Bullterrier

Geschichte

Den Ursprung hat der Bullterrier, wie viele andere sogenannter Kampfhunderassen, in England. Erste Belege der „neuen Rasse“ aus Bulldog und Terrier stammen aus der Zeit um 1821. Mit der systematischen Zucht begann der aus Birmingham kommende Tierhändler James Hinks um 1850. Ziel war es, eine kleinere und damit beweglichere aber dennoch extrem leistungsfähige Rasse zu züchten, deren Fang noch besser zum Beißen geeignet war und so die Hundekämpfe noch spektakulärer zu machen.
Die relativ große, meist rauhaarige Mischung aus Bulldog, White Englisch Terrier und Dalmatiner von James Hinks waren muskulös, schnell und mutig. Schon bald zählten sie zu den entschlossensten und bissigsten Hunden. Trotz dieser Eigenschaften der Hinkschen Terrier soll es James Hinks nicht darum gegangen sein, Hunde für Hundekämpfe zu züchten. Schon in seinen Aufzeichnungen soll es nach Aussage des britischen Autors Kevin Kane eindeutige Hinweise darauf geben, dass er die Hunde für Ausstellungen züchtete. Auch gäbe es in den Geschichten um Hundekämpfe mit den Hinkschen Terriern deutliche Widersprüche.

Bullterrier im Wandel der Zeit

Mit dem Verbot der Hundekämpfe in Europa verlor auch der Kampfhund an Interesse. Die Züchter folgten dem neuen Trend und schafften einen familienfreundlichen Bullterrier. Der gutmütige Character gehört inzwischen auch zu den in den Zuchtstandards geforderten Eigenschaften. Während alle einstigen Kampfhunderassen heute als besonders freundliche Familienhunde gelten, zumindest bei Fachleuten und als Ergebnis von wissenschaftlichen Studien, gelang den Züchtern durch die Einbindung eines Wesenstests in die Zucht dieser Rasse. Als Ergebnis dieser Bemühungen wird der Bullterrier heute von dem Leiter des Institutes für Tierschutz und Verhalten an der Tierärztlichen Hochschule in Hannover als einer der freundlichsten Hunde bezeichnet.
Auch optisch hat sich der Bullterrier stark verändert. Charakteristisch ist unter anderem seine konvexe Nase, die auf die Zuchtbemühungen von Raymond Oppenheimer zurückzuführen ist, und auch als „römische Nase“ bezeichnet wird.

Bullterrier-Typen

Bis heute gibt es drei Typen von Bullterriern. Den Terriertyp, den hochbeinigen, schlankeren und eleganter wirkenden Dalmatinertyp und den knochenstarken, schwer und plump gebauten Bulldogtyp, der eher kurzläufig daherkommt. Die bevorzugte Variante ist der sogenannte Allrounder, der eine Mischung aus allen drei Typen darstellt. Bedingt durch die unterschiedlichen Typen gibt es keine Gewichts- oder Widerristangabe in den Standards. Gefordert werden ein eiförmiger Kopf und ein ausgewogener Körperbau mit maximaler Substanz, was nicht mit maximalem Gewicht zu verwechseln ist.

Die ursprüngliche Farbe war weiß, doch es gab seit je her auch Freunde dieser Rasse, die sich einen farbigen Hund wünschten. So wurden durch Einkreuzung von anderen Rassen, wie dem Staffordshire Bullterrier, auch farbige Bullterrier gezüchtet, wobei die jeweilige Farbe vorherrschend sein muss. Die Kreuzung zwischen farbigen und reinweißen Bullterriern ist seit 1950 zulässig.

Besonders kleine Bullterrier waren eher selten und wurden als Toy Bull Terrier bezeichnet. Mit der Reduzierung der Gewichtsbeschränkung für Toys auf acht Pfund, was 3,6 KG entspricht, gab es von 1902 an keine Toy Bull Terrier mehr auf den Ausstellungen und das Zuchtbuch wurde 1918 geschlossen, da keine weiteren Eintragungen mehr erfolgten. Erst 1938 wurde mit der Neugründung des Zuchtklubs für Miniatur Bullterrier ein neuer Standard geschaffen. Anders als beim Bullterrier, der seither als Standard bezeichnet wird, gibt es beim Miniatur Bullterrier eine Obergrenze der Schulterhöhe, die bei 35,5 cm liegt. Der Miniatur Bullterrier wurde 2011 von der FCI als eigene Rasse anerkannt.

Auch ein zu großer Miniatur Bullterrier bleibt ein Miniatur Bullterrier

© Margot Stöckel
© Margot Stöckel

Auch wenn der Miniatur Bullterrier die maximale Schulterhöhe von 35,5 cm überschreitet, so entspricht er zwar nicht mehr den Zuchtstandards, bleibt aber dennoch ein Miniatur Bullterrier. So urteilte im Jahre 2006 das Amtsgericht in Aachen, indem es feststellte, dass bei Zweifeln an der Rassezugehörigkeit nicht die Schulterhöhe, sondern der Abstammungsnachweis relevant sei. Eine Eingruppierung in eine auf der Rasseliste stehende Hunderasse aufgrund der Schulterhöhe sei nicht rechtens.

Character

Der Bullterrier ist ein sehr lebhafter und verspielter Hund. Er gilt als besonders mutig und tapfer, wobei er Menschen gegenüber ausgesprochen freundlich ist. Sein ausgeglichenes und diszipliniertes Wesen sollte diesen neugierigen und intelligenten Hund eigentlich recht leicht erziehbar machen, wenn da nicht seine Eigensinnigkeit wäre, die eine Erziehung etwas schwieriger gestaltet. Die Fellpflege erfordert nicht besonders viel Zeit, dafür aber sein Wesen. Er will eigentlich rund um die Uhr bespaßt werden, und wenn diesem Wunsch nicht entsprochen wird, so unterhält sich der Bullterrier auch schon mal selber. Nicht selten ist dies mit einer generellen Umdekoration von Wohnung und Garten verbunden. Das soll aber nicht bedeuten, dass sich der Bullterrier nicht auch auf der Couch wohlfühlt.

Das ©  der zwei Bilder liegt by Bullterrier vom Adlerturm