Blaualgen im Berliner Badesee

11 Hunde und 15 Wildtiere verendet

Blaualgen im Berliner Badesee

11 Hunde und 15 Wildtiere sollen an einem Berliner Badesee Opfer einer ungewöhnlichen Gattung der Blaualgen geworden sein.

Tod am See

Elf Hunde sind nach dem Bad im Tegeler See in Berlin gestorben. Bei drei von ihnen haben die Pathologen in der Veterinärklinik der Freien Universität (FU) Berlin das Nervengift Anatoxin A in tödlicher Menge nachweisen können. Eine andere Todesursache war nicht erkennbar. Im Umkreis wurden noch 14 verendete Füchse und ein totes Wildschwein gefunden. Verantwortlich für das Gift Anatoxin A soll Tychonema sein. Tychonema ist eine Blaualgengattung, die dieses Nervengift produziert. Bisher wurden die Gewässer in und um Berlin nicht auf diese Blaualgengattung untersucht, da hierfür eine spezielle Sonde erforderlich ist. Wie eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (Lageso) der Deutschen Presse-Agentur (DPA) mitteilte, würde nun mit Hochdruck getestet.

Herkunft gibt Rätsel auf

Die letzten Proben wiesen nur noch minimale Spuren von Tychonema auf. Aber selbst dies ist ungewöhnlich, denn diese Blaualgengattung kommt normalerweise nur in kälteren Klimazonen wie Nordeuropa, Kanada, Alaska und Russland vor. Anatoxin A wird jedoch auch von anderen Arten der Blaualge produziert. Alleine im Herbst 1999 starben am Bogorlasee (Kenia) rund 30.000 Flamingos an einer Anatoxin A-Vergiftung. Ein Massensterben, für das Tychonema nicht verantwortlich gemacht werden kann. Weiterhin findet Anatoxin A Verwendung in einem leicht zu beschaffenden Mäusegift. Viele Fragen und bislang kaum Antworten.