Anatolischer Hirtenhund wird nach 2 Jahren gefährlich

Anatolischer Hirtenhund in Herborn auf der Rasseliste

Anatolischer Hirtenhund wird nach 2 Jahren gefährlich
© Bild: Glady/Pixabay.com

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Früher Anatolischer Hirtenhund; heute Kangal-Hirtenhund

Nomen est omen, sagt der Lateiner, doch die Hessen haben wohl einen Übersetzungsfehler gemacht und es mit „der Name entscheidet über gut und böse“ übersetzt. Doch der Reihe nach. Vermutlich seit dem 12. Jahrhundert ist er für den Schutz der Schafherden rund um Sivas (Zentralanatolien) und Ostanatolien zuständig. Am 6. Juni 1986 wurde er von der FCI als Rasse anerkannt und bekam zunächst die Bezeichnung „Anatolischer Hirtenhund“. So weit so gut. Seit dem 15. Juni 2018 gibt es für die Rasse den ersten FCI-Standard und die Rasse wurde dabei in „Kangal-Hirtenhund“ umbenannt. Theoretisch wäre der bisher als ungefährlich eingestufte Hund damit urplötzlich gefährlich, denn der Kangal steht in einigen Bundesländern auf der Rasseliste. Doch dem war nicht so. Man hatte es wohl nicht bemerkt. Am 20. Juni 2019 wurde der Rassestandard von der FCI aktualisiert und jetzt bemerkten es die Hessen, oder vielmehr die Verwaltungsbehörden der Stadt Herborn. Blitzschnell reagierten sie und stuften den Kangal-Hirtenhund nur rund 10 Monate später als gefährlich ein.

Ist ein Anatolischer Hirtenhund nun gefährlich oder nicht?

Nun, ein Anatolischer Hirtenhund ist in der Realität genauso gefährlich oder harmlos, wie jeder andere Herdenschutzhund auch, doch dazu mehr im folgenden Absatz. In diesem Absatz geht es weniger um die Realität, als mehr um die Gesetzgebung. In erster Linie macht das Gesetz die Gefährlichkeit am Namen aus. Fehlübersetzung von „Nomen est omen“. So lange er „Anatolischer Hirtenhund“ hieß, war alles in Ordnung und der Hund stellte keine besondere Gefahr dar. Nun heißt der Hund jedoch Kangal-Hirtenhund und das geht ja nun einmal überhaupt nicht. Selbstverständlich ist der Hund damit ab sofort gefährlich. Wie gesagt: ab sofort. Das bedeutet, dass fast alle Halter ab sofort eine Genehmigung zum Halten eines Kangal-Hirtenhundes benötigen. Fast alle Halter deshalb, weil ein Anatolischer Hirtenhund erst dann richtig gefährlich ist, wenn er nach dem 31.12.2019 angeschafft wurde. Alle bis dahin angemeldeten Hunde können von der Genehmigungspflicht befreit werden, wenn bis zum 30. Juni 2020 das Halten des Hundes beim „Fachdienst Öffentliche Ordnung“ schriftlich angezeigt wurde. Eine von dort ausgestellte Bescheinigung ist stets mitzuführen.

Ist ein Herdenschutzhund gefährlich?

Stellt man diese Frage in den sozialen Netzwerken, so wird einer der ersten Kommentare „Kein Hund ist per se gefährlich“ lauten, gefolgt von „die Schuld ist immer am anderen Ende der Leine zu suchen“. Im Großen und Ganzen richtig, doch etwas zu allgemein und abgedroschen. Um die Frage halbwegs objektiv zu beantworten, muss man sich zunächst die Frage stellen, was ein Herdenschutzhund überhaupt ist. Wie der Name schon sagt, dient der Herdenschutzhund (HSH) dem Schutz der Herde, in den meisten Fällen der Schafherde. Eine Aufgabe, die auch der Schäfer übernehmen kann. Wolf kommt, der Schäfer sieht es, er nimmt sein Gewehr, schießt auf den Wolf und fertig ist der Lack. Wozu also ein HSH? Zunächst einmal wird der Wolf an einer Stelle angreifen, die weit von einem Menschen, in diesem Falle dem Schäfer, entfernt ist und die Distanz für einen sicheren Schuss zu groß ist. Des Weiteren greift der Wolf oftmals in der Nacht an, wenn der Schäfer schläft. Würde der HSH nun den Schäfer wecken, ihm Meldung machen und auf Anweisungen warten, wären einige Schafe gerissen und der Wolf weg. Der HSH trifft deshalb in so einem Fall eine eigene Entscheidung. Auch bei einem Wolfsangriff am Tag trifft der HSH seine eigene Entscheidung. Bekommt er vom Schäfer das Kommando „mach den Wolf tot“, wird im Kopf des HSH so etwas stattfinden wie „genau das hatte ich vor“. Sagt der Schäfer hingegen: „ Lass dem Wolf doch ein Schaf. Wir haben genug und der arme Kerl hat Hunger“, so ist dies für den HSH unlogisch und er wird, wenn er nicht intensiv trainiert wurde, seine eigene Entscheidung treffen und die heißt „Wolf eliminieren“. In der Stadt, oder auch im Dorf, hat der HSH keine Herde und auch keine grenzenlose Weidefläche, die er bewachen kann. Nun sucht er sich eine Ersatzbeschäftigung. Haus, Familie, Auto etc. bewachen und verteidigen und da die paar Quadratmeter Garten etwas mau sind, wird gleich das Nachbargrundstück mit verteidigt. Dummerweise gibt es in den Ortschaften kaum Wölfe und so muss eben auch mal ein anderer Hund oder eine Katze als Feindbild herhalten.

Ist ein Anatolischer Hirtenhund wirklich gefährlich?

Von Natur aus nein, wie es auch im Rassestandard der FCI steht. Unter Verhalten/Charakter (Wesen) heißt es: „Standhaft und mutig, nicht aggressiv, von Natur aus selbständig, sehr intelligent und folgsam. Stolz und selbstsicher. Dem Halter gegenüber loyal und zugetan, während der Arbeit Fremden gegenüber jedoch misstrauisch.“ Von einer gesteigerten Aggressivität kann also keine Rede sein. Auch wird der Hund als intelligent und folgsam beschrieben, was bedeutet, dass er, gute Erziehung vorausgesetzt, auf Kommando von Angriffen auf Nachbars Katze absehen wird. Dennoch ist er ein HSH und wird, wenn er kein Kommando erhält, seine eigenen Entscheidungen treffen. Der Anatolische Hirtenhund kam in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Mitteleuropa und in die USA und ist von daher noch sehr ursprünglich. Für die Schäfer ein Segen, denn diese Hunde sind durch die Zucht noch nicht krank-gezüchtet worden und nach wie vor robust und als Herdenschutzhunde brillant. Als Familienhund hingegen ist diese Rasse nur etwas für sehr erfahrene Hundehalter und diese werden sich überlegen, ob die Haltung eines solchen Hundes in einer Urbanisation artgerecht ist. Etwas anders verhält es sich bei den „alteingesessenen“ Herdenschutzhunden. Sie sind im Laufe der Jahre das Leben in einer Ortschaft gewöhnt und kommen auch ohne eine Herde aus, wenn ihnen eine entsprechende Ersatzbeschäftigung geboten wird. Bei den Rassen Rottweiler und Deutscher Schäferhund bieten sich beispielsweise IGP (vormals IPO), Obedience, Mantrailing etc. an. Ohne entsprechende Ersatzbeschäftigung kommt es immer wieder zu Beißvorfällen aufgrund von Unterforderung. Ja, der Schuldige ist in der Tat am anderen Ende der Leine zu suchen. Eine Rasseliste ändert an der Gefahrensituation nichts. Hilfreich wäre eine Nachweispflicht, dass Hunde spezieller Rassen adäquat ausgelastet werden. Dann ginge auch von einem Deutschen Schäferhund, einem Rottweiler etc. keine besondere Gefahr aus.

1 Kommentar

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