Deutsche Dogge

Ein großer Hund und viele Irrtümer

Die Deutsche Dogge zählt zu den größten Hunderassen. Genauso groß wie der Hund, sind auch die Irrtümer über ihr Wesen.

Deutsche Doggen
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Historie

Über den Ursprung gibt es einige Spekulationen, die zum Teil 4.000 Jahre zurückgehen. Sicher und lückenlos ist der Herkunftsnachweis ab dem 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit waren es noch Kreuzungen, die unterschiedliche Erscheinungsformen aufwiesen und als Englische Docken bzw. Englische Tocken bezeichnet wurden. Da die Bezeichnung Docken oder Tocken, genau wie die Bezeichnung Dogge auf das englische Wort Dog zurückzuführen ist, wurden dies Hunde auch Englische Hunde genannt. Mit Beginn des 17. Jahrhunderts wurde die Zucht der Englischen Hunde in Deutschland betrieben, wobei sich die Bezeichnung Englischer Hund bis ins 19. Jahrhundert hielt. Verwendung fanden die großen Hunde als Leib- und Kammerhunde der Fürsten und bei der Wildschwein- und Bärenjagd. Bei der Jagd wurden die wertvollen Hunde jedoch erst eingesetzt, nachdem andere Hunde das Wildschwein bzw. den Bären müde gehetzt hatten.

Als bei der Jagd Schusswaffen zum Einsatz kamen, wurde es still um die Englischen Hunde. Mitte des 19. Jahrhunderts wuchs das Interesse an den Rassehunden wieder, und es wurden die Varietäten Dänische Dogge, Ulmer Dogge, Englische Dogge, Hatzrüde und Saupacker gezüchtet. 1878 beschloss schließlich ein siebenköpfiges Komitee aus Züchtern und Richtern in Berlin, diese Varietäten unter dem Namen Deutsche Dogge zusammenzufassen. Zwei Jahre später wurde der erste Standard für die Deutsche Dogge festgelegt, der seit 1888 vom Deutschen Doggenclub 1888 e.V. betreut und bis heute mehrfach geändert wurde. Der aktuelle Standard entspricht dem F.C.I-Vorgaben.

Deutsche Doggen vom Nassauer Land
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Wesen

Die Deutsche Dogge ist sehr kinderlieb und auf ihre Menschen bezogen, was nicht bedeutet, dass Doggen unterwürfig sind. Im Vergleich zu den meisten anderen Rassen sind sie weit weniger unterwürfig. Fremden gegenüber kann sie skeptisch und zurückhaltend, darf dabei aber nicht aggressiv sein. Nicht verwunderlich bei ihrer Größe von mindestens 72 cm bei Hündinnen und 80 cm bei Rüden ist die Forderung eines unerschrockenen und selbstsicheren Hundes. Gleichzeitig soll die Dogge ein leicht führiger Begleithund sein. Mit seiner hohen Reizschwelle ist die Dogge auch ein idealer Familienhund ohne Aggressionseigenschaften und kommt bei entsprechender Sozialisierung auch mit anderen Hausbewohnern wie anderen Hunden, Katzen etc. problemlos klar.

Haltung und Pflege

Das kurze Fell der Dogge ist ausgesprochen pflegeleicht und auch für ihren Auslauf muss bei dem recht ruhigen Hund wenig Zeit aufgewendet werden. Im Gegensatz zu anderen Rassen nimmt die Fütterung der Dogge wesentlich mehr Zeit in Anspruch, denn das bis zu 90 kg schwere Kraftpaket ist bei der Futteraufnahme alles andere als bescheiden. Um Magendrehungen zu vermeiden, sind mehrere, kleinere Portionen zu füttern.

Auch wenn die Dogge keinen gesteigerten Wert auf stundenlange Spaziergänge legt, so ist der Tagesablauf dennoch an ihr auszurichten, denn der etwas zu groß geratene Schoßhund möchte stets dabei sein. Kaum zu glauben, doch dank ihrer ruhigen und ausgeglichenen Art lässt sich eine Dogge auch in der Wohnung halten. Es muss allerdings bedacht werden, dass auf einer kleinen Couch kein Platz mehr für Herrchen oder Frauchen ist, wenn sich das Hündchen dort breitgemacht hat.

Verwendung heute

Aufgrund ihrer hohen Reizschwelle und der geringen Aggressionsbereitschaft sind Doggen zwar als Schutzhunde weniger geeignet, doch machen sie als Wachhund dennoch einen guten Job. Wenn eine Dogge anschlägt, ist dies bereits recht Furcht einflößend, und wenn sie sich in voller Größe vor dem Eindringling aufbaut, sind weitere Aktivitäten ihrerseits nicht mehr von Nöten. Was den Hundesport angeht, sind die Möglichkeiten deutlich eingeschränkter. Natürlich kann man auch Doggen für Agility und Flyball begeistern, nur hält sie es mit dem Dschungelbuch nach dem Motto „Versuch’s mal mit Gemütlichkeit“. Da ist Obedience schon eher nach ihrem Geschmack. Sowohl ihre Größe als auch ihre Kraft würden es zulassen, dass kleinere Kinder auf ihr reiten können, ihr Knochenbau verbietet dies jedoch.

Aufgrund ihrer Wesenseigenschaften sind Doggen auch sehr gut als Assistenzhunde geeignet. Da diese Ausbildungen sehr teuer und die Lebenserwartung einer Dogge recht gering ist, werden nur wenige Doggen zu Assistenzhunden ausgebildet.

Deutsche DoggenGesundheit und Lebenserwartung

Die große und dennoch schlanke und elegante Erscheinung der Dogge vermitteln den Eindruck eines robusten Hundes, doch der Schein trügt. Doggen sind sehr anfällig für vielerlei Krankheiten wie Krebs, Herzmuskelerkrankungen u.v.m. Die Rate der von Hüftgelenkdysplasie betroffenen Doggen ist zwar in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen, betrifft aber nach wie vor noch fast jede fünfte Dogge. Die Lebenserwartung liegt bei durchschnittlich sechs bis acht Jahren. Sicher gibt es auch Doggen, die ihren 14. Geburtstag feiern durften, doch ist es nur rund 17 % der Doggen vergönnt, zehn Jahre oder älter zu werden. Etwa 59 % der Doggen versterben noch vor ihrem achten Lebensjahr. Gerade bei Doggen ist es daher extrem wichtig, dass bei der Anschaffung ein besonders guter und seriöser Züchter ausgewählt wird. Der Kauf einer Dogge im Internet endet nicht selten für die Dogge im Tierheim und für den Halter bei der Schuldnerberatung.