Der siebte Sinn der Hunde

Telepathie oder sensible Wahrnehmung

Ist es der siebte Sinn, weshalb Hunde bereits Minuten vor der Ankunft spüren, dass Herrchen kommt? Die Telepathie hat eine logische Erklärung.

Der siebte Sinn

Oft sind es noch mehrere Minuten, bis Herrchen oder Frauchen nach Hause kommt, doch der Hund steht bereits freudestrahlend an der Tür. Dabei ist weder etwas zu hören, noch zu sehen. Der Biologe und Bestsellerautor Rupert Sheldrake untersuchte dieses Phänomen in eigenen Testreihen. Dazu richtete er eine Kamera auf die Plätze, die der Hund vorzugsweise zur Begrüßung aufsucht. Die Halter sollten sich nun für eine willkürlich gewählte Zeit entfernen. Die Kamera bewies, dass die Hunde deutlich häufiger diesen Platz aufsuchten, sobald sich der Halter näherte. Nach Abschluss dieser Testreihe kam er zu dem Ergebnis, dass Hunde telepathische Kräfte hätten. Die Wahrheit hingegen ist wesentlich weniger spektakulär, aber nicht weniger komplex, als die Annahme, dass es der siebte Sinn sei, der die Hunde zur Vorfreude bringt.

Das Gehör

Ein Auslöser ist das Gehör des Hundes. Auch wenn wir noch lange nichts hören, nimmt der Hund, der um ein Vielfaches besser hört als der Mensch, bereits den Motor von Herrchens oder Frauchens Auto wahr. Dabei kann der Hund nicht nur zwischen den verschiedenen Fahrzeugtypen unterscheiden, er erkennt auch unter mehreren Fahrzeugen gleichen Typs und gleicher Motorisierung den Wagen seines Besitzers. Sein feines Gehör setzt der Hund auch zum Belauschen von Telefongesprächen ein. Avisiert der Besitzer seine Ankunft telefonisch, so können bestimmte Schlüsselwörter, aber auch Gefühlsregungen dem Hund verraten, dass sein Halter bald zurückkommt. Er freut sich somit schon lange, bevor selbst ein Hund irgendetwas hören könnte.

Innere Uhr und Kalender

Kommt der Halter stets zur gleichen Zeit nach Hause, so ist es genau diese Zeit, in der der Hund nervös wird, und seinen Begrüßungsposten einnimmt. Die Annahme, Hunde hätten kein Zeitgefühl, ist schlicht weg falsch. Muss Herrchen beispielsweise mittwochs und samstags nur halbtags arbeiten, so reagiert auch der Hund an diesen beiden Tagen zur entsprechenden Zeit. Nicht in den inneren Kalender integriert sind natürlich Feiertage. Sie bringen den Vierbeiner etwas aus dem Takt.

Beobachtungsgabe

Auch wenn die Feiertage nicht in dem inneren Kalender des Hundes verzeichnet sind, könnte man manchmal meinen, der Hund hätte einen Blick auf den physischen Kalender an der Wand geworfen. Ein Beispiel: Wenn sich Herrchen am Wochentag morgens die Schuhe anzieht, geht er auf die Arbeit. Egal, was der Hund auch immer anstellt; er darf nicht mit. Bereits nach kurzer Zeit wird er dies einsehen und auf das morgendliche Schuheanziehen am Wochentag nicht mehr reagieren. Doch heute ist Feiertag, was der Hund nicht wissen kann. Herrchen zieht sich die Schuhe an und der Hund steht schwanzwedelnd an der Wohnungstür. Hat er auf den Kalender geschaut? Nein. Herrchen zieht sich morgens immer seine italienischen Slipper an, wenn er zur Arbeit geht. Heute dagegen zog er die Wanderstiefel an. Dem Hund ist dies nicht entgangen und Wanderstiefel bedeuten einen ausgedehnten Spaziergang. Auch der Griff nach den Autoschlüsseln kann für den Hund ein Zeichen sein, dass heute kein normaler Arbeitstag ist, wenn sonst die U-Bahn für die Fahrt zur Arbeit genommen wird. Hunde sind hochsensible Beobachter.