American Staffordshire Terrier

Die Rasse ist bedeutend älter, als ihre internationale Anerkennung im Jahre 1972 vermuten lässt. Die aus den Kreuzungen von Bulldoggen und Terriern entstandene Rasse stammt ursprünglich aus England und war als Bull and Terrier bekannt. Bei Rattenfängerwettbewerben wurde darauf gewettet, wie schnell der Hund eine bestimmte Anzahl von Ratten töten würde. Auch bei Kämpfen von Hund gegen Hund wurde der Bull and Terrier eingesetzt. Mit dem Verbot der Tierkämpfe 1835 gelangten die Hunde nach Amerika, wo Hundekämpfe noch legal und äußerst populär waren. Seit etwa 1880 wurden professionelle Hundekämpfe ausgetragen, was 1898 zur Gründung des United Kennel Club (UKC) führte. Dieser Klub hatte es sich zur Aufgabe gemacht, den Pit Bull Terrier, wie der Bull and Terrier inzwischen genannt wurde, zu fördern und einheitliche Regeln für Hundekämpfe aufzustellen.
Nachdem die Züchter die Zuchtausrichtung mehr auf Ausstellungen, als auf Hundekämpfe richteten, wurde 1936 der Rassestandard des heutigen American Staffordshire Terrier vom American Kennel Club (AKC) festgelegt. Streit gab es lediglich um die genaue Rassebezeichnung, da auch Yankee Terrier, Stafford Terrier und American Bull Terrier weitverbreitete Namen waren. Die Wahl fiel auf Staffordshire Terrier, der später American Staffordshire Terrier genannt wurde. Von der damit neu entstandenen Rasse des Bullterriers distanzierten sich einige Anhänger dieser Rasse. Sie befürchteten, dass es dem American Staffordshire Terrier so ergehen wird, wie es vielen anderen Rassen ergangen ist, die durch den Druck der Ausstellungskriterien stark geschädigt wurden. Sie züchteten diesen Hund, der lediglich vom UKC als Rasse anerkannt ist, als American Pitbull Terrier weiter.
Während beim American Pitbull nur das Gewicht von bis zu 27 KG, nicht aber die Größe festgelegt ist, verhält es sich beim American Staffordshire Terrier genau umgekehrt. Hier sind 46 bis 48 cm für Rüden bzw. 43 bis 46 cm für die Hündinnen als bevorzugte Größe festgelegt, das Gewicht dagegen ist nicht vorgegeben.
Sowohl mit den Amstaffs, wie die American Staffordshire Terrier auch genannt werden, als auch mit den Pitbull Terriern sollte ein idealer Kampfhund geschaffen werden. Dabei musste der Hund jederzeit im Kampf trennbar sein, ohne den Menschen zu beißen. Hunde, die dies dennoch taten, wurden als „men-biter“ bezeichnet und warenRathfelder's Amstaff-1 wertlos, weshalb sie von der Zucht ausgeschlossen wurden. American Staffordshire Terrier sind deshalb, genauso wie auch die Pitbull Terrier, dem Menschen gegenüber unterwürfig und als Wach- oder Schutzhund ungeeignet.
Obwohl von dem American Staffordshire Terrier für den Menschen eine ähnlich große Gefahr ausgeht, wie von einer Maus für die Katze, ist der Amstaff kein Anfängerhund. Der intelligente, kraftvolle und temperamentvolle Hund braucht eine konsequente Erziehung mit strikten Ansagen. Sein Temperament muss er ausleben können und bedarf daher viel Auslauf. Als absolut problemloser Familienhund erweist er sich, wenn er obendrein noch Aufgaben erhält, die seiner Intelligenz entsprechen. Ob dies als Haushaltshilfe, als Rettungshund, beim Obedience oder in einer anderen Form geschieht, ist zweitrangig.