Balto und Togo

Balto

Balto Cleveland Museum of Natural History.
Bild von Luke Scarano. CCO Public Domain. Balto Cleveland Museum of Natural History.

Der Sibirian Husky „Balto“ erlangte 1925 durch eine Diphterieepidemie Berühmtheit. Im Januar 1925 brach in einem kleinen Ort im Westen Alaskas Diphterie aus und bedrohte die dortige Bevölkerung, da diese über keinerlei Antikörper verfügten. Wegen des schlechten Wetters konnten keine Flugzeuge starten und fliegen, und so war eine Schlittenhundestaffel die einzige Möglichkeit um die lebensnotwendigen Medikamente von Anchorage in das etwa 1.000 Meilen entfernte Dorf zu bringen. 20 Schlittenhundeteams beteiligten sich an dieser Hundestafette, bei der Hunde und Musher bei Temperaturen von -34°C, gefühlten -65°C und Windgeschwindigkeiten von über 100 Km/h härteste Bedingungen vorfanden. Balto war der Leithund von Gunnar Kaasen, der die letzte Etappe absolvierte und am Morgen des 2.Februar mit dem lebensrettenden Serum am Ziel eintraf. Kaasen und sein damals etwa sechs Jahre alter Leithund Balto wurden als Helden gefeiert. Am 17. Dezember 1925 wurde eine Statue von Balto in dessen Beisein im New Yorker Central Park enthüllt. Im März 1927 zog Balto in den Zoo von Cleveland Ohio, wo er bis zu seinem Tod 1933 blieb. Nach seinem Ableben wurde Balto ausgestopft und ist seit dem im Museum von Cleveland ausgestellt.

Togo

 © by Wynford Morris/CCO Public Domain
© by Wynford Morris/CCO Public Domain

Kritik an dem Ruhm Baltos übte in erster Linie der Musher Leonard Seppala, der mit seinem damals bereits 12 Jahre alten Leithund Togo die längste und schwierigste Etappe absolvierte. 146 Km, fast doppelt soweit wie die anderen Hundegespanne, transportierte er das Serum. Seppala konnte es nicht ertragen, dass Balto eine Statue bekam und Togos Leistungen kaum erwähnt wurden. So begab sich Seppala im Oktober des folgenden Jahres mit Togo und weiteren Hunden auf eine Reise von Seattle nach Kalifornien, woraufhin Seppala zum Werbeträger von Lucky Strike wurde. Im Anschluss führte die Reise nach New York City. Nach einer Parade durch die Fifth Avenue traten sie noch mehrfach im Madison Square Garden auf, wo Togo von dem Polarforscher Roald Amundsen schließlich eine Goldmedaille erhielt.
Seppala nahm noch an diversen Schlittenhunderennen teil, die er jedes Mal mit großem Abstand gewann. Die Siberian Huskies erfreuten sich seither großer Popularität und Seppala konnte die meisten seiner Hunde an lokale Züchter verkaufen. Der American Kennel Club reagierte 1930, indem er die Siberian Huskies als Rasse anerkannte. Togo, der im Dezember 1929 wegen Altersschwäche im Alter von 16 Jahren eingeschläfert werden musste, erlebte diese Anerkennung nicht mehr. Er steht ausgestopft im Iditarod Trail Sled Dog Race Museum. Togos Skelett beherbergt das Naturkundemuseum Peabody Museum of Natural History.
Noch heute stammen die meisten Siberian Huskies von Hunden ab, die am „Serum Run“ teilgenommen hatten; unter anderem von Togo.