Der Chip als Ausweis und mehr

Chip-Chip-Hurra. Fluch und Segen zugleich

Der Chip als Ausweis und mehr

Der Chip ist wie ein Ausweis, der eine schnelle Zuordnung des Hundes zum Halter ermöglicht. Fluch und Segen zugleich.

Der Chip für Hunde ist in diversen Ländern Europas sowie in weiten Teilen Deutschlands bereits Pflicht. Aber auch Hunde, die in den Teilen Deutschlands leben, in denen keine Chippflicht besteht, sollten gechippt werden. Nicht nur weil es bei Reisen ins EU-Ausland ohnedies notwendig ist, sondern in erster Linie weil der Chip die Rückführung eines entlaufenen Hundes beschleunigt. Selbstverständlich gibt es hierzu auch Alternativen, wie beispielsweise die Petfindu-Marke, doch der Chip bleibt die sicherste Variante. Ihn kann der Hund unterwegs nicht verlieren und der Finder des Hundes kann ihn auch nicht einfach entfernen, wenn er den Hund nicht mehr hergeben will. Hat der Hund inzwischen einen Schaden verursacht, so lassen sich natürlich auch Bußgelder und Schadensersatzforderungen leichter zuordnen. Fluch und Segen liegen nun einmal stets eng beisammen.

15 Stellige Chip-Nr. für HaustiereDer Mikrochip

Jeder Hund, der einen Chip trägt, ist erfasst und sei es nur beim Tierarzt, der den Chip implantiert hat. Eine Tatsache, die vielen Hundehaltern nicht gefällt. Man will sich nicht erfassen lassen. Doch bei dem Chip für Hunde überwiegen die Vorteile. Der Halter ist mit seinem Personalausweis erfasst, warum soll der Hund nicht mit einem Chip erfasst sein? Das Smartphone erfasst unsere Standorte, Einkaufsgewohnheiten und vieles mehr, ohne dass es jemanden interessiert, nur beim Chip für Hunde wird gestreikt. Dabei ist auf dem Chip nichts weiter, als eine 15-stellige Nummer. Sie gibt Auskunft über das Herkunftsland, den Chiphersteller und enthält am Ende die eigentliche Identifikationsnummer des Haustiers. Mit dieser 15-stelligen Nummer kann unter anderem belegt werden, dass der vorgelegte Impfpass wirklich zu dem Hund gehört. Selbstverständlich sollte die Nummer auch in einer Registrierungsdatenbank erfasst werden, damit der Hund (oder Katze, Maus, Papagei etc.) im Falle des Entlaufens/Entfliegens schnellstmöglich zugeordnet werden kann.

Ländercode 276
© Chiphandel.de

Deutsche“ Chips nicht normgerecht

Der Chipcode ergibt nur dann einen Sinn, wenn er einmalig ist. Die Norm ISO 11784 sieht vor, dass hierfür die Länder verantwortlich sind. Hierzu müssen die Länder eine zentrale Zuteilungs- und Registrierungsstelle einrichten, um alle Nummern mit Ländercode zu verwalten. Eine solche Zuteilungs- und Registrierungsstelle gibt es in Deutschland jedoch nur für landwirtschaftliche Nutztiere, zu denen übrigens auch Pferde zählen. Damit entsprechen die vermeintlich deutschen Chips mit der Länderkennung 276 nicht der ISO 11784. Da Chips mit der deutschen Länderkennung 276 auf dem freien Markt erhältlich sind, können sie von Tierärzten weltweit implantiert werden. Daher ist nicht gewährleistet, dass ein Tier mit deutscher Länderkennung auch wirklich aus Deutschland stammt. Ausschlaggebend ist hier, auf wen das Tier, und wo der Züchter registriert ist. In Ländern, in denen es keine zentrale Zuteilungs- und Registrierungsstelle gibt, tritt an die Stelle des Ländercodes der Herstellercode, welcher von dem International Committee for Animal Recording (ICAR) vergeben wird. Das ICAR vergibt dem Chiphersteller auch die Codenummernblocks und stellt so die Vergabe von einmaligen Chipnummern sicher. Grund zur Panik besteht jedoch nicht, denn ein Nachchippen bereits gechippter Tiere ist nicht notwendig. Da viele Tierärzte Chips mit Länderkennung verwenden, sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das eigene Tier mit einem ISO-konformen Chip gekennzeichnet wird.

