American Bulldog

Geschichte des American Bulldog

American Bulldog

Obwohl die Rasse, deren Ursprung auf das 18. Jahrhundert zurückreicht, schon sehr alt ist, wurde sie bis heute weder von der FCI, noch vom AKC als Rasse anerkannt. Dies ist allerdings kein Manko, sondern wohl einer der Gründe, weshalb diese Hunde bis heute so ursprünglich und robust geblieben sind.

Geschichte des American Bulldog

Theorien zu seiner Geschichte gibt es wohl einige, die sich jedoch alle bei John D. Johnson und Alan Scott wiedertreffen. Man darf also davon ausgehen, dass englische Bulldoggen im 18. Jahrhundert mit ihren Haltern England verließen, um in der neuen Welt einen Neuanfang zu starten. Schnell erkannte man, dass auf den riesigen Farmen in Amerika größere und stärkere Hunde benötigt wurden. So kreuzte man einige große einheimische Rassen ein. John D. Johnson züchtete diese Hunde, die auch als Bully Typ oder Johnson Typ bezeichnet werden als Wach- und Schutzhunde. Gleichzeitig züchtete auch Alan Scott American Bulldogs, allerdings leichtere und athletischere Hunde, mit einem längeren Fang, die sich besser zum Viehtrieb und für die Wildschweinjagd eigneten. Sie sind als Standard Typ oder auch Scott Typ bekannt. Später gesellte sich noch eine Hybridart dazu, die eine Mischung aus beiden Typen darstellt und heute von vielen Züchtern bevorzugt wird. Ihre Verwendung finden sie als Sport- und Gebrauchshunde.

American Bulldog
© Proud Heroes Fotografie

Die Vokabel „dick“ ist unvermeidbar

Dass man bei dem American Bulldog um das Wort dick nicht herumkommt, liegt nicht nur an seiner grenzenlosen Liebe zum Futter, sondern auch an seinem Dickkopf. Auch wenn der arbeitswillige Hund gerne und schnell über das Futter lernt, so werden Kommandos nicht wie bei anderen Gebrauchshunderassen üblich bedingungslos ausgeführt, sondern viel lieber erst einmal ausdiskutiert. Eine dicke Scheibe Wurst ist allerdings stets ein von ihm akzeptiertes Argument. Ein dickes Fell dagegen hat der Ambull, wie er auch in Kurzform genannt wird, nicht. Auch wenn man es seiner imposanten Figur nicht ansieht, so steckt unter der unerschrockenen Fassade ein kleines Sensibelchen.

Kein Hund für Jedermann

Seine Sturheit auf der einen, und seine Sensibilität auf der anderen Seite fordern bei der Erziehung Konsequenz und viel Einfühlungsvermögen. Das kann eine Weile dauern, denn der American Bulldog ist ein Spätentwickler. Erst nach etwa zwei Jahren ist er vollständig ausgewachsen. Bis er erwachsen ist, vergehen 2 ½ bis drei Jahre. Nachlässigkeit hat bei diesen Hunden zur Folge, dass sie sich selbst zum Assistenzhund ausbilden. Sie beginnen den Tisch abzuräumen, den Mülleimer zu leeren und vieles mehr. Leider allerdings auf eine Art und Weise, wie sie von einem richtigen Assistenzhund nicht durchführt werden würde.

Wesen und Charakter

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Der als Arbeitshund gezüchtete American Bulldog ist ungemein arbeitswillig und braucht neben seinen Aufgaben viel Auslauf. Im Freien ist er freundlich und verträglich, wenngleich er gegenüber Artgenossen sehr dominant ist. Auf dem eigenen Grund und Boden kommt sein Territorialverhalten voll zur Geltung. Er macht Fremden laut und unmissverständlich klar, dass ihre Anwesenheit von ihm unerwünscht ist, ohne dabei handgreiflich, respektive pfotengreiflich zu werden. Was geschieht, wenn diese mehr als deutlichen Drohungen ignoriert werden, sollte besser nicht getestet werden. Wenn Herrchen und Frauchen jedoch Entwarnung geben, ist auch der Fremde willkommen. Kinder liebt der Ambull über alles, aber auch seiner Familie zeigt er deutlich wie sehr er sie liebt. Freudiges Anspringen zur Begrüßung ist ihm kaum abzugewöhnen und es wird wieder einmal erkennbar, was für ein umwerfender Hund der Ambull ist. Ansonsten ist er in der Wohnung eher ruhig und unauffällig, solange ihn keine Essensgerüche zu neuen Taten veranlassen.

Hundesport

Dank seines ausgeprägten Spiel- und Beutetriebs ist er bei konsequenter Unterordnung für viele Hundesportarten zu gebrauchen. Besonders als Mantrailer, Rettungshund, oder im  Weight Pull eignet er sich hervorragend.

Rasseproblematik

Dass der American Bulldog nicht nur im Schweizer Kanton Tessin, sondern auch in einigen deutschen Bundesländern auf der Rasseliste steht, ist mit Logik nicht zu erklären, und somit als politische Entscheidung umso nachvollziehbarer.