei den Eltern im Zwinger, diese wollten sich mit dem Hund nicht befassen.

FalschFalsch! Weder die junge Frau, noch deren Eltern besitzen einen Zwinger. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein Hund in einem Zwinger gehalten wird, wenn kein Zwinger existiert. Die Eltern wollten sich hingegen sehr wohl mit dem Hund beschäftigen. Da sie jedoch schwer erkrankten und selber Hilfe benötigten, war ihnen dies nicht mehr möglich.

 

Sie haben sich den Hund übereignen lassen, um ihn nach Deutschland zu verkaufen, an einen Menschen, der Finn vorher noch nie gesehen hat und den Sie persönlich auch nicht kannten.

FalschFalsch! Sie hat den Hund zu sich genommen, um ihn in ein gutes Zuhause zu vermitteln. Es war von Anfang an klar, dass sie den Hund zu diesem Zeitpunkt selbst nicht übernehmen konnte, da sie einerseits zu diesem Zeitpunkt selbst zwei Hunde hatte, und zum anderen, weil sie in Wien arbeitete und ständig zwischen Wien und Kärnten pendelte. Den Käufer kannte sie dagegen seit Jahren, da dieser seinen Urlaub in Kärnten verbrachte und sie des Öfteren gemeinsam mit den Hunden wanderten. Da er zu dem besagten Zeitpunkt auf der Suche nach einem Hund war, den er zum Rettungshund ausbilden konnte, sah es nach einer glücklichen Fügung des Schicksals aus.

Finn wurde auf einem Hundeplatz bei Frankfurt für 800 Euro von Ihnen verkauft. Es wurde noch nicht einmal das zukünftige Zuhause überprüft. Ist Ihre Liebe zu Finn wirklich so groß?

RichtigRichtig! Finn wurde für 800 Euro „verkauft“. Im Gegensatz zu Tierheimen, bezieht Frau P. keine Spendengelder, welche aktuell die größte Sorge des Tierheims zu sein scheinen, sondern lediglich ein kleines Polizistinnengehalt. Das damit keine großen Sprünge zu machen sind, ist kein Geheimnis. Das verrät ein einfacher Blick in die Besoldungstabelle. Unterkunft, Telefonate, Benzinkosten nach Deutschland und zurück plus Mautgebühren und Übernachtungskosten etc. sind bei diesem Gehalt nicht aus der Portokasse zu finanzieren. Die 800,- € entsprechen in etwa ihren Kosten. Zum Vergleich: Ein Tierheim berechnet für die einfache Unterkunft eines Hundes über 500;- € pro Monat. Da sind weder Telefonkosten noch Transportkosten inbegriffen. Dafür bekommen Tierheime Einnahmen durch Spenden, die Frau P. nicht hat. Die Tierheime berechnen trotz der Spendengelder eine „Schutzgebühr“ bei der Vermittlung, über die sich niemand beschwert. Über Finns neues Zuhause informierte sie sich in Foren, in denen der Käufer bekannt war. Sie erhielt hier durchweg positive Auskünfte, die sich mit dem Eindruck, den sie bei den gemeinsamen Wanderungen gewann, deckten.

Ja, die Liebe zu Finn scheint so groß zu sein, denn sonst hätte sie nach der Absage des Tierheims vermutlich aus dem Götz von Berlichingen zitiert.

Der neue Eigentümer hatte selbst schon zwei (!) Malinoishündinnen.

RichtigRichtig! Dies bescheinigt zumindest Erfahrungen mit dieser Rasse, die auch das Tierheim Bergheim in der Vermittlungsanzeige forderte. Zitat: „Wir suchen Malifans, die diesen Hund einschätzen und auslasten können. Viel Zeit und Erfahrung sollten seine neuen Menschen haben.“ Ein Halter zweier Malinois, der den Hund als Rettungshund ausbilden möchte, dürfte genau diesen Anforderungen entsprechen.


Er war nach vier Wochen überfordert mit dem Hund, es gab Situationen, die für ihn nicht mehr tragbar waren.

FalschFalsch! Dies widerspricht sich mit der Aussage einer Trainingskollegin, die aussagte, dass es nie Probleme gegeben hätte.

 

 

Der neue Eigentümer wollte den Hund nicht mehr zurück zu Ihnen oder zu den Züchtern geben und hat ihn ganz bewusst in unsere Fürsorge gegeben. Dafür hat er auf 800 Euro verzichtet. Hätten wir ihn nicht aufgenommen, wäre Finn eingeschläfert worden. Daran gab es keinen Zweifel.

FragezeichenNicht ganz richtig. Der Eigentümer wollte ihn offensichtlich nicht zurückgeben, das ist richtig. Die Gründe dafür sind allerdings nicht bekannt und liegen vermutlich darin, dass er keine ehrliche Angabe hierzu machen wollte. Faktisch beging er mit dieser Handlung einen Vertragsbruch, denn es war ausgemacht, dass er den Hund bei Problemen, zurückzugeben hätte. Da diese Vereinbarung jedoch mündlich getroffen wurde, ist diese nicht belegbar. Dass Finn ansonsten eingeschläfert worden wäre, was das Tierheim als sicher bezeichnete, lässt einen erschrecken. Kein Tierarzt ist berechtigt, einen gesunden Hund ohne triftigen Grund einzuschläfern. Mit welchen Tierärzten hat dieses Tierheim bloß zu tun?

Tierheim wird Opfer des Shitstorms

Das Tierheim Bergheim beklagt, dass es das Opfer von falschen Anschuldigungen wurde. Hierzu postete das Tierheim den Beitrag „Genug ist genug“. In diesem Beitrag sollten die falschen Anschuldigungen gegen das Tierheim richtiggestellt werden. Richtigstellungen sind immer gut, und so wollen wir uns auch diese einmal näher ansehen. Da eine Stellungnahme ja verweigert wurde, ist dieser öffentliche Post das einzige Feedback des Tierheims zu den Anschuldigungen.

Der erste Absatz besteht aus reinem Einleitungsgeplänkel ohne jede Aussage zu dem eigentlichen Fall, sodass wir mit dem zweiten Absatz beginnen wollen. Dort wird die aktuelle Situation bezüglich der Anschuldigungen beschrieben, die gegen das Tierheim erhoben werden. In diesem Absatz heißt es: „Wie auch in den Tagen zuvor häufen sich aber leider auch schon wieder böse Anschuldigungen und Gerüchte. Die Palette reicht von „Finn ist wieder im Tierheim“, über „Finn war nie vermittelt“ oder „Finn ist tot“ bis zu Absurditäten wie, wir würden seit Mittwoch wieder mit Frau P. verhandeln oder wir hätten ihr versprochen, sie bekäme den Hund wieder, wenn sie ihre Postings löscht.“

Im folgenden Absatz bezieht das Tierheim dazu wie folgt Stellung: „Neben der Tatsache, dass wir keine Zeit haben, jede dieser Anschuldigungen wieder zu relativieren oder Dinge, die nicht stimmen, richtigzustellen, sind wir auch nicht mehr bereit, streitlustigen Profilneurotikern auf unserer Seite weiterhin eine Plattform dafür zu bieten. Tobt Euch bitte woanders aus. Unsere Seite ist dazu da, interessierte Tierfreunde über unsere Arbeit zu informieren und unsere Tiere vorzustellen.“

© Sabrina P.

Das ist wohl alles andere, als eine zufriedenstellende Antwort auf die Anschuldigungen, und so wollen wir eben die Richtigstellung übernehmen. Die Anschuldigung, Finn sei tot, ist Gott sei Dank wahrhaftig falsch. Die Behauptung „Finn ist wieder im Tierheim“ stimmt noch nicht. Zur Erklärung: Finn befindet sich nach derzeitigem Ermittlungsstand in einer Tierpension, also nicht im Tierheim. Es ist jedoch nur eine Zwischenlösung, um Finn kurzfristig von der Bildfläche verschwinden zu lassen. Diese Zwischenlösung ist natürlich mit hohen Kosten verbunden und somit nur vorübergehend. Sobald sich niemand mehr für Finn und seinen Zustand interessiert, wird er in das Tierheim zurückkehren, womit die nächste Behauptung, Finn sei nie vermittelt worden, als richtig zu bezeichnen ist. Uns ist klar, dass diese Behauptung eine schwere Anschuldigung ist. Deshalb haben wir auch lange nach Beweisen gesucht, die dies bestätigen, ehe wir diese Anschuldigung öffentlich aussprechen. Neben diversen, voneinander unabhängigen Aussagen, die besagen, dass sich Finn in einer Tierpension befindet, findet sich der Beweis, dass Finn niemals vermittelt war, direkt auf der Webseite des Tierheims Bergheim. Gut versteckt, aber dennoch auffindbar.

Beweis 1:

Finn wurde von der Webseite gelöscht, aber taucht nicht unter „glücklich vermittelt“ auf.

Gegenbeweis zu 1 und damit Beweis 2:
Den Hund von der Seite zu löschen, besagt schon von Haus aus, dass der Hund nicht mehr zu vermitteln ist, also vermutlich, weil er bereits vermittelt wurde. Dass noch nicht einmal ein Dreizeiler zu Finns Vermittlung in der Rubrik „Glücklich vermittelt“ zu finden ist, kann mit dem enormen Arbeitsaufkommen erklärt werden, was das Erstellen eines entsprechenden Dreizeilers aus Zeitgründen nicht zulässt. Aus genau diesem Grund würde das Tierheim auch den langen Vermittlungsbeitrag nicht löschen, wenn Finn noch zur Vermittlung anstehen würde. Frage also: Wurde der Beitrag wirklich gelöscht? In der Übersicht ist Finn nicht mehr zu finden. Wer aber den ursprünglichen Link (
http://presenter.comedius.de/design/bmt_bergheim_standard_10001.php?f_mandant=bmt_bergheim_iauszddkwjhedkw32kjhdiu23290854uj&f_bereich=Hunde&f_seite_max_ds=10&f_aktuelle_seite=1&f_aktueller_ds=80589&f_aktueller_ds_select=3&f_e_suche=&f_funktion=Detailansicht) noch hat, oder diesen googelt, wird feststellen, dass Finn nach wie vor auf der Webseite zu finden ist. Lediglich recht gut versteckt, doch eben nicht gut genug. Möglicherweise wird dieser bald ins Leere laufen, sobald dem Tierheim dieser Fehler bekannt wird und sie werden den Beitrag unter einer anderen URL speichern, doch ist dies ein eindeutiger Beweis dafür, dass dieser Beitrag in der Zukunft wieder Verwendung finden soll. Vielleicht etwas abgewandelt. Die Seite komplett zu löschen, oder sie zu deaktivieren, ist vom Arbeitsaufwand her gleich, nur kostet die Deaktivierung Speicherplatz, was nur Sinn ergibt, wenn klar ist, dass diese Seite noch gebraucht wird.

Die Anschuldigung, das Tierheim würde mit Frau P. wieder verhandeln und ihr ggf. sogar den Hund geben, wenn sie ihren Post löscht, ist wahrhaftig Unfug. Fast zumindest. Ein indirekter Kontakt besteht noch insofern, als dass wegen der falschen Anschuldigungen des Tierheims gegen Frau P. Strafanzeige gegen das Tierheim erstattet wurde. Sowohl von Frau P., als auch vom Züchter. Eine Kleinigkeit, die das Tierheim wohl vergaß zu erwähnen und somit auch zu dementieren, weshalb auch wir uns damit nicht lange aufhalten möchten. Das Tierheim berichtet lediglich von einem Gegenangriff, der allerdings nicht als solcher genannt wird, indem im letzten Absatz Folgendes zu lesen ist: „Wir werden uns jetzt noch ein letztes Mal durch alle 720 Kommentare kämpfen und alles löschen und sperren, was uns nicht in den Kram passt. Den einen oder anderen Screenshot werden wir unserem Rechtsanwalt übergeben.

Warum? Because we can.“

Lassen wir mal die Ankündigung der Zensur beiseite und beachten den Hinweis auf den einen oder anderen Screenshot. Das Frage Antwortspiel „Warum? Because we can.“ könnte man auch mit „weil Angriff die beste Verteidigung ist“, beantworten, doch das ist nur Spekulation, da nicht gesagt wird, um was für Passagen es geht. Wahr ist, dass es einige Kommentare gab, die definitiv über das Maß des Akzeptablen hinaus und bis in den Bereich des Strafrechts gingen. Hierfür sind jedoch weder Frau P., noch der Züchter verantwortlich, sondern einzig und allein der Verfasser des entsprechenden Kommentars. Niemand hat diese Kommentatoren dazu angestiftet, solche Kommentare von sich zu geben. Auch die Admins trifft nur dann eine Mitschuld, wenn sie über die konkreten Kommentare informiert wurden und sie die Löschung nachweislich verweigert haben.

StaatsanwaltschaftEinige Beleidigungen, Verleumdungen und üble Nachreden gab es bei den eigentlichen Beteiligten im Fall Finn dennoch. Sie gingen allerdings von dem vermeintlichen Opfer, der Tierheimleitung aus. Zeugen sollen eidesstattlich ausgesagt haben, die Tierheimleiterin habe öffentlich verlauten lassen, dass der Züchter

 

 

  1. ein übler Vermehrer sei, der nicht auf das Wohl seiner Hunde bedacht ist, sondern aus Profit und Geldgier züchtet.

  2. ein unseriöser Züchter sei.

  3. seine Hunde aus Geldgier verscherbeln würde.

  4. bei den Welpen falsche Triebförderung zum Nachteil des Menschen betreiben würde.

  5. eine Qualzucht betreiben würde, da die Leistungszucht (von Malinois) eine Qualzucht sei.

Für diese Behauptungen wird sich die Tierheimleitung nun vor der Staatsanwaltschaft rechtfertigen müssen. Wer allerdings annimmt, die österreichische Polizei hätte bei diesem Züchter einen Hund gekauft, wenn nur einer dieser Vorwürfe stimmen würde, der hat unseren Artikel über die österreichischen Polizeihunde nicht gelesen.

Fazit

Finn im TH-Bergheim
© von Ritter

Nach allem, was über den vorliegenden Fall in Erfahrung zu bringen ist, muss davon ausgegangen werden, dass das Tierheim die Herausgabe des Hundes deshalb verweigerte, weil verhindert werden sollte, dass Personen, die den Hund wenige Wochen zuvor gesehen hatten, mitbekommen, in welchem Zustand sich der Hund nach wenigen Wochen Tierheimaufenthalt befindet. Während Züchter normalerweise beschimpft und denunziert werden, wenn sie einen ihrer Hunde nach zwei Jahren nicht zurücknehmen wollen, wird hier der Züchter angegriffen, weil er genau dies beabsichtigt. Als Begründung wird die Profitgier eines Vermehrers angegeben, obwohl dem Tierheim bekannt war, dass es sich um einen gewissenhaften und angesehenen Züchter handelt. Auch hier dürfte der wahre Grund in der o. g. Angst liegen. Obgleich dem Tierheim bekannt war, dass Finn aus einer Leistungszucht stammt und seine Anforderungen an Aufgaben extrem hoch sind, behielten sie ihn im Tierheim, statt den Versuch zu unternehmen, ihn auf einer Pflegestelle unterzubringen, die diesen Ansprüchen gerecht werden könnte. Dass dem Tierheim dies bekannt war und auch, dass der Hund darunter leidet, gab das Tierheim auf der Vermittlungsseite offen zu. Zitat: „Finn ist ein typischer Malinois aus der Leistungszucht. Er ist extrem arbeitswillig und hat einen ausgeprägten Beutetrieb. Es ist fast ein bisschen traurig zu sehen, dass er wann immer er kann, versucht sich in etwas festzubeißen.“ Statt den Hund an Frau P. zurückzugeben, nahmen sie es billigend in Kauf, dass der Hund weiter abbaut. Nachdem der Fall an die Öffentlichkeit gelangte, wurden keine Kosten gescheut, um zu vertuschen, was nur geht. Mit der Rückgabe an Frau P. hätte Finn ein Zuhause bekommen, in dem er adäquat gefordert wird, das Tierheim hätte eine Schutzgebühr erhalten und keine weiteren Kosten gehabt. Alle, insbesondere der Hund wären zufrieden gewesen. Stattdessen wurde ein Machtkampf und Kleinkrieg auf dem Rücken des Hundes angezettelt, der Unsummen an Spendengelder verschlingt. Ob dies im Sinne der Spender ist?