Buchvorstellung „Mit James auf Sylt“

Wie Neufundländer James Hass in Liebe umwandelt

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Buchvorstellung „Mit James auf Sylt“
"Mit James auf Sylt"
© Buchcover: Ullstein Verlag

Mit „James auf Sylt“; Unterhaltung pur

Über Erziehungsmethoden lässt sich bekanntlich streiten und was Haltis, rasselnde Trainingsdiscs oder Ketten und sonstige Trainingsmethoden angeht, so gibt es hierüber schon genug hitzige Diskussionen von Fachleuten oder Möchtegernfachleuten. Das Buch „Mit James auf Sylt“ ist als reines Unterhaltungswerk zu verstehen, und wenn es in dem Buch um die Erziehung des Hauptdarstellers, den Neufundländer James, geht, so sollte dies ebenfalls als Unterhaltung und nicht als Sachbuch angesehen werden. Es ist schon traurig genug, dass man darauf hinweisen muss, weil es sonst wieder zu zahlreichen Kommentaren bezüglich Haltis, zu der geworfenen Kette und anderen Trainingsmethoden kommen wird. Während sich niemand daran stört, dass Roman- bzw. Fernsehärzte genauso wenig mit echten Ärzten zu tun haben, wie Roman- bzw. Fernsehkommissare mit den wahren Ordnungshütern, drehen vermeintliche Hundeprofis bei Romanen dieser Art schnell am Rad. Wer Probleme mit seinem Hund hat, wird sich auf Sachbücher beziehen oder besser noch; er wird einen Hundetrainer aufsuchen. Keinesfalls wird aber jemand auf die Idee kommen, sich die Methoden eines Romans anzueignen. Ich zumindest habe noch keine Operation am offenen Herzen durchgeführt, obgleich ich schon einige Arztfilme gesehen habe.

Wer Hunde liebt und Lust auf Unterhaltung hat, der ist mit diesem Buch bestens bedient. Wer hingegen an ein Unterhaltungswerk den Anspruch eines Sachbuches stellt, der sollte bereits an dieser Stelle abbrechen und sich einer Sachbuchvorstellung zuwenden.

Aus Hass wird Liebe

Jana hat gerade ihren Job verloren und auch ihre letzte Beziehung war, wie alle anderen zuvor, kläglich gescheitert. Aber als ob dies nicht schon genug sei, überredete sie ihre Schwester dazu, acht Wochen ihren Neufundländer „James“ in ihrem Ferienhaus auf Sylt zu betreuen, damit sie in Ruhe ihr erstes Kind bekommen konnte. Eine Aufgabe, für die Jana alles andere als die erste Wahl war. Erstens: Jana hasste Hunde. Zweitens: Jana hasste Sylt. Doch die Überredungskünste von Janas Schwester Nele waren Janas Fähigkeiten „Nein!“ zu sagen deutlich überlegen. Das Drama begann bereits in Hamburg. James zog die mit Hunden hoffnungslos überforderte Jana durch die Stadt und es grenzte schon an ein Wunder, dass die beiden dies überlebt haben. Ein Erlebnis, welches Janas Abneigung gegenüber Hunden nicht unbedingt minimierte. Auch auf Sylt lief nicht alles glatt und dennoch gewöhnte sich Jana von Tag zu Tag mehr an das Leben als Hundehalterin und an die Insel. Nach acht Wochen mit James auf Sylt war Jana wie umgedreht. Sie blieb auf der Insel und die einstige Hundehasserin verliebte sich ausgerechnet in einen Hundetrainer und legte sich einen eigenen Hund zu.

Buchkritik

Das 320 Seiten umfassende Buch erscheint ab dem 29. März 2019 im Ullstein Taschenbuchverlag. Wir haben die Druckfahne bereits jetzt für Sie gelesen. Viele Seiten befassen sich mit der Beschreibung von Ausflugsfahrten oder den ehemaligen Beziehungen von Jana. Die eigentliche Handlung des Buches hätte man sicherlich leicht auf 1/3 des Umfangs reduzieren können. Dennoch liest sich das Buch flüssig und erscheint keineswegs aufgeplustert.  Orte, Personen und Szenen sind sehr bildlich beschrieben, sodass man sich direkt in die Handlung hineinversetzen kann. Dennoch sind sie kurz genug gehalten, um nicht langatmig zu wirken. So wird die Lust zum Weiterlesen zu keiner Zeit ausgebremst, mit Ausnahme der Stelle, an der zum X-ten Mal von den Exfreunden Janas, und dazu noch in aller; unnötiger Ausführlichkeit, berichtet wird. Auch der Preis von 9,99 € für die Taschenbuchausgabe kann durchaus als leserfreundlich bezeichnet werden. Noch etwas günstiger ist die praktische Kindle-Ausgabe. Für 8,99 € haben Sie so den Roman als E-Book immer dabei.

Fazit:

Der Roman „Mit James auf Sylt“ ist für Hundefreunde ein absolut empfehlenswertes Unterhaltungswerk zu einem fairen Preis.