Registrierung

Bei Fundtieren wird die ausgelesene Chipnummer in den Datenbanken der drei größten Haustierregister abgefragt. Es macht also Sinn, sein Haustier dort zu registrieren, um es im Falle eines Falles schnell wieder zu bekommen. Hierbei handelt es sich um Tasso e. V., IFTA (nur für my IFTA-Plus Mitglieder kostenlos, ansonsten gebührenpflichtig) und das deutsche Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes (DTB). Die Registrierung kann man online durchführen, sodass man auch die Kontrolle und Gewissheit darüber hat, welche Daten genau erfasst werden.

Unkomplizierte Hunderückführung dank Mikrochip

Sollten Sie einen herrenlosen Hund auffinden, so kann dieser auch ohne Tierheimaufenthalt schnell zu seinem Halter zurückgebracht werden. Der Mikrochip macht es möglich. Lassen Sie den Mikrochip bei einem Tierarzt auslesen und geben Sie die 15-stellige Chipnummer in die Suchmaschine von PETMAXX ein. Diese durchsucht die diversen Datenbanken Europas sowie einige außereuropäische Datenbanken. Über die ermittelte Datenbank kann nun der Halter über den Fund informiert werden und der gefundene Hund schnell und unbürokratisch wieder auf die heimische Couch gelangen.

Kontrolle muss sein

Check-meinen-Chip © Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt)
© Bundesverbandes praktizierender Tierärzte (bpt)

Damit das Tier auch sicher zurückgeführt werden kann, müssen die in der Datenbank hinterlegten Kontaktdaten stets auf dem neusten Stand gehalten werden. Doch wer denkt schon an den Mikrochip bei einem Umzug oder gar beim Kauf einer neuen SIM-Karte für das Handy? Aus diesem Grund sollte man sich in regelmäßigen Abständen in die Datenbank einloggen und die eigenen Kontaktdaten überprüfen. Aber auch perfekt gepflegte Datenbanken nutzen nichts, wenn der Chip nicht mehr lesbar ist. Dies selber zu überprüfen ist leider nicht möglich. Hierzu rief der Bundesverband praktizierender Tierärzte e. V. Die Aktion „Check meinen Chip“ ins Leben, die ab dem 11. September 2017 jedem Hundehalter die Möglichkeit geben soll, den Mikrochip bei seinem Tierarzt kostenpflichtig überprüfen zu lassen. Die hinterlegten Daten werden während der Aktion kostenlos abgeglichen. Die Aktion endet am 15. September 2017 und soll sich jährlich in der zweiten Septemberwoche wiederholen. Den Chip kann man jedoch auch bei Tierschutzvereinen oder diversen Hundesportvereinen testen lassen. Hier ist die Wartezeit vermutlich kürzer und die Höhe der Spende, die dafür entrichtet wird, kann jeder Hundehalter selbst bestimmen. Hinweis an Tierschutz- und Hundesportvereine: Chipauslesegeräte sind für unter 100,00 € erhältlich und bieten die Möglichkeit, durch Chipauslesen, zusätzliche Spenden zu generieren.

Chippflicht

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Doch die Zahl derjenigen, die noch die Qual der Wahl haben, reduziert sich von Jahr zu Jahr. In Deutschland ist die Chippflicht in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Siehe hierzu unten stehende Auflistung nach Bundesländern. In Österreich gilt seit 2010 Chippflicht und Eintragungspflicht in die amtliche Heimtierdatenbank für alle Hunde. Ähnlich ist es in der Schweiz, wo seit dem 1. Januar 2007 die Kennzeichnung mittels Transponder (Mikrochip) und die Eintragung in eine amtliche Datenbank Pflicht sind. Die Registrierung obliegt hier den Kantonen, die diese Aufgabe jedoch einheitlich an den Animal Identity Service (ANIS) abgegeben haben. Eine Besonderheit in der Schweiz ist, dass gechippte, aber nicht registrierte Hunde neu gekennzeichnet und registriert werden müssen. Der Chip muss von einem Tierarzt implantiert werden, was ohnedies jedem Hundehalter anzuraten ist.

In Deutschland gelten die nachfolgenden Regeln, wobei zu beachten ist, dass die Angaben sich auf den Stand März 2017 beziehen und ggf. bereits geändert wurden.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg besteht eine Kennzeichnungspflicht für alle Hunde, wobei alternativ zum Mikrochip auch eine Tätowierung ausreicht. Lediglich für Hunde, die als gefährlich eingestuft wurden, gilt eine Chippflicht. Zu beachten ist, dass die Kennzeichnung vor dem Antrag auf Erlaubnis zum Halten eines gefährlichen Hundes erfolgt.

Bayern

Wie in Baden-Württemberg ist auch in Bayern der Kennzeichnungspflicht mit einer Tätowierung genüge getan. Eine Chippflicht besteht hier auch für als gefährlich eingestufte Hunde nicht.

Berlin

In Berlin sind ausnahmslos alle Hunde mit einem Mikrochip zu kennzeichnen.

Brandenburg

Brandenburg sieht eine Chippflicht nur für Hunde vor, die als gefährlich eingestuft sind, eine Widerristhöhe von 40 cm oder mehr aufweisen, oder 20 kg und mehr auf die Waage bringen.

Bremen

Hunde, die als gefährlich eingestuft sind, müssen ab einem Alter von sechs Monaten mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Für alle anderen Hunde ist diese Kennzeichnung freiwillig.

Hamburg

In Hamburg gilt die gleiche Regelung wie in Bremen. Der einzige Unterschied besteht in der Altersgrenze, die hier bei drei Monaten liegt. Sollten dringende, medizinische Gründe vorliegen, so kann allerdings in Hamburg eine Ausnahmegenehmigung beantragt werden.

Hessen

Auch in Hessen gilt die Chippflicht nur für Hunde, die als gefährlich eingestuft sind. Der Chip darf hier, genauso wie in der Schweiz, nur von einem Tierarzt implantiert werden.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern besteht eine Kennzeichnungspflicht nur für als gefährlich eingestufte Rassen. Der Kennzeichnungspflicht kann durch einen Mikrochip oder durch eine tätowierte Zuchtregisternummer entsprochen werden.

Niedersachsen

In Niedersachsen sind alle Hunde mit einem Mikrochip zu kennzeichnen, sobald sie ihren sechsten Lebensmonat erreicht haben.

Nordrhein-Westfalen

Hier besteht für alle Hunderassen Kennzeichnungspflicht mittels Mikrochip, die vom Landeshundegesetz NRW als gefährlich eingestuft sind. Die Kennzeichnungspflicht beginnt mit dem dritten Lebensmonat.

Rheinland-Pfalz und Saarland

Auch in diesen beiden Bundesländern besteht eine Chippflicht nur für die als gefährlich eingestuften Hunderassen.

Sachsen

Sachsen ist in Sachen Kennzeichnungspflicht das freizügigste Bundesland, denn hier besteht für keinen Hund eine Kennzeichnungspflicht.

Sachsen Anhalt

In Sachen-Anhalt müssen alle Hunde, deren Rasse als gefährlich eingestuft ist, sowie alle anderen Hunde, die den sechsten Lebensmonat vollendet haben, von einem Tierarzt mittels Mikrochip gekennzeichnet werden.

Schleswig-Holstein

Auch in Schleswig-Holstein gilt die Kennzeichnungspflicht mittels Mikrochip nur für Hunde, die als gefährlich eingestuft sind. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern erfolgt die Einstufung nicht pauschal nach Rassezugehörigkeit, sondern aufgrund tatsächlicher Anhaltspunkte.

Thüringen

In Thüringen gilt die Chippflicht ausnahmslos für alle Hunde. Die Implantierung des Mikrochips darf hier nur durch den Tierarzt erfolgen.