Belgischer Schäferhund

Geschichte

Diese verhältnismäßig junge Hunderasse entstand im 19. Jh. in Belgien. Dort wurde der belgische Schäferhund von Schäfern und Bauern ausschließlich als Arbeitshund genutzt. Erst kurz vor Beginn des 20. Jh. wurde der Club du Chien de Berger Belge gegründet. Ein ¾ Jahr später, am 8.Mai 1892, fand die erste Spezialzuchtschau statt. Im selben Jahr wurde auch der erste Standard verfasst, der sich noch auf drei Varietäten beschränkte. Im Jahre 1901 wurde schließlich ein Malinois als erster belgischer Schäferhund im Zuchtbuch eingetragen.

Die vier Varietäten

Im Großen und Ganzen unterscheiden sich die heutigen vier Varietäten lediglich in ihrer Felllänge und Farbe. Bei dem besonders edel aussehenden, schwarzen, langhaarigen Groenendael tritt jedoch überdurchschnittlich oft Epilepsie auf. Beim rauhaarigen Laekenois ist der Hütetrieb etwas ausgeprägter, als bei den anderen drei Varietäten. Der pflegeleichte, kurzhaarige Malinios ist wegen seiner Eigenschaften inzwischen der verbreitetste Polizeihund. Den langhaarigen Tervueren gibt es in den Farben rotbraun, falb und schwarz gewolkt.
Die Charaktereigenschaften reichen von sehr scheu und ängstlich bis zu aggressiv, wobei sowohl scheues als auch aggressives Verhalten Ausschlusskriterien darstellen. Belgische Schäferhunde von seriösen Züchtern werden daher stets ein freundliches bis neutrales Wesen haben. Da sich die Tessiner Rasseliste für potenziell gefährliche Hunderassen wie ein Telefonbuch liest, verwundert es wohl auch niemanden, dass auch die vier Varietäten des belgischen Schäferhundes im Schweizer Kanton Tessin auf der Rasseliste nicht fehlen dürfen, und ihre Haltung dort bewilligungspflichtig ist.
Obwohl alle vier Varietäten als belgische Schäferhunde bezeichnet werden, dürfen die verschiedenen Varietäten nicht gekreuzt werden.

Besonderheiten des Körperbaus

MalinoisDer Belgische Schäferhund trägt seinen Kopf in einem Winkel von fast 90 Grad von Hals zu Rücken, wodurch er etwas stolzer und edler wirkt, als der Deutsche Schäferhund, bei dem dieser Winkel nur etwa 45 Grad beträgt. Ein weiterer Unterschied zum Deutschen Schäferhund ist die Seitenansicht. Während der Deutsche Schäferhund mehr rechteckig, also länger als hoch gebaut ist, soll der belgische Schäferhund nach Möglichkeit quadratisch und wenig gewinkelt sein. Die steil abfallende Schulter und die wenig gewinkelte Hinterhand sorgen für einen wenig raumumgreifenden Gang, und ermöglichen hohe Geschwindigkeiten, enorme Wendigkeit und herausragende Springleistungen. Diese gravierenden Unterschiede zum deutschen Schäferhund kommen bei dem kurzhaarigen Malinois am besten zur Geltung. Diese Tatsache in Verbindung mit dem kurzen Fell machen ihn zu einem der beliebtesten Diensthunde, beispielsweise bei der Polizei, wo er dem deutschen Schäferhund längst den Rang abgelaufen hat.

Wesenseigenschaften

Bei der Zucht wurde weniger auf das Aussehen, als mehr auf die Charaktereigenschaften und die Arbeitstauglichkeit Wert gelegt. So entstand mit dem belgischen Schäferhund ein wachsamer, temperamentvoller und jederzeit aktionsbereiter Gebrauchshund. Dabei ist sein angeborener Hüteinstinkt für Herden nur eine seiner besonderen Fähigkeiten. Haus, Hof und Herrchen sind ihm heilig und werden konsequent und hartnäckig verteidigt.

Haltung und Einsatz

Neben seinen Zähnen sollte auch seine Nase nicht unterschätzt werden. Der geradezu arbeitswütige Hund sucht und findet alles, was von ihm verlangt wird. Ob vermisste/verschüttete Personen, Blutspuren, Brandbeschleuniger, Sprengstoff und Waffen, Rauchgift, Geldscheine und Falschgeld, Tabak und vieles mehr. Nichts entgeht seiner feinen Nase. Der belgische Schäferhund ist damit ein absoluter Allrounder, nicht nur für Rettung, Polizei und Zoll, sondern auch für hundesportbegeisterte Hundefreunde. Mantrailing, Agility, Obedience, Dogdance, Flyball, Treibball etc. Es gibt kaum eine Hundesportart, die für diesen Hund ungeeignet wäre. Ungeeignet ist der lern- und arbeitswillige Hund jedoch als Schoßhund und Couch-Potato. Neben ausreichend Auslauf benötigt dieser Hund unbedingt geistige Aufgaben.