Basenji

Basenji, das Wort stammt aus dem Pygmäischen und wird “Basenschi” gesprochen. Es bedeutet übersetzt: Kleines, wildes Ding aus dem Busch und stellt eine sehr treffende Beschreibung dieses intelligenten und temperamentvollen Hundes dar.
Seinen Ursprung hat der Basenji in Zentralafrika. Es wird vermutet, dass er von den ägyptischen Tesern bzw. dessen Vorfahren abstammt, da diese Hunde eine sehr starke Ähnlichkeit mit dem Basenji haben. Genau konnte dies jedoch bis heute nicht erforscht werden. Sicher ist nur, dass es sich um eine extrem alte Hunderasse handelt, weshalb sie auch in den Rassestandards der FCI in der Sektion 5 (Urtyp) zu finden ist. Es wird sogar behauptet, dass es sich beim Basenji, auch Kongo-Terrier genannt, um den ältesten Hund handelt, der von Menschen gehalten wurde. Diese Behauptung konnte von Dog aktuell jedoch bis dato weder bestätigt noch dementiert werden. Die Engländer entdeckten diesen Hund erstmals im Jahre 1870, begannen aber erst gut 60 Jahre später damit, den Basenji als eigenständige Rasse in Großbritannien zu züchten.

Basenji von Sabine Nage/ www.blende68.deIn zahlreichen Rassebeschreibungen ist zu lesen, dass Basenjis nicht bellen könnten. Diese Aussage ist schlichtweg falsch, denn auch diese Hunde können bellen, wenn gleich sie von dieser Fähigkeit nur ausgesprochen sparsam gebrauch machen und ihr Bellen wenig melodisch klingt. Dies soll jedoch nicht bedeuten, dass Basenjis wortkarg wären. Das Gegenteil ist der Fall. Durch eine Vielzahl von Lauten, die vom kurz „Wuff“ über eine Art von glucksendem Lachen bis hin zum Jodeln reicht, können sich diese eigenwilligen Hunde sehr gut mitteilen. Es mag vielleicht so manch einen Bayern schmerzen, aber der erste Jodelkönig war ein Hund!
Basenjis erreichen eine Widerristhöhe von 40 bis 43 cm. Ihr Gewicht bewegt sich zwischen zehn und elf Kg. Die Weibchen werden in der Regel nur einmal pro Jahr läufig.
Um von Feinden nicht gewittert werden zu können, war und ist es für die Hunde selbstverständlich, die Pflege ihres kurzen, glatten und glänzenden Fells selbst zu übernehmen. Dabei gehen diese Hunde extrem gewissenhaft vor und setzen dabei auch ihre Pfoten ein, um Kopf und Ohren nach Art der Katzen zu reinigen. Dank dieser peniblen Reinlichkeit haben diese Hunde keinen Eigengeruch, was zwar von ihren Haltern sehr begrüßt wird, Artgenossen dagegen irritiert und oftmals mit prophylaktischen Angriffen quittiert wird.
Der Fellwechsel geht mit nur sehr geringem Haarverlust über die Bühne, was den Hund recht kälteempfindlich und für die Zwingerhaltung ungeeignet macht.
Neben der Kälteempfindlichkeit ist das Rudelverhalten des Basenjis ein weiterer Grund, weshalb er keinesfalls im Zwinger, sondern im Haus bzw. in der Wohnung gehalten werden muss. Sie benötigen viel Ansprache und vertragen es nicht, längere Zeit alleine gelassen zu werden. Sollten sie dennoch einmal eine längere Zeit alleine sein, nutzen sie die Zeit, um die Wohnung umzudekorieren. Einrichtungshäuser lieben diese Hunde. Ansonsten ist der Basenji im häuslichen Umfeld ein sehr ruhiger und gelassener Zeitgenosse, der Freunde freudig jodelnd begrüßt. Fremde Basenjidagegen werden mit Skepsis betrachtet und erst nach einer zustimmenden Geste von Frauchen oder Herrchen akzeptiert. Außerhalb der Wohnung ist dann Schluss mit lustig. Alles was sich bewegt, wird gejagt und egal was man auf der Straße findet; es ist mit Sicherheit fressbar! Eine konsequente Erziehung ist daher unabdingbar. Dank seiner Intelligenz versteht der Basenji sehr schnell, was von ihm gewollt und erwartet wird, nur leider ist er sehr dickköpfig und hält von Unterordnung rein gar nichts. Kommandos werden daher nur dann befolgt, wenn sie zufällig mit seinem Willen deckungsgleich sind. Die Erziehung ist somit nicht nur schwierig, sondern auch sehr langwierig. Sie erfordert viel Geduld, Hundesachverstand und Zeit. Auch nach seiner Erziehung ist für die Haltung dieses Hundes ein hohes Zeitbudget erforderlich, da neben der Befriedigung seines Bewegungsdranges auch die geistige Beschäftigung nicht fehlen darf. Nur ein körperlich und geistig ausgelasteter Basenji ist bereit, die Wohnungsgestaltung seinem Halter zu überlassen. Das Wort „Halter wurde bewusst gewählt, denn man kann zwar einen Basenji kaufen, jedoch niemals besitzen. Er wird Partner und Freund, aber nicht Eigentum sein.
Für Freunde des Hundesports mit viel Zeit und Hundeerfahrung ist der Basenji ein idealer Partner für durchschnittlich 12 bis 15 Jahre. Für Anfänger dagegen ist er absolut ungeeignet.
Tipp zur Anschaffung: Es sollte sich der Basenji sein Herrchen/Frauchen aussuchen; nicht umgekehrt.