Abschaffung der Rasseliste in Bremen erneut gescheitert

Rasseliste in Bremen wird mit Hamburgs Versagen gerechtfertigt

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Abschaffung der Rasseliste in Bremen erneut gescheitert

Erneut stand die der Rasseliste in Bremen zur Diskussion. Mangels vernünftiger Gründe rechtfertigte die SPD die Rasseliste mit dem Versagen Hamburgs.

Die von der Politik als geniales Instrument im Kampf gegen gefährliche Hunde gefeierte und von Experten als absurd bezeichnete Rasseliste bröckelt. Niedersachsen hatte sich bereits kurz nach ihrer Einführung davon verabschiedet und auch in Schleswig Holstein und Thüringen legte man diese Liste wieder zu den Akten. In Bremen wollten FDP und Linke ebenfalls die Rasseliste aus der Hundeverordnung verbannen.

Rasseliste in Bremen bleibt bestehen

Experten sind sich einig und auch das Verwaltungsgericht in Schleswig Holstein hat bestätigt, dass die Rasseliste Unsinn ist. FDP und Linke im Bremer Landtag wollten das gekenterte Schiff „Rasseliste“ verlassen, ehe der marode Kahn mit Mann und Maus komplett absäuft. Gerne hätten auch die Grünen der Abschaffung zugestimmt, doch waren ihnen durch den Koalitionsvertrag die Hände gebunden. In der CDU waren die Mitglieder zwiegespalten und hätten der Abschaffung am Ende wohl zugestimmt, wenn die SPD nicht zur Wunderwaffe gegriffen hätte. Wenn nichts mehr geht, dann müssen Kinder  herhalten.

Hamburger Versagen rechtfertigt Bremer Rasseliste

Der SPD-Bürgerschaftsvorsitzende Björn Tschöpe schickte nun seinen Sprecher ans Rednerpult, der den Fall des Hamburger Jungen Volkan in allen blutigen Details schilderte. Dieser Fall dürfe nicht vergessen werden und daher sei an der Rasseliste festzuhalten. Daraufhin kippte auch die CDU und die Rasseliste blieb bestehen. Das ist wieder typisch Politik. Man könnte genauso gut sagen „wir brauchen mehr Benzin, um den Brand zu löschen“, denn auf der einen Seite heißt es, der Fall Volkan darf nicht vergessen werden, auf der anderen Seite hat man den Fall aber offensichtlich vergessen.

Der Fall Volkan

Wir sollen den Fall nicht vergessen? Gut, dann rufen wir ihn noch einmal für alle ins Gedächtnis. Um es nicht zu lang zu machen, beschränken wir uns bei dem wohl allseits bekannten Fall auf die Punkte, die gerne vergessen werden.

Die Hunde des Hundehalters, die den kleinen Volkan zu Tode bissen, waren als gefährlich bekannt. Für diese Hunde bestand Maulkorbpflicht, doch diese wurde nicht eingehalten. Was unternahm die Verwaltung? Sie trank Kaffee. Es gingen mehrfach Anzeigen ein, dass der Hundehalter seine Hunde zivilscharf macht. Auch nach damaligem Recht hätte die Verwaltung die Hunde einbeziehen und ein Haltungsverbot erlassen müssen. Was tat man? Man setzte frischen Kaffee auf. Nun kam es zu dem tragischen Zwischenfall, dem man mit Kaffee nicht mehr begegnen konnte. Flugs wurde die damals bereits umstrittene Rasseliste erlassen. Natürlich wäre es auch mit dieser Rasseliste zu diesem Vorfall gekommen, aber das kann man ja verschweigen und nun in aller Ruhe wieder Kaffee trinken.