Deutscher Schäferhund

Wenn man jemanden nach einer deutschen Hunderasse fragt, so wird man meistens Deutscher Schäferhund zu hören bekommen. Er ist die wohl populärste deutsche Hunderasse, obwohl sie noch relativ jung ist. 1891 wurde der erste Rassestandard für den Deutschen Schäferhund, dessen Vorfahren kurz- und stockhaarige Hütehunde waren, festgelegt. 1933 wurde die weiße Fellfarbe aus dem Rassestandard ausgeschlossen, was bei einigen Züchtern auf Unverständnis stieß und diese den weißen Schäferhund weiter züchteten. Im Jahre 2003 wurde der weiße Deutsche Schäferhund schließlich von der FCI vorläufig und 2011 endgültig als eigene Rasse mit dem Namen Berger Blanc Suisse anerkannt.
Der Deutsche Schäferhund ist ein mittelgroßer, kräftiger und muskulöser Hund, der dabei keinesfalls schwerfällig wirken sollte. Rüden bringen mit einer Größe von 60 bis 65 cm zwischen 30 und 40 Kg auf die Waage. Hündinnen sind mit 55 bis 60 cm nicht nur kleiner, sondern mit ihrem Gewicht zwischen 22 und 32 Kg auch um einiges leichter.
Das Fell, welches kurzstockhaarig oder auch langstockhaarig sein kann und hat eine gräuliche Unterwolle. Deutsche Schäferhunde gibt es in den Farben schwarz mit braunen, rotbraunen oder gelben bis hellgrauen Abzeichen bzw. auch in Reinschwarz, wobei kleine und unauffällige weiße Brustabzeichen und helle Innenseiten im Gegensatz zu hellen Krallen und roter Rutenspitze zulässig sind. Auch graue Hunde mit dunkler Wolkung sowie schwarzem Sattel und schwarzer Maske sind möglich.
RockyDer Name „Schäferhund“ besagt schon, dass diese Rasse ursprünglich als Herdengebrauchshund eingesetzt wurde. Durch seine Robustheit und Belastbarkeit in Verbindung mit seiner außerordentlichen Intelligenz, seiner hohen Lernfähigkeit und seinem ausgeprägten Arbeitswillen wurde dieser ausgeglichene Hund schon bald in alle erdenklichen Arbeitsbereiche eingeführt. So ist der Deutsche Schäferhund heute nicht nur in fast allen Hundesportarten vertreten, sondern arbeitet auch als Polizeihund, beim Zoll, Rettungshund, Blindenführhund oder Lawinenhund und selbst das Militär hat den Deutschen Schäferhund schon lange unter Vertrag. Natürlich ist er auch als Begleithund und Familienhund bestens geeignet.
Bei all diesen guten Eigenschaften verwundert es den kritischen Leser, warum der Schweizer Kanton Tessin ausgerechnet diesen Hund als potenziell gefährliche Rasse bezeichnet und ihn entsprechend auf der Rasseliste führt. Die Schweizer Eidgenossen begründen dies mit der Tatsache, dass der Deutsche Schäferhund auffallend mehr Bissverletzungen verursacht, als es gemäß seiner Population üblich wäre. Da der FCI-Rassestandard vom Deutschen Schäferhund unter anderem einen ausgeglichenen, nervenfesten und gutartigen Hund fordert, mag man geneigt sein, dass sich die Schweizer wohl irren müssen. Dass dem nicht so ist, belegt eine Studie der Freien Universität Berlin, die für die Länder Berlin und Brandenburg zu dem gleichen Ergebnis gekommen sind. Die Erklärung findet sich in dem Bewegungsdrang und dem Arbeitswillen dieser intelligenten Hunde. Viel Auslauf und Bewegung sind bei der Haltung von Deutschen Schäferhunden genauso unverzichtbar, wie eine ausreichende, geistige Beschäftigung. Hundesportarten wie Agility oder Obedience sind für diese Rasse genauso optimal geeignet, wie eine ehrenamtliche Tätigkeit in einer Rettungshundestaffel. Deutsche Schäferhunde, die ausreichend Bewegung und geistige Beschäftigung haben, sind ausgeglichene Hunde, denen vorgenannte Beißattacken fernliegen.
Zu den rassetypischen Krankheiten gehören in erster Linie HD, ED, das kongenitale Vestibularsyndrom, Taubheit und Pankreasinsuffizienz. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nur etwa zehn bis zwölf Jahre